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22.000 Euro von Seniorin abgezockt

Betrüger locken mit Gewinnversprechen 22.000 Euro von Seniorin abgezockt

Mutmaßliche Betrüger haben eine 74-jährige Frau aus Bückeburg um insgesamt 22.000 Euro geprellt.

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Quelle: dpa

Bückeburg (jcp). Für die Auszahlung eines angeblichen Gewinns sollte die Seniorin immer wieder „Gebühren“ zwischen 1500 und 3800 Euro auf drei deutsche Konten überweisen. Schließlich informierte die Sparkasse Schaumburg die Polizei in Bückeburg. Jetzt laufen die Ermittlungen. Vermutlich ist die 74-Jährige Opfer eines Betrügerrings geworden.

 Der Tathergang, wie Polizei und Sparkasse ihn schildern: Im Dezember bekam die Seniorin einen Anruf. Ein Mann am anderen Ende gab vor, er rufe im Auftrag eines türkischen Gewinnspiels an. Er gratulierte der Frau. Sie habe wahlweise ein Auto oder 45000 Euro gewonnen. Da die Bückeburgerin keinen Führerschein hat, entschied sie sich für das Geld. Der „Gewinnanbieter“ erwiderte, für eine Auszahlung seien zunächst Gebühren zu entrichten.

 Die Beträge reichten vom unteren bis zum mittleren vierstelligen Bereich. „Das sind Summen, die nicht sofort auffallen“, sagt Werner Nickel, Pressesprecher der Sparkasse Schaumburg.

 Im Laufe der Wochen wuchs das „Glück“ der Seniorin. Wiederum per Anruf teilte ihr jemand mit, der Hauptgewinner sei abgesprungen. Damit steige ihr großes Los sogar auf 120000 Euro. Leidliches Manko: Selbstredend würden mit dem erhöhten Gewinn und weitere Gebühren fällig.

 Jetzt wurden die Mitarbeiter der Sparkasse aufmerksam. Insgesamt 22.000 Euro hatte die Seniorin im Verlauf von knapp drei Monaten überwiesen. Das Geldinstitut informierte die Polizei.

 Der Betrugsverdacht habe sich relativ schnell erhärtet, sagt Diana Hansing vom Ermittlungsdienst der Bückeburger Polizei. Vermutlich ist die 74-Jährige sogar Opfer eines größeren Verbrecherrings geworden. „Eines der Konten ist bereits aus anderen Fällen bundesweit bekannt“, sagt Hansing. In Bückeburg handele es sich aber um die erste Anzeige dieser Art.

 Dass die Seniorin ihr Geld wiederbekomme, sei unwahrscheinlich. Derzeit vermuten die Ermittler, dass das Geld ins Ausland weitergeleitet wurde. Dort, sagt Hansing, gälten oftmals weniger strenge Vorschriften für die Eröffnung eines Kontos. Hinterlegte Daten müssten nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, die tatsächlichen Kontoinhaber bleiben im Dunkeln.

 Die Ermittlerin rät: Bei Zweifeln die Bank oder Sparkasse oder direkt die Polizei ansprechen. Gewinnversprechen, erst recht gegen Gebührenauflage, ignorieren. Hansing: „Wenn ich wirklich etwas gewonnen habe, kommt das schon irgendwie zu mir.“

 Der Fall könnte im Zusammenhang mit einer jüngst aufgeflogenen, regelrechten Betrügerkampagne stehen. Die Täter gingen nach ähnlichem Muster vor wie in Bückeburg und erbeuteten mehr als 13 Millionen Euro.

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