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Wenn Klänge Geschichten erzählen

Bremer Stadtmusikanten zum Leben erweckt Wenn Klänge Geschichten erzählen

 „Wisst ihr, was das für ein Instrument ist?“, fragt Eva Weiss die Zweitklässler, die in einem großen Halbkreis vor ihr sitzen. „Kontrabass“, meint ein Junge. „Vielleicht ist es ein Cello“, ist von der Gegenseite zu hören. Und dann beginnt das große Raten, denn nichts davon trifft zu.

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Wie man auf- und abschwellendes Meeresrauschen erzeugt, das zeigt die Musikerzieherin mit diesem Instrument.

Quelle: sig

Heeßen. Das war der Anfang einer ungewöhnlichen Musikstunde in der Heeßer Grundschule. Die diplomierte Musikerzieherin Eva Weiss hat nämlich das Erzählen von Musikgeschichten zu ihrem Beruf gemacht. Irgendwann hat sie sich davon verabschiedet, mit einem Ensemble vornehmlich klassische kammermusikalische Werke aufzuführen.

 Ihr neues Metier bedeutet, Geschichten für Kinder mit Musik szenisch umzusetzen. Dabei ist ihr nicht nur ihre Gambe hilfreich, die an höfische Zeiten erinnert, sondern noch eine Vielzahl von Tönen oder Geräusche erzeugenden Geräten. Sie imitieren Vogelstimmen, das Rauschen der Wellen und anderes mehr.

 Daneben hatte sie einen Metalleimer mitgebracht, mit dessen Inhalt sie durch energisches Schütteln schrecklichen Lärm machen konnte. Die Kinder empfanden das natürlich als „geil“ und wünschten sich Wiederholungen. Aber schließlich stand im Mittepunkt dieser Schulstunde doch eine Musikgeschichte. Eva Weiss entschied sich für das Grimm’sche Märchen von den Bremer Stadtmusikanten. Die Töne des Esels, des Hundes, der Katze und des Hahns erzeugte sie mit der Gambe. Auch die gemeinsame Wanderschaft und das Verjagen der Räuber aus einem Haus wurden in Worten und musikalisch dargestellt.

 Das war eine spannende Sache, bei der die Kinder richtig mitgingen. Die meisten von ihnen wussten auch, dass dieses Märchen von den Brüdern Grimm stammt. Als Eva Weiss Bilder einiger anderen Märchen zeigte, konnten auch sie von den Kindern problemlos zugeordnet werden – in den meisten Familien gibt es sicherlich ein grimmsches Märchenbuch.

 Den Abschluss bildete eine kleine Geschichte, die eine Neunjährige verfasst hat. Darin ging es um den Vogelzug, der Jahr für Jahr zu beobachten ist.

 Kein Zweifel – diese besondere Schulstunde hat sehr viel Spaß gemacht und das musikalische Wissen der jungen Zuhörer gemehrt. Die erfahrene Diplom-Musikerzieherin aus Hannover war übrigens nicht zum ersten Mal in der Heeßer Schule.

Von Siegfried Klein

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