Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
21 Monate Freiheitsstrafe

Missbrauch unter der Dusche im Weserangerbad 21 Monate Freiheitsstrafe

Mehr als zwei Jahre nach einem Fall von sexuellem Missbrauch im Weserangerbad hat das Bückeburger Landgericht den Täter verurteilt. Ins Gefängnis muss der Rintelner (40) jedoch nicht. Die 1. Große Jugendkammer erkannte auf einen minderschweren Fall und beließ es bei einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten.

Voriger Artikel
FDP bildet Gruppe mit BfB und WIR
Nächster Artikel
Verwaltung fürchtet Parallelstrukturen

Symbolbild

Quelle: dpa

RINTELN/BÜCKEBURG. Nach drei Verhandlungstagen gehen die Richter davon aus, dass der Rintelner einen sieben Jahre alten Jungen aus Hameln unter der Dusche und in einer Umkleidekabine missbraucht hat. In den Körper des Kindes eingedrungen ist er dabei nicht. Im Freibad war an jenem 18. Juli 2014 recht viel Betrieb. Tatort Nummer eins: die letzte Dusche. „Andere Personen im Raum konnten das Tatgeschehen nicht ohne Weiteres sehen“, erklärt Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der Kammer.

Als überführt gilt der Angeklagte unter anderem, weil DNA-Spuren von ihm im Intimbereich des Jungen gefunden worden waren. Der Rintelner hatte erklärt, er könne sich dies nur so erklären, dass seine DNA dorthin gespült worden sei. Er will dem Jungen zuvor die Haare gewaschen haben. Täter und Opfer kannten sich nicht. Außerdem hatte der Junge eine Narbe am Kopf des Fremden beschrieben. Als widerlegt gilt die Behauptung des 40-Jährigen, er gehe nie in die Umkleidekabine. Ein Zeuge hatte gesehen, wie er eine Kabine betreten wollte. Hinzu kommt, dass der Rintelner seine Darstellung im Verlauf des Verfahrens änderte.

Junge konnte Intimbereich beschreiben

Vor Gericht erzählte der Angeklagte erstmals, dass er dem Siebenjährigen die Haare gewaschen habe. „Damit“, so Richter Kütemeyer, „passte er seine Aussage dem Umstand an, dass bei dem Kind DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden waren.“ Außerdem hatte der Junge eine ziemlich treffende Beschreibung vom Intimbereich des Mannes geliefert, wie der Abgleich mit einem Lichtbild zeigte. Bewährung gewährte die Kammer, weil der Angeklagte ein nicht vorbestrafter Ersttäter sei, der sich seitdem nichts mehr habe zuschulden kommen lassen. Er hat Arbeit und ist fest mit einer Frau zusammen.

Aus all dem leitet das Gericht eine günstige Sozialprognose ab. Für einen minder schweren Fall spricht aus Sicht der Richter unter anderem, dass es sich um eine Spontantat gehandelt habe und bei dem Kind keine negativen Folgen erkennbar seien. Staatsanwalt Florian Krack hatte drei Jahre Haft gefordert. Er sah keinen minderschweren Fall. Zum Schutz des Jungen hatte das Gericht über weite Strecken unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Ein Sachverständiger, der die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers beurteilen sollte, war zu dem Schluss gekommen, es sei zumindest nicht ausgeschlossen, dass der Junge sich die Tat ausgedacht haben könne.

Das Gericht kommt zu einer anderen Einschätzung. „Die Kammer hält die Aussage des Jungen für glaubhaft“, stellte Kütemeyer klar. „Er hat das Kerngeschehen immer gleichlautend geschildert.“ Es gebe keine Hinweise, dass das Kind sich dies ausgedacht haben könne. Der Schuldspruch lautet auf schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes. ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg