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1300 Tonnen Stahlbeton auf Wanderschaft

Regioport 1300 Tonnen Stahlbeton auf Wanderschaft

Alles in allem wohl eine Viertelstunde pro Meter“, meinen die Fachleute der Firma Bockermann Fritze Ingenieur Consult auf das Vorwärtskommen angesprochen, zu dem sie einem ausgewachsenen Eisenbahnbrückenbauwerk verhelfen können.

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Blick von Osten Richtung Gewerbegebiet Päpinghausen: Die Konstruktion wird zu ihrem endgültigen Standort geschoben. 

Quelle: bus

Bückeburg. Spezialisten der in Enger ansässigen Firma (Planung) haben am Osterwochenende gemeinsam mit Mitarbeitern der Herforder Wilhelm Scheidt Bauunternehmung (Bau) am Rand des für die Errichtung des Containerumschlagplatzes Regioport vorgesehenen Areals ein technisches Glanzstück abgeliefert.

Für die Erschließung des Hafengeländes per Straßenverkehr war von den Terminalplanern frühzeitig die durch das Gewerbe- und Industriegebiet Päpinghausen führende Magdeburger Straße ausgewählt worden. An deren östlichem Ende befanden sich bislang allerdings zwei Unterführungen (Bundesstraße 482 und Bundesbahntrasse), die den in Aussicht stehenden Anforderungen in keiner Weise entsprachen.

Die jeweils knapp vier Breitenmeter messenden Durchlässe boten allenfalls Platz für kleinere landwirtschaftliche Fahrzeuge. Da die Erneuerung der Eisenbahnbrücke nicht im laufenden Verkehr erfolgen konnte, haben die Bauexperten in den zurückliegenden Monaten eine Konstruktion neben der Trasse in die Höhe gezogen. Dieses Bauwerk ist jetzt an seinen endgültigen Standort verfrachtet worden.

Das Unterfangen erforderte eine erhebliche Vorlaufzeit. Unter anderem, weil seitens der Deutschen Bahn AG eine sogenannte Sperrpause für den Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Minden-Nienburg notwendig war. Da für die Verbindung keine Ausweichstrecke zur Verfügung steht, musste die Bahn einen Personenersatzverkehr vorhalten.

„Insgesamt haben die Abstimmungen einen Zeitraum von etwa vier Jahren in Anspruch genommen“, erklärt Malte Wittbecker von der Geschäftsstelle des Planungsverbandes Regioport. Am Karfreitag rauschte gegen 9.45 Uhr der für rund 78 Stunden letzte Zug über die Magdeburger Straße.

In diesem Zeitfenster musste zunächst die alte Brücke abgerissen, Gleise und Schotter entfernt sowie eine dem neuen Bauwerk entsprechende Lücke in den Bahndamm gebaggert und eine spezielle Schienenkonstruktion installiert werden. Dann erfolgte mittels zehn Hub- und Schubpressen der Vorschub und schließlich die Wiederherrichtung des Dammes.

Der mehr als 1300 Tonnen wiegende Koloss legte etwa 32 Meter zurück. Er bietet den Verkehrsteilnehmern fast dreimal so viel Platz wie bisher. Statt vier Metern beträgt die Breite nun inklusive Geh- und Radweg 11,5 Meter.

An den Gesamtkosten von rund 1,05 Millionen Euro beteiligt sich Auskünften von Mindens Bürgermeister Michael Buhre zufolge die Bahn AG mit rund 25 Prozent. Auf den verbleibenden Anteil zahlt das Land Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss von 60 Prozent aus einem Programm für den kommunalen Straßenbau.

Zudem gibt es Geld vom Bund für den Grunderwerb zum ersten Hafen-Teilbauabschnitt sowie für die Erschließung des Terminal-Gebietes. Bei der Hafen GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Mindener Entwicklungs- und Förderungsgesellschaft mbH, rechnet man mit einem Eigenanteil von rund 230 000 Euro.

Das von zahlreichen Schaulustigen beobachtete Großereignis ist nicht das einzige Osterspektakel gewesen, das die Bahn über die Feiertage bundesweit geboten hat. Sobald die größte Reisewelle am Gründonnerstag abgeklungen ist, nutzt die Bahn üblicherweise die Zeit, um ihr Schienennetz auf Vordermann zu bringen.

In diesem Jahr wurden mehr als 250 Baustellen gezählt. Summa summarum sollten 70 Kilometer Schienen, 120 Weichen, 200 000 Schwellen und 50 Brücken erneuert werden. bus

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