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300 Hooligans prügeln aufeinander ein

Am Bückeburger Bahnhof 300 Hooligans prügeln aufeinander ein

Mehr als 300 Magdeburger und Dortmunder Hooligans haben sich am Sonnabend auf dem Bahnsteig am Bückeburger Bahnhof eine wilde Schlägerei geliefert. Die Polizei spricht von mindestens einem Verletzten. Blutflecken auf dem Bahnsteig zeugen davon. Doch noch bevor die Beamten eintrafen, waren die beiden Gruppen wieder in ihre jeweiligen Züge gestiegen und weitergefahren.

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BÜCKEBURG. Es war 9.45 Uhr, als die S1 mit den insgesamt 320 Dortmund-Anhängern sowie die Westfalenbahn mit den 220 Magdeburg-Fans aufeinandertrafen. Beide Züge setzten sich nach Behördenangaben in Bewegung, als sowohl die Magdeburger als auch die Dortmunder plötzlich die Notbremsen zogen. Etwa 300 Personen stiegen aus und schlugen auf dem Bahnsteig unvermittelt aufeinander ein. Auch Flaschen flogen. Ein sogenannter Fan soll auch im Gleisbett gelandet sein. Nach etwa drei Minuten Massenschlägerei halfen sich die Kontrahenten gegenseitig auf die Beine, rauchten noch eine Zigarette zusammen, stiegen in die jeweiligen Züge und fuhren weiter. Die Dortmunder zur Partie nach Wolfsburg und die Magdeburger nach Münster. Die Zugführer wollten durch das rasche Weiterfahren eine erneute Schlägerei offenbar vermeiden.

Ein Anhänger des BVB musste beim Halt in Wunstorf medizinisch versorgt werden. Er hatte Gesichtsverletzungen und ein paar lockere Zähne zu beklagen. Gegenüber der Polizei wollte sich der Hooligan allerdings an nichts erinnern.

Die zuständige Bundespolizei steht mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang. „Wir haben von den Ausschreitungen erst im Nachhinein erfahren“, sagt ein Behördensprecher im Gespräch mit den SN. Auch die Bückeburger Polizisten wurden erst später zum Bahnhof alarmiert. Aus diesem Grund wurde bereits das Videomaterial von den dortigen Kameras sichergestellt.

Doch warum konnten die beiden Gruppen, die für ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind, ohne polizeiliche Begleitung beziehungsweise Sicherung aufeinandertreffen? Die Bundespolizei macht keinen Hehl daraus, diese mögliche Begegnung in Bückeburg nicht im Blick gehabt zu haben. „Dass die ausgerechnet in Bückeburg aufeinandertreffen, hatte niemand auf dem Schirm“, sagt ein Sprecher auf Anfrage. An Bundesligaspieltagen werden Bahnhöfe und Bahnstrecken in jeweilige Gefährdungsabschnitte eingeordnet. Besonders Hannover sei als Umsteigebahnhof problematisch. „Das ist eine ständige Herausforderung“, heißt es vonseiten der Behörde.

Ob im Fall der Schlägerei in Bückeburg gegen Beteiligte strafrechtlich vorgegangen werden kann, werden die weiteren Ermittlungen der Bundespolizei zeigen. In diesem Zusammenhang bitten die Beamten dringend um Aussagen von Augenzeugen. Diese sollten sich telefonisch in der Dienststelle in Hannover unter (05 11) 30 36 50 melden.
Apropos Aufeinandertreffen: Sportlich begegnen sich der 1. FC Magdeburg und Borussia Dortmund in der zweiten Pokalrunde Ende Oktober wieder. Es ist das erste Mal seit 2007, dass es zu dieser Partie kommt. vin

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