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Bückeburg Stadt 127 Menschen betreut
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt 127 Menschen betreut
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00:22 26.03.2018
Horst Struckmeier (von links), Axel Bergmann, Dietmar Weyland und Heiko Tadge überreichen Juliane Frank (Dritte von links) und Dagmar Behrens von der Opferhilfe die Spendensumme aus der Traditionsveranstaltung „Matjes mit Musik“. Quelle: bus
Bückeburg/Stadthagen

„Damit können wir jetzt mit unserer seit längerer Zeit geplanten Projektarbeit beginnen“, freuen sich die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Büros, Dagmar Behrens und Juliane Frank. Sie wollen dabei ein besonderes Augenmerk auf junge Opfer und auf Frauen, denen sexuelle Gewalt widerfahren ist, richten.

Das nun zum 34. Mal organisierte gesellige Ereignis wird vom Wirt des Stadthäger Schützenhauses, Horst Struckmeier („Heringszüchter“), mit Axel Bergmann als Vertreter der Polizei („Heringsbändiger“) und Heiko Tadge als Vertreter der Bundeswehr („Heringspfleger“) ausgerichtet. Bei der Traditionsveranstaltung geht es nicht nur ums Speisen, sondern auch um das Einsammeln von Spenden.

250 Gäste

Die Erlöse der mit mehr als 250 geladenen Gästen besuchten Feier werden stets einer karitativen Einrichtung im Schaumburger Land zur Verfügung gestellt. Das Vorschlagsrecht für den Empfänger liegt in den Händen des jahresbesten Kleinkaliberschützen des in Stadthagen auf die Beine gestellten Polizeigästeschießens. In diesem Jahr erwarb der Stadthäger Rechtsanwalt Dietmar Weyland die Würde des „Heringskönigs“.

Da der Jurist häufig mit dem Opferhilfebüro zusammenarbeitet, lag die Wahl gewissermaßen auf der Hand. Das 2002 gegründete Bückeburger Büro hat im zurückliegenden Jahr insgesamt 127 Personen unterstützt. Das Engagement erreichte die Kommunen Bückeburg (23 Personen), Stadthagen (18 Personen), Rinteln (16), Obernkirchen (10), Nienstädt (9), Eilsen und Nenndorf (jeweils 6), Lindhorst und Rodenberg (jeweils 4), Sachsenhagen (3) sowie Niedernwöhren und Auetal (jeweils 2). 24 Klienten hatten ihren Wohnsitz außerhalb des Landkreises.

Gewalt und sexuelle Übergriffe

Bei den Delikten ging es vor allen Dingen um die körperliche Unversehrtheit (60 Personen) und die sexuelle Selbstbestimmung (39). In der Zahl der Fälle folgten Stalking (8), Raub und Erpressung (5) sowie Betrug und Untreue (3). Im Bereich der Körperverletzungsdelikte waren 43 Personen von Gewalt im sozialen Nahbereich betroffen.

Wie Frank und Behrens berichten, gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden erneut „sehr gut“. Die Kommissariate zeichneten im Jahr 2017 für die Vermittlung von 43 Personen verantwortlich. Weitere Vermittlungen erfolgten über Einrichtungen wie Ämter, Jobcenter, Rechtsanwaltskanzleien, Arztpraxen und soziale Einrichtungen (29) sowie Opferhilfebüros (17) und Justiz (9). 29-mal ging die Betreuung auf Eigeninitiative zurück.

Mit der Spende von „Matjes mit Musik“ sollen unter anderem ein Faltblatt des Arbeitskreises „Nebenklage und psychosoziale Betreuung“, Vorträge und Fortbildungen sowie die Ausbildung einer Kollegin aus dem Netzwerk zur psychosozialen Prozessbegleiterin mitfinanziert werden. bus