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Bückeburg Ortsteile Schnatfahrt statt Schnatgang
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Ortsteile Schnatfahrt statt Schnatgang
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00:22 01.03.2018
Gerhard Schöttelndreier (vorne) gibt den Schnatgängern die Richtung vor. Quelle: bus
ACHUM

Gut eine Stunde nahm sich Ortsbrandmeister Dirk Dehne Zeit, um die Gäste in Kenntnis zu setzen. Die Besucher erfuhren unter anderem, dass ihr Gastgeber eine von derzeit landesweit 3284 freiwilligen Wehren ist. Die niedersächsischen Feuerwehrleute bilanzierten im zurückliegenden Jahr 105232 Einsätze. Rund 23000-mal waren Brände Ursache der Alarmierungen.

In Schaumburg, wo die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich zugenommen hat, sind gegenwärtig rund 3500 Frauen und Männer im Einsatz. Deren Organisation erfolgt in einem nördlichen und einem südlichen Abschnitt. Zum Abschnitt Süd zählen außer Bückeburg die Städte Rinteln und Obernkirchen sowie die Samtgemeinden Nienstädt und Eilsen. Dehne ist nicht nur (seit 2002) Ortsbrandmeister, sondern auch stellvertretender Leiter dieses Abschnitts, der über vier Fachzüge (zwei zur Brandbekämpfung, jeweils einer für Wasserförderung und Wassertransport) sowie einen Versorgungszug verfügt.

In Bückeburg stehen im Alarmierungsfall außer der Stadt-Feuerwehr die Züge Nord (Meinsen-Warber-Achum), Ost (Scheie, Müsingen Bergdorf) und West (Cammer, Evesen, Röcke) parat. Die Gastgeber können auf eine bis ins Jahr 1922 zurückreichende Geschichte zurückblicken. Die Tradition ihrer Jugendabteilung wurde 1986, die der Kinderabteilung 2011 begründet.

Großen Engagement beeindruckt

1994 erfolgte der Umzug in die derzeitige Fahrzeughalle, seit 1996 steht den Kameraden ein Sozialtrakt zur Verfügung. In der Halle stehen ein Tanklöschfahrzeug, ein Mittleres Löschfahrzeug, ein Rüstwagen und ein Mannschaftstransportfahrzeug. Wie Dehne erläuterte, gelten für Fahrzeuge und Personal Einsatzfristen, die das Eintreffen am Einsatzort innerhalb von 13 Minuten im Anschluss an die Brandentdeckung vorsehen.

Schöttelndreier und die weiteren Schnatgänger, zu denen auch Ordnungsamtsleiter Christian Schütte und der frühere Heersflieger-Flughafenkommandant Eddy Roth zählten, waren sichtlich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Brandschützer. „Mit einer Berufsfeuerwehr wäre das wohl kaum zu leisten“, meinte der Ortsvorsteher, der sich zudem dafür bedankte, dass die Kameraden einen Fahrdienst organisiert hatten, der den Teilnehmern den beschwerlichen Fußmarsch ersparte. „Das war heute also mehr eine Schnatfahrt als ein Schnatgang“, erläuterte Schöttelndreier.

Während der Fußstrecke hatten die Teilnehmer zuvor den zur Sanierung anstehenden Oberholzweg in Augenschein genommen. Überdies waren sie darüber informiert worden, dass in Achum in der nächsten Zeit zwei Geschwindigkeitsmessanlagen aufgestellt werden sollen. Dieses Vorhaben geht auch auf eine achttägige Tempokontrolle zurück, die den Fahrzeugführern beträchtliche Missachtung der Vorschriften attestierte. „98 Prozent haben die Geschwindigkeit überschritten“, betonte der Ortsvorsteher, bevor er im Sportheim des FC Hevesen die zum Abschluss aufgetischte Haxenmahlzeit eröffnete. bus