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400 Jahre Adolfinum: Programm steht

Bückeburg / Jubiläum 400 Jahre Adolfinum: Programm steht

Die Eltern Ernst zu Holstein-Schaumburg und dessen Gattin Hedwig sind bekannt, aber der genaue Tag der „Geburt“ ist nicht mehr exakt zu bestimmen. Da hat man sich am Gymnasium Adolfinum dafür entschieden, gleich ein ganzes Jahr lang Geburtstag zu feiern. 400 Jahre höhere Schule in Bückeburg – das ist schließlich eher außergewöhnlich in der deutschen Schullandschaft.

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Fürst Ernst ist Gründer der höheren Schule.

Quelle: pr.

Bückeburg. Seit gut einem Jahr hat sich eine Vorbereitungsgruppe mit der Planung beschäftigt. Nun trifft man sich am kommenden Dienstag um 17 Uhr in der Schule zur zunächst letzten Sitzung, denn das Programm steht. Einige Veranstaltungen sind ausschließlich Sache der derzeitigen Schüler und Lehrer, andere sind öffentlich und werden zu gegebener Zeit beworben. Zunächst fährt die gesamte Schule am 27. Januar 2014 nach Wolfsburg, um dort als geschlossene Gesellschaft einen Tag im Zukunftszentrum „Phaeno“ zu verbringen. 1000 Bückeburger auf Tour, was für ein Auftakt! Ein Bogen wird gespannt von 1614 bis in eine Zeit, in der andere wieder Rückschau halten werden – etwa anlässlich des 500. Geburtstags im Jahr 2114.

 Der eigentliche Festakt zum Schuljubiläum findet am 15. Februar im Forum der Schule statt. Als Festredner konnte Ex-Vizekanzler Philipp Rösler gewonnen werden – ehemaliger Adolfiner mit einem außergewöhnlichen Lebensweg. Kleine Beiträge mit Musik, Theater und Kleinkunst sowie Sequenzen aus einem Schülerfilm zum Jubiläum bilden das Rahmenprogramm der Veranstaltung, die natürlich von Schülern moderiert wird. Schulleiter Michael Pavel legt nämlich großen Wert darauf, dass auch im Jahr des Jubiläums vor lauter Erinnerungsseligkeit nicht vergessen wird, dass man sich am Adolfinum den Schülern verpflichtet weiß. Herder steht Pate: „Gymnasium nämlich heißt Ort und Anstalt der Übung: in allem, was gut ist…“

 „Löns – ein Desaster“ ist die Eigenproduktion betitelt, mit der am 16. und 17. Februar satirisch auf die Frage reagiert wird: „Wohin mit den Gebeinen?“ Um die sterblichen Überreste des Kriegstoten von 1914 hatte es 1934 eine delikate Kontroverse gegeben, an der Bückeburg in Wahrheit nicht beteiligt war. Das wird mit Mitteln der Theaterkunst korrigiert. Als Chefredakteur der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung hatte Löns auf seine Art Spuren hinterlassen. Der Vorverkauf für das „Desaster“ mit „Führerbesuch“ beginnt Anfang Februar.

 Über das Jahr verteilt folgen Veranstaltungen aus den Bereichen Sport, Kunst, Musik und Literatur. Die Musikpädagogen Agnes Bergmann-Thiel und Olaf Mengeling und ihre Formationen mischen gleich bei mehreren Events mit. Eine Projektwoche im Juli steht unter dem Motto „Schule in der Zeitmaschine“. Zurzeit werden Vorschläge gesammelt, der Himmel der Ideen ist weit aufgespannt zwischen vollendeter Vergangenheit mit Schiefertafel und Rohrstock und der Science Fiction der Lernmaschinen. Auch hier arbeitet eine Theatergruppe schon an der Vorbereitung des Hausstücks „Adolessons“. Eine Sternwanderung nimmt am 28. Juli die Schule zum Ziel. Das folgende Schulfest rund um die Schule soll Köstlichkeiten aus aller Welt bieten. Wie man die lieben Nachbarn einbeziehen kann, wird noch überlegt.

 Ehemalige Adolfiner sind bereits besonders angesprochen, wenn am 30. und 31. Mai zum Rudern an den nach Rusbend und zum Segelfliegen ins Röcker Feld eingeladen wird. Das eigentliche Ehemaligentreffen findet dann vom 3. bis 5. Oktober in Bückeburg statt. Eine Gruppe um Steffen Behlau und Johanna Woydt hat die Vorbereitung in die Hand genommen. Ein Ball im Rathaussaal gehört zu den Höhepunkten. Auch ehemalige Adolfiner werden an dem Wochenende rund um den Tag der Deutschen Einheit bei der künstlerischen Gestaltung mitwirken. Und die Schule öffnet ihre Tür an einem Tag für die Ehemaligen, die teils vielleicht noch in der Ulmenallee aufs Gymnasium gingen.

 Natürlich feiert man nicht allein und unter sich im Adolfinum. Als Kooperationspartner wurde die Landeskirche gewonnen (Gospelprojekt und ökumenischer Gottesdienst). Das Bundespolizeiorchester Hannover gibt gemeinsam mit der Big Band der Schule ein Benefizkonzert auf dem Marktplatz. Das Staatsarchiv Bückeburg war in die Vorarbeiten für die Festschrift einbezogen. Sparkasse Schaumburg, Volksbank in Schaumburg und Schaumburger Landschaft stehen mit gezielt eingesetzten finanziellen Mitteln an der Seite der Schule. Und der Kulturverein Bückeburg ist ohnehin immer im Gespräch mit der Fachschaft Deutsch.

 Wenn am 18. Dezember 2014 das Jubiläumsjahr ausklingt mit Aischylos’ Drama „Der gefesselte Prometheus“ und einem vorchristlichen Lichtfest, liegen mehr als 20 Veranstaltungen hinter der Schulgemeinschaft und den Interessierten aus Bückeburg und Umgebung. Die Vorbereitungsgruppe wird Rückschau halten. Natürlich gehören auch prominent besetzte Fachvorträge zum Jubiläumsprogramm (Bericht folgt) und eine professionell gestaltete Festschrift, an deren Erstellung auch ehemalige Adolfiner wie Darjush Darvar (Layout) beteiligt sind. Erscheinungstermin: 15. Februar 2014.

 Der Eingangsbereich der Schule wird in den kommenden Wochen noch vom pensionierten Kunstpädagogen Jürgen Welker und ein paar Pennälern so gestaltet, dass der Anlass der ganzen Feierei ins Auge springt. Eine wahrlich vorweihnachtlich anmutende Idee für das große Adolfinertreffen im Herbst war kürzlich im Lehrerzimmer zu vernehmen: 1 Euro als Spende für das Schulprojekt des Adolfinum in Guatemala, jedes Mal, wenn an diesen drei tollen Tagen im Oktober Sätze fallen wie: „Weißt du noch, wie wir damals…?“ r

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