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Seit sechs Jahren keinen Urlaub

Sanierung eines historischen Bauernhauses Seit sechs Jahren keinen Urlaub

Mit einem kleinen Sommerfest und einem Tag der offenen Tür haben Serpil und Kai Gausmann den Startschuss für ihre Kontaktstelle der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) gegeben. Seit sechs Jahren lebt und renoviert das Ehepaar in dem historischen Bauernhaus an der Schaumburger Straße 21 in Evesen.

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Kai und Serpil Gausmann mit ihren Kindern Mia und Timon vor der vor zwei Jahren sanierten rückwärtigen Fassade.

Quelle: Fotos: jp

EVESEN. Dabei bekam es zahlreiche technische und organisatorische Hilfestellungen vonseiten der bundesweit etwa 6000 Mitglieder starken IGB, die sich seit Anfang der siebziger Jahre für den Erhalt historischer Baukultur auf dem Land und in Kleinstädten einsetzt. Jetzt wollen beide einiges von der Unterstützung, die sie von der Interessengemeinschaft und vor allem von der „Beratungsstelle für ländliche Baukultur in der Alten Schule Soldorf“ erhalten, an andere Besitzer derartiger Immobilien weitergeben und in Zukunft selbst eine Kontaktstelle der IGB bilden.

Von "Tante Sophie" erworben

 2011 war das aus Stadthagen beziehungsweise Porta Westfalica stammende Ehepaar auf der Suche nach einer großen, ländlich gelegenen Immobilie auf den Resthof „Evesen Nr. 7“ gestoßen, das sie von der bisherigen Besitzerin, der weithin bekannten „Tante Sophie“, erwarben. Serpil und Kai Gausmann wurden mit dem Kauf Besitzer eines zwei Hektar großen Grundstücks und eines Gebäudekomplexes mit einem Hallenhaus von 300 Quadratmetern, einem Stall von 150 Quadratmetern, einer Scheune von 280 Quadratmetern und einer Remise von 168 Quadratmetern. Die einzelnen Gebäude sind in der für diese Region typischen Weise zur Straße hin in einer Linie rückwärtig in U-Form angeordnet. Während das als Vierständerfachwerkhaus errichtete Haupthaus aus dem Jahr 1872 stammt, entstanden Stall und Scheune in den Jahren 1912 und 1947.

 Seit nunmehr sechs Jahren floss ein enormes Maß an Zeit, Engagement und Anstrengung (und natürlich auch Geld) in die Sanierung und die Wiederherrichtung der Hofstelle, was Serpil und Kai Gausmann, die beide einem Vollzeitberuf nachgehen und zudem zwei Kinder haben, bislang auch nur durch die tatkräftige Unterstützung von Freunden und Verwandten und das Know-how der Interessengemeinschaft Bauernhaus bewältigten. „Man steckt jede freie Minute in den Umbau“, so Kai Gausmann. „So etwas wie Urlaub kennen wir seit sechs Jahren nicht.“ Das sei nur mit unglaublich viel Leidenschaft und Herzblut möglich, wie Ehefrau Serpil ergänzt: „Man muss das wirklich leben.“

Räume von innen dämmen

 Ein großer Schritt war getan, als das Ehepaar anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“ im Jahr 2015 der Öffentlichkeit die vollständig sanierte rückwärtige Fassade inklusive des mit historischen Flachkrempziegeln neu eingedeckten Rundwalms präsentieren konnte. Viel wurde seitdem auch im Inneren des Haupthauses erreicht. So wurden an vielen Stellen alte Bausünden behoben und das historische Fachwerk wieder hergerichtet. Vor der Küche entstand eine schmucke, mit Cotto-Fliesen ausgelegte Wohndiele. Zwei Räume weiter arbeiten Gausmanns derzeit an der Innendämmung eines weiteren Raums. „Da die Außenfassade unter Denkmalschutz steht, können wir die Räume nur von innen dämmen“, so Kai Gausmann. Kein einfaches Unterfangen: Innerhalb des Gebäudes wird dazu eine Innenschale gesetzt und mit Leichtlehm hinterfüllt.

 Unter anderem gehörten der Umgang und die Verwendung dieses historischen Baustoffs zu den wichtigen Kenntnissen, die Serpil und Kai Gausmann über die Beratungsstelle für ländliche Baukultur erwarben und die sie jetzt als neue Kontaktstelle der Interessengemeinschaft Bauernhaus an andere Besitzer historischer sanierungsbedürftiger Gebäude weitergeben wollen.

 Informationen über die IG Bauernhaus gibt es im Internet unter igbauernhaus.de. Das Ehepaar Gausmann gibt Einblicke in die Sanierung der Hofstelle unter hofgausmann.de. jp

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