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Bückeburg Ortsteile Sicherheit wird zur Privatsache
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00:16 13.10.2013
Frank Schiewe (l.), Leiter Wach- und Sicherheitsdienst, sowie Marco Kalle (r.), Geschäftsführer der MK-Sicherheit, wollen zusammen mit ihren Einsatzkräften die Mindener Innenstadt sicherer machen. Quelle: mt
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Minden

Die Detektei MK-Sicherheit ist regelmäßig in der Zeit zwischen 23 und 4.30 Uhr in der Bäckerstraße und am Markt unterwegs - mal zu Fuß und mal im Wagen. Der 120 Mitarbeiter zählende Betrieb aus Bückeburg ist bundesweit aktiv und hatte in Minden bislang Objektschutz und Präventionsdienst übernommen.

 Hintergrund der Bestreifung der Mindener Innenstadt sind mehrere Überfälle und Einbrüche in zwei Mindener Filialen eines Juweliergeschäftes (das MT berichtete). Einer der Geschädigten hatte sich zunächst an die Mindener Werbegemeinschaft mit der Bitte um Unterstützung gewandt und dann zusammen mit einem anderen Geschäftsmann den Sicherheitsdienst beauftragt.

 Dessen Geschäftsführer Marco Kalle: „Wir suchen jetzt weitere Interessenten in der Mindener Geschäftswelt, die sich finanziell an den City-Streifen beteiligen.“ Dann könne der Dienst nämlich noch weiter ausgebaut werden. Ein Vorhaben, das auch Wolfgang Hüsing, Vorsitzender der Mindener Werbegemeinschaft, befürwortet: „Es wäre sinnvoll, wenn sich weitere Interessenten an dem Konzept beteiligen könnten.“

 Laut Kalle tragen die Sicherheitskräfte seiner Firma bei den Innenstadtstreifen keine Schusswaffen. Sie sind mit normalen Abwehrmitteln und belgischen Schäferhunden ausgestattet sowie an ihrer Uniform erkennbar. „Mittlerweile ist man schon Ansprechpartner für nächtliche Besucher in der Stadt.“

 Die nächtlichen Rundgänge und -fahrten sind in den vergangenen Monaten in Minden nicht ohne Folgen geblieben. Laut Frank Schiewe, Leiter des Wach- und Sicherheitsdienstes, sei der Vandalismus in der Innenstadt spürbar zurückgegangen. „Eine Zeitungsbotin wurde in den Morgenstunden von Jugendlichen belästigt und rief uns zu Hilfe, sodass wir einschreiten konnten.“ Und erst am Dienstag habe der Sicherheitsdienst vermutlich einen Einbruch verhindert.

 So meldete sich um 1.22 Uhr die Alarmzentrale bei der Streife in der Bäckerstraße, weil sich Unbekannte nur wenige Meter weiter am Scharn an der Tür der Marienapotheke zu schaffen machten. Nur kurze Zeit später erschienen die Einsatzkräfte. Da hatten die Täter das Weite gesucht. Zurück blieb lediglich eine aufgestemmte Eingangstür. Fünf Minuten darauf kam dann auch die Polizei.

 Ob die staatlichen Ordnungshüter mit den privaten Sicherheitsdiensten Konkurrenz bekommen? „Wir sehen in der Arbeit solcher privater Sicherheitsunternehmen kein Problem, sondern betrachten sie als Ergänzung“, sagt Ralf Steinmeyer von der Pressestelle der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke. Seit Jahren würden Geschäftsleute private Dienste mit der Überwachung ihrer Gebäude beauftragten - nicht nur in Minden, sondern im gesamten Kreisgebiet.

 Laut Steinmeyer sei in den vergangenen Jahren auch die Sicherheitslage in Minden nicht schlechter geworden. „Sie ist unverändert, und die Kriminalitätsbelastung ist nicht höher als der Landesdurchschnitt in Nordrhein-Westfalen.“

 Nach Auskunft der Polizei zählt dennoch die Innenstadt zu den Bereichen, in denen die Beamten mit am häufigsten präsent seien. Steinmeyer verweist neben der Wache am Rathaus auf den uniformierten Streifendienst, der nachts verstärkt unterwegs sei. Schwerpunkte seien die Bäckerstaße, der Markt, der Scharn und der ZOB. Auch Diensthundeführer und Zivilfahnder seien dabei. „Das wird sich nicht ändern.“ mt

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