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Spezialisiert auf „Südamerikaner“

Hobby-Züchter Spezialisiert auf „Südamerikaner“

Zierfische im Aquarium zu halten, ist eine simple Angelegenheit, möchte man meinen: Ein Glasbecken aufstellen, Filter, Heizung und Beleuchtung installieren, Kies als Bodengrund, ein paar Pflanzen und Wasser rein, Fische einsetzen, füttern, fertig. Tatsächlich ist es aber deutlich aufwendiger.

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Von Langeweile keine Spur: Auch nach Jahrzehnten der intensiven Beschäftigung mit der Haltung und Zucht von Zierfischen hat Werner Jahnke immer noch große Freude an seinem Hobby.

Quelle: wk

Ahnsen. Zumindest wenn einem das Wohlbefinden der Fische am Herzen liegt und man Wert auf ein üppig begrüntes Aquarium legt; und erst recht, wenn man Fischarten mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum nachzüchten möchte.

Einer, der weiß, wie es läuft, ist Werner Jahnke. Seit seiner Jugend ist der heute 82-jährige Ahnser bereits begeisterter Aquarianer. Zwischendurch hatte er dieses Hobby zwar mal aus beruflichen Gründen für einige Jahre brach liegen lassen, aber ab Mitte 30 ist er dann umso intensiver in diese Freizeitbeschäftigung eingestiegen.

Und so steht in dem Wohnzimmer seines von ihm gemeinsam mit seiner Ehefrau bewohnten Eigenheims ein sehr schön bepflanztes 800-Liter-Schau-Aquarium, in dem er unterschiedliche südamerikanische Fischarten pflegt. Ausgestattet ist das beheizte Becken mit einem biologisch arbeitenden Innenfiltersystem („Hamburger Mattenfilter“), das nur alle zwei, drei Jahre gereinigt werden muss.

Weiches Wasser bevorzugt

Allerdings tauscht Jahnke nach wie vor allwöchentlich einen Teil des Aquarienwassers gegen im Garten gesammeltes Regenwasser aus, um das Aquarienwasser dadurch aufzufrischen und um einer für die Fische zu hohe Konzentration von Stoffwechselprodukten (Stichwort: Futterreste, Kot) entgegenzuwirken. Regenwasser verwende er, weil seine „Südamerikaner“ auf recht weiches Wasser mit einer Karbonathärte (dKH) um zehn dKH (für die Fortpflanzung indes niedriger) angewiesen sind. Demgegenüber weise das Ahnser Leitungswasser jedoch eine Karbonathärte von mehr als 20 dKH auf, erklärt der pensionierte Rechtspfleger.

Und weil dem Wasser in der Aquaristik eine besondere Bedeutung zukommt, überprüft er dessen Qualität auch noch regelmäßig anhand weiterer Parameter, um bei etwaigen Problemen rechtzeitig durch geeignete Maßnahmen gegensteuern zu können. Für ein gesundes Pflanzenwachstum sorgen indes eine helle LED-Beleuchtung sowie eine mikroprozessorgesteuerte Kohlendioxid-Düngung, die auch Einfluss auf den pH-Wert des Wassers hat.

Vom Pfeffersalmler bis zum Schrägsteher

Was die von Jahnke favorisierten Zierfischarten betrifft, liegt sein Fokus vor allem auf sogenannten Salmlern, deren wohl bekanntester Vertreter der türkis-blau-rot längs gebänderte Neonsalmler ist. Außer diesem kleinen Schwarmfisch, der wegen seines überaus hübschen Aussehens bei vielen Süßwasseraquarianern hoch im Kurs steht, interessiert sich Jahnke jedoch vor allem für solche Arten und insbesondere deren Zucht, die man nicht so oft in Heimaquarien findet. So etwa Pfeffersalmler, Funkensalmler, Rotrückenkirschflecksalmler und Schrägsteher.

Jene vier und weitere Arten hält der 82-Jährige in zusätzlichen Aquarien, die er in einem eigens hierfür eingerichteten Hobbyzimmer aufgestellt hat. Etliche Becken stehen dort: ein 350-Liter Aquarium, zwei 200-Liter-Becken, mehrere Zuchtbecken mit 60 bis 70 Litern Fassungsvermögen und etliche kleinere Glasbehälter. Wobei einige der kleineren Becken aktuell nicht mit Wasser befüllt sind, da diese nur bedarfsweise zum Einsatz kommen – etwa, um darin ausgewählte Fische zum Laichen „anzusetzen“ oder um darin Jungfische aufzuziehen.

Dabei wird der frisch aus den Eiern geschlüpfte Salmlernachwuchs von ihm zunächst mit mikroskopisch kleinem Lebendfutter à la Rädertierchen und Pantoffeltierchen gefüttert. Erst wenn die Jungfische herangewachsen sind, gibt es stattdessen von ihm mit einem feinen Kescher in Waldtümpeln und -pfützen gefangene millimetergroße, lebende „Wasserflöhe“ (Daphnien) und Hüpferlinge (Cyclops) zum Fressen.

Internetforen statt Vereinsleben

„Das Schöne an der Heimaquaristik ist, dass man dieses Hobby bis ins hohe Alter ausüben kann“, sagt Jahnke. Freude mache ihm dabei das – sehr entspannende – Beobachten der Fische und deren Verhalten. Zudem habe er Spaß daran, mitunter schwierig zu haltende Zierfische nachzuzüchten.

Und weil sich über dieses Thema auch prima fachsimpeln lässt, ist der Ahnser nicht nur Mitglied in einem Obernkirchener Aquarienverein, sondern nimmt auch an überregionalen Fachtagungen teil. Demnächst fährt er beispielsweise zu einem mehrtägigen Bundeskongress des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) nach Dachau, um sich dort unter anderem Expertenvorträge zu diversen Themen rund um die Haltung und die Zucht von Zierfischen anzuhören.

Viele Jahre lang war Jahnke auch Vorsitzender des Vereins Aquarienfreunde Bückeburg, der aber inzwischen aufgelöst worden ist: „Das ist heute eine andere Welt – es läuft viel übers Internet“, resümiert der 82-Jährige. Statt in solch einem Verein den persönlichen Kontakt mit Gleichgesinnten zu suchen, bevorzugen heutzutage viele Aquarianer das Chatten in Internetforen. wk

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