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Bückeburg Stadt 340 Anwohnern hilft der Lärmschutz nichts
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt 340 Anwohnern hilft der Lärmschutz nichts
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06:16 16.04.2012
Ein Zug im Bückeburger Bahnhof: Was für die Pendler ein Segen ist, ist für die Anrainer ein Ärgernis, der Lärm durchfahrender Züge.
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Bückeburg (rc)

Im Stadtgebiet wird auf der südlichen Seite der Bahntrasse in Höhe der Friedrich-Bach-Straße bis zur Querung mit der Umgehungsstraße B 65 eine rund 800 Meter lange Lärmschutzwand gebaut. Aktiver Lärmschutz, wie es die Experten nennen. Sie wird eine Höhe von zwei Metern haben und soll den Lärm um acht Dezibel senken, so die Berechnungen der Ingenieure. In Achum wird – ebenfalls auf der Südseite – eine rund 700 Meter lange Lärmschutzwand errichtet, die drei Meter hoch sein wird. Direkte Lärmschutzmaßnahmen an Gleisen und Brücken wird es nicht geben. Hier fehlen noch Untersuchungen und Empfehlungen des Bundesverkehrsministeriums, deren Veröffentlichung derzeit noch nicht bekannt ist, so der Ingenieur.
In Evesen und Petzen wird es keinen aktiven Schallschutz geben, da der Kosten-Nutzen-Faktor von 1 nicht erreicht wurde. Hier können die Hausbesitzer nur passive Schallschutzmaßnahmen an ihren Immobilien vornehmen.
Im Bückeburg wurden bei den Untersuchungen insgesamt 460 Wohneinheiten ermittelt, bei denen der Lärmpegel von 60 Dezibel bei Nacht beziehungsweise 70 Dezibel bei Tag überschritten wurde. Nach der Sanierung werden es immer noch 340 Wohneinheiten sein, die mit Lärm zu rechnen haben, der über den Grenzwerten liegt. Insgesamt nicht sehr befriedigend, er habe mit mehr gerechnet und auf mehr gehofft, räumte Uwe Kortylak ein. Allerdings sei seine Planungsstelle an die Vorgaben und Richtlinien der Bundesbehörde gebunden, die jedes einzelne Projekt prüfe und gegebenenfalls den Rotstift ansetzt. „Es gibt wenig Spielraum, wir versuchen schon, das Optimum zu erreichen.“ Insgesamt wurden 8,6 Kilometer Bahntrasse in Bückeburg untersucht.
Bei den Berechnungen gingen die Ingenieure davon aus, dass 2025 täglich 268 Züge Bückeburg durchfahren werden, derzeit sind es täglich 249 Züge. Zwischenzeitlich war sogar von 380 Zügen täglich ausgegangen worden, diese Prognose wurde inzwischen aber revidiert.
Die betroffenen Hausbesitzer und Wohnungseigentümer wies Uwe Kortylak auf den Anspruch auf passiven Lärmschutz hin, den sie an den Immobilien umsetzen können. Die betroffenen Hausbesitzer werden von der Bahn weit im Vorfeld direkt angeschrieben und erhalten ein Antragsformular. Wer will, kann aber auch im Bauamt in eine entsprechende Liste schauen. Wer einen Antrag stellt, erhält Besuch von einem Gutachter, der eine Wohnungsbegehung durchführt und die erforderlichen Maßnahmen festlegt. 75 Prozent der privaten Lärmschutzmaßnahmen werden auf Basis des günstigsten Kostenvoranschlags aus den Bundesmitteln finanziert. Die restlichen 25 Prozent trägt der Eigentümer selbst, diese Eigenbeteiligung berücksichtige die Wertverbesserung des Gebäudes.
Der Haken an den passiven Lärmschutzmaßnahmen: Die Zuschüsse fließen nur, wenn die Immobilie vor 1974 erbaut worden ist. Wie Kortylak ausführte, sei dieser Punkt der Grund, warum in Petzen und Evesen kein aktiver Lärmschutz umgesetzt werden kann: Entlang der Bahn stehen zu viele Gebäude, die erst nach 1974 errichtet worden sind, in Achum sind die Gebäude dagegen zum Teil deutlich älter.
Der Ingenieur machte insofern Hoffnungen, dass der Lärm der durchrauschenden Züge in den kommenden Jahren durch weitere Verbesserung der Technik abnimmt. Laut einer EU-Verordnung müssen ab 2013 Güterwagen – Lärmquelle Nummer eins – so umgerüstet werden, dass sie weniger Lärm machen. Sollte tatsächlich die Güterzugstrecke über Hameln und Löhne kommen, werde Bückeburg entlastet. „Aber das steht komplett in den Sternen.“

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