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Um ein Haar in die größte Führungskrise

Hevesen / FCH-Generalversammlung Um ein Haar in die größte Führungskrise

Mit einem echten Paukenschlag ist die jüngste Generalversammlung des FC Hevesen über die Bühne gegangen. Ausgerechnet dieser Verein, in dem in den vergangenen Jahren – zumindest für den außen stehenden Beobachter – demonstrative Eintracht und Harmonie vorexerziert wurden, leistete sich in diesem Jahr bei den Vorstandswahlen einen handfesten, krachenden Eklat und wäre dabei um ein Haar in die größte Führungskrise seiner Vereinsgeschichte geschlittert.

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Friedhelm Winkelhake.

Quelle: Picasa

Bückeburg. Hevesen (ly). Auslöser der Turbulenzen war der Vorsitzende Friedhelm Winkelhake, der seit rund 35 Jahren die Geschicke des FC Hevesen leitet und der in diesem Jahr seine erneute Wiederwahl zunächst nicht annahm.

 Während der Generalversammlung vor zwei Jahren war Winkelhake noch einstimmig für eine weitere Amtszeit wiedergewählt worden. „Für meinen FC Hevesen gebe ich das letzte Hemd“, hatte Winkelhake damals unter lange anhaltendem Applaus der Vereinsmitglieder verkündet. Von solcher Harmonie war jedoch bei der diesjährigen Vorstandswahl wenig zu verspüren: Zwar wurde Friedhelm Winkelhake erneut mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden wiedergewählt, kassierte dabei aber stattliche 19 Gegenstimmen, viele davon aus den Reihen der geschlossen auf der Jahresversammlung angetretenen dritten Herrenmannschaft. Das bewog den langjährigen Vorsitzenden dazu, die obligatorische Frage von Wahlleiter Gerhard Schöttelndreier, ob er die Wiederwahl annehme, mit „Nein“ zu beantworten.

 Minutenlanger Tumult im Vereinsheim war die Folge: Konsternierte und entsetzte Mienen bei vielen Anwesenden, am meisten beim Wahlleiter: „So eine Lachnummer habe ich noch nie erlebt, das ist ein Trauerspiel für den ganzen Verein“, verkündete der Achumer Ortsvorsteher mit versteinertem Gesichtsausdruck, um anschließend die Versammlung zu unterbrechen und mit einigen Vorstandsmitgliedern und dem amtsunwilligen Vorsitzenden in Klausur zu gehen.

 Während der Aussprache hinter geschlossener Tür gingen unter den übrigen Mitgliedern die Emotionen richtig hoch: Von „Verschwörung“ und „Palastrevolution“ war die Rede, und dass die Stimmen gegen die Wiederwahl Winkelhakes gezielt angestachelt worden seien. „Die wissen überhaupt nicht, was sie da anrichten“, schimpfte sich der zweite Vorsitzende Jörg Harting in Rage. „Die sollen erst einmal einen bringen, der es so gut kann wie Friedhelm Winkelhake.“

 Nach einer Viertelstunde stieg dann jedoch weißer Rauch über dem Konklave auf: „Ich stehe bei der Jugend und bei der Politik im Wort“, erklärte Winkelhake nach der Rückkehr vor die Versammlung, um die zunächst abgelehnte Wiederwahl dann doch anzunehmen. Und erst jetzt offenbarte sich, welche unabsehbaren Folgen eine Demission des ersten Vorsitzenden gehabt hätte: Denn sowohl der stellvertretende Vorsitzende Jörg Harting als auch Fußball-Spartenleiter Ralf Harting, Schriftführer Fred Levenhagen und Jugendleiter Friedhelm Harting erklärten bei ihren Wiederwahlen unisono, nur unter einem ersten Vorsitzenden Winkelhake ihre Tätigkeiten fortsetzen zu wollen.

 Was genau die Gräben im FC Hevesen so sehr aufriss, dass es den Verein zeitweilig über den Abgrund der Führungslosigkeit taumeln ließ, erschloss sich für den außen stehenden Beobachter bis zum Schluss nicht. Da sei wohl „eines zum anderen gekommen“ hieß es auf Nachfrage aus den Reihen der Vereinsmitglieder. Für reichlich Missstimmung hatte auf jeden Fall der Rückzug der zweiten Fußball-Mannschaft aus dem Spielbetrieb gesorgt. Im September 2011 war die B-Garnitur des FC Hevesen zu drei Pflichtspielen nicht angetreten, woraufhin der Spielausschuss des NFV-Kreises Schaumburg das Team von der weiteren Teilnahme in der 2. Kreisklasse ausschloss, was den Verein Strafgelder in dreistelliger Höhe kostete. Bei Altmitglied Rolf Sassenberg lagen darüber auch jetzt nach einem halben Jahr die Nerven dermaßen blank, dass er sich während der Jahresversammlung zu einem veritablen Wutausbruch hinreißen ließ. „Ich bin seit 50 Jahren Mitglied, aber so etwas hat es in all der Zeit noch nicht gegeben“, ereiferte er sich in geradezu hysterischem Tonfall. „Eine echte Katastrophe ist das hier!“ Die Verantwortung für das Debakel um die zweiten Herren sah Fußball-Spartenleiter Ralf Harting jedoch vor allem bei deren Spielern: „Hätten die ihre vor der Saison gegebenen Zusagen eingehalten und uns nicht im Stich gelassen, wäre das alles nicht passiert.“

 Aber auch im Vorstand des FC Hevesen waren in der jüngeren Vergangenheit Risse deutlich geworden, unter anderem darin, dass mit Wolfgang Bonorden einer von zwei Jugendleitern im Januar dieses Jahres das Handtuch warf. Und im Vorfeld der Jahresversammlung muss eine E-Mail, die unter den Vereinsmitgliedern die Runde machte, die Stimmung angeheizt haben. Was genau deren Inhalt war, wollte der wiedergewählte Vorsitzende nicht offenbaren, nur so viel: „Das war von vorne bis hinten totaler Blödsinn. Bevor man solche E-Mails schreibt, sollte man erst einmal den Kopf einschalten.“

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