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Bückeburg Stadt 350 Engagierte tauschen sich aus
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt 350 Engagierte tauschen sich aus
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00:19 15.02.2018
Im Anschluss an den offiziellen Teil kommen die Besucher im Innenraum der Stadtkirche zusammen. Quelle: bus
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BÜCKEBURG

„Es lief wesentlich besser als erwartet“, erklärte Bürgerservice-Fachgebietsleiter Christian Schütte.  Der unter das Motto „Suchet der Stadt Bestes“ gestellte Nachmittag erlebte im Anschluss an einen christlich geprägten Auftakt mit Vaterunser und Segen ein recht entspanntes und zwangloses Beisammensein.

 Für die musikalische Begleitung zeichneten Band und Posaunenchor der Stadtkirchengemeinde sowie der Kammerchor Cantemus verantwortlich. In den von Pastor Jan-Uwe Zapke moderierten Gesprächsteilen kamen Landesbischof Karl-Hinrich Manzke und Bürgermeister Reiner Brombach sowie in einer Interviewrunde Julia Driftmeier (Con Voce), Heike Marx (Flüchtlingshilfe), Thomas Cross (VfL Bückeburg) und Stadtjugendfeuerwehrwart Maximilian Vauth zu Wort.

Für das Gemeinwohl der Stadt

 „Das Laster der Kleinstadt ist der Klatsch, das Laster der Großstadt ist die Gleichgültigkeit“, stellte Zapke seinen Begrüßungsworten ein Zitat des US-amerikanischen Schriftstellers Tom Wolfe voran. Gleichgültigkeit bedeute den Tod für jedes Gemeinwesen, erklärte der Pastor. Es stelle etwas ganz Besonderes dar, so viele Menschen zu treffen, die alle in irgendeiner Weise miteinander verbunden seien und sich um das Allgemeinwohl der Stadt kümmerten.

Manzke äußerte in der Psalm-Lesung gemeinsam mit den Gästen im Wechsel mehrere Wünsche. „Ich wünsche, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“, lautete eines der Anliegen. „Du musst hinsehen, dann wirst du entdecken, dass die Treue wächst auf der Erde und die Gerechtigkeit schon vom Himmel herabschaut“, hieß es in der Antwort.

 In einem mit Zapke geführten Hintergrundgespräch brachte der Landesbischof seine Anerkennung über das Engagement der örtlichen Gästeführer zum Ausdruck. Er sei immer wieder beeindruckt, wie begeistert die Führer von ihrer Stadt reden. Mit Blick auf die Berühmtheiten der Stadt – Johann Gottfried Herder, Johann Sebastian Bach und Hermann Löns – mochte Manzke Letzterem nicht vollends zustimmen. Der Heidedichter habe behauptet, wer ein Jahr in Bückeburg gelebt habe, spanne im Gehirn langsam ab. Und hier werde man schnell alt. Was zu widerlegen sei.

Zivilcourage gefordert

 Anschließend vergaß der Bischof nicht, auch dunkle Kapitel der Stadtgeschichte, wie etwa Geschehnisse aus dem Dritten Reich, ins Gedächtnis zu rufen. „Manchmal muss man das Beste der Stadt suchen, indem man eine Minderheitenmeinung vertritt“, betonte Manzke. Mitunter sei Zivilcourage gefordert, und man müsse gegen die Mehrheitsmeinung antreten.

 Brombach erinnerte daran, dass der Prophet Jeremia nicht nur die Aufforderung „Suchet der Stadt Bestes“ formuliert, sondern gleichzeitig auch eine Rückbesinnung auf Werte wie Nächstenliebe, Demut, Fleiß, Disziplin und Übernahme von Verantwortung angemahnt habe. Und augenzwinkernd in die Stadtgeschichte schauend erhellte der Bürgermeister die Entscheidung von Fürst Ernst, seinen Regierungssitz anno 1604 von Stadthagen nach Bückeburg zu verlegen: „Er hat das Beste gesucht und er hat es gefunden.“

 Das ehrenamtliche Engagement der Bürger, gab Brombach – jetzt wieder in ernstem Tonfall – zu verstehen, stelle eine der tragenden Säulen der Stadt dar, „auf die wir sehr stolz sind“. Es trage dazu bei, die Stadt lebens- und zugleich liebenswert zu machen. „Ich verspreche Ihnen im Namen von Rat und Verwaltung, dass wir alles tun werden, um dieses Engagement auch weiterhin zu fördern“, unterstrich Brombach. bus

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