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Schrappen mit Taktgefühl

Rusbend Schrappen mit Taktgefühl

„Wir sind in der Welt zu Hause und spielen jetzt einen französischen Walzer“, hat Wolfgang Voss von der „Zweimann-Kapelle“ zur Begrüßung angekündigt. Gemeinsam mit Andreas Prante zog er mit seinem eigentümlichen Waschbrett das Publikum im Jagdsaal von Schloss Baum sofort in den Bann. „Eigentlich bin ich Schlagzeuger, aber ich wollte etwas Originelles machen“, erzählte er.

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Mit einem Waschbrett aus Metall sowie einem Löffel in der Hand finden sich einige Zuschauer auf der Bühne wieder. Danach geht es los: Schrappen im Takt.

Quelle: tla

Rusbend. Sein Instrument stammt aus den dreißiger Jahren, mit vielem Zubehör wie einer Fahrradklingel, Kuhglocken, einer Hupe, Basstrommel, Telefonglocke und kleinen Trommeln. „Ich spiele mit Fingerhüten“, so der Musiker. Dazu zählt ebenfalls eine Waschbrettkrawatte. Die „Zweimann-Kapelle“ wurde 2007 bei einem Casting in Hannover für das GOP-Varieté-Theater entdeckt. Sie spielten Konzerte in München, Essen, Münster und Bad Oeynhausen.

 Nach einer Tournee entdeckten Voss und Prante, der Akkordeon spielt, Louisiana-Songs und -Traditionals mit englischen und französischen Texten sowie Blues-Klassiker und Instrumentals für sich und gaben diesen Stücken ihren ganz eigenen und unverkennbaren Stil.

 „Wir machen jetzt einen Ausflug nach Südamerika.“ Gesagt, getan. Mit viel Rhythmus und Temperament nahm das Duo die Zuhörer mit auf die Reise.

 Mit brillanter Virtuosität beherrscht Prante das Akkordeon. Außerdem spielt er nebenbei noch ein digitales Midi-Bass-Instrument, das für einen typischen Sound sorgt. Eine Holzkiste, die zu einer kleinen Orgel mit Celesta-Sound umgebaut wurde, gehört ebenfalls zum Instrumentarium. Voss hingegen erweist sich als Spezialist im sogenannten Schrappen. Gemeint ist damit natürlich sein einzigartiges Schlagwerk, das er mit viel sinnlicher Präzision bedient.

 Und das Publikum wird stets mit einbezogen. So auch bei diesem Konzert: Mit einem Waschbrett aus Metall sowie Löffeln in der Hand fanden sich einige Zuschauer auf der Bühne wieder. Danach ging es los: Schrappen im Takt, Swing, Blues, Polka, alles ist damit möglich.

 Voss ist nach wie vor fasziniert von Waschbrettern: „Ich sammle die und habe 250 ganz unterschiedliche Exemplare davon im Keller.“ Die Konzertbesucher waren ebenfalls beeindruckt. „Einfach genial“, sagte Thea Hanke aus Obernkirchen, die sich in einer Pause das besondere Schlagzeug näher angesehen hat. Dem kann sich Veranstalter Klaus Harms nur anschließen. Er freut sich schon auf die nächsten Veranstaltungen im Schloss Baum. Hinweis:

+++ Am Sonntag, 8. Februar, von 18 Uhr an ist „Liederzeit“: Geboten werden Lieder im Stil klassischer Liedermacher. Eine Lesung mit Peter von Sassen zu Wilhelm Busch ist für Sonntag, 22. März, ab 18 Uhr geplant.

tla

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