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43 Kinder brauchen neue Plätze

Haus des Kindes 43 Kinder brauchen neue Plätze

Die Eltern einer Kindergartengruppe und zweier Krippengruppen im Haus des Kindes sitzen zwischen allen Stühlen. Der Grund sind die Trägeranteile in Höhe von rund 30 000 Euro jährlich. Die Stadt und die PLSW als Betreiber der Einrichtung konnten sich nicht einigen, wer diese übernehmen soll.

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Die PLSW hat die Kooperationsvereinbarung mit der Stadt für eine Kindergartengruppe und zwei Krippengruppen im Haus des Kindes mit Wirkung zum 31. Juli 2017 gekündigt, weil keine Einigung über die Übernahme von Trägeranteilen in Höhe von 30000 Euro hat erzielt werden können. Der heilpädagogische Bereich des Haus des Kindes ist nicht betroffen.

Quelle: rc

Bückeburg. Die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland hat daraufhin mit Wirkung zum 31. Juli 2017 den Kooperationsvertrag gekündigt. Das sorgt für Aufregung bei den Eltern. Denn zum 1. August 2017 brauchen 18 Kinder der Integrativen Kindergartengruppe und rund 25 Kinder der beiden Krippengruppen neue Plätze.

Diese sind ihr von der Stadt in mehreren Gesprächen zugesagt worden. Die Krippengruppen sollen in die neue Krippe in der ehemaligen Blindow-Schule an der Hinüberstraße ziehen, die am 1. August 2017 in Betrieb genommen werden soll. Die Kindergartengruppe soll zunächst in der Kita am Unterwallweg in Räume einer Krippengruppe einziehen, die ebenfalls in die Hinüberstraße zieht. Nun haben die Eltern Angst, dass die neue Einrichtung an der Hinüberstraße nicht rechtzeitig fertig wird, wie einer der Eltern, Steffen Huth, gegenüber dieser Zeitung sagte.

Ein klarer Rückschritt

Zudem fragten sich viele Eltern, ob die Betreuungszeiten – zwei mal Ganztags-, einmal Übermittagsbetreuung – in gleicher Weise von der Stadt angeboten werden. Huth: „Viele Eltern sind auf die langen Betreuungszeiten angewiesen, um arbeiten zu können.“ Und ob es erneut Integrative Gruppen werden, sei ebenfalls unklar: „Überall werde Inklusion großgeschrieben, nur hier nicht.“ Auf jeden Fall sei es ein klarer Rückschritt, da sich die Kinder auch an ein neues Umfeld gewöhnen müssten. Ob die Gruppen zusammenbleiben und ihre bestehenden Bezugspersonen behalten, sei ebenfalls offen: „Wir sind schockiert.“

Die Stadt hatte jedenfalls für gestern Abend alle Eltern zu einem Info-Abend geladen. Die PLSW hat die betroffenen Eltern zunächst mündlich, dann in einem zweiseitigen Schreiben über die Kündigung und die Hintergründe informiert.

Wie sowohl Stadt als auch PLSW zu den Gründen der Kündigung mitteilten, gab es lange Jahre eine Kooperation zwischen der Stadt und dem Paritätischen, der bis 2013 Träger der heilpädagogischen Einrichtung war, ehe sie in die Trägerschaft der PLSW überging. 2015 wurde eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die seit Anfang 2016 neu verhandelt worden ist. Darin war auch festgehalten, dass die PLSW einen Trägeranteil von 30000 Euro zu übernehmen hat, wie es das Konzept der Stadt bei allen freien Trägern anderer Kinderbetreuungseinrichtungen vorsieht.

Bückeburg verfolge ein anderes Konzept

Nur: Diesen Trägeranteil kann und darf die PLSW nicht mehr tragen, da sie ein Sozialdienstleister für Menschen mit Behinderungen ist und personenbezogene Eingliederungshilfen von den Sozialhilfeträgern erstattet bekommt, wie PLSW-Geschäftsbereichsleiterin Franka Stefanski im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte: „Es ist uns untersagt, diese Gelder für die Finanzierung eines Regelkindergartens einzusetzen.“ Dies sei der Stadt auch mehrfach mitgeteilt worden und ein entsprechender Antrag an die Stadt Bückeburg auf Übernahme des Trägeranteils gestellt worden. Diese Kostenübernahme sei in anderen Kommunen des Landkreises möglich, so Stefanski. Bückeburg verfolge ein anderes Konzept, man könne die Entscheidung der Stadt nachvollziehen, aber: „Leider leider, wir bedauern die Kündigung der Vereinbarung sehr.“

Wie Bürgermeister Reiner Brombach mitteilte, hat sich die Stadt gegen die Änderung der Kooperationsvereinbarung und die Übernahme des Trägeranteils ausgesprochen. Die Stadt habe mit allen freien Trägern annähernd vergleichbare Vereinbarungen geschlossen, die die Übernahmen eines Trägeranteils beinhalten. Es sei damit zu rechnen, dass andere Träger zukünftig eine Gleichbehandlung einfordern würden.

Eine Forderung, die nach Informationen dieser Zeitung in einer nicht-öffentlichen Sitzung des zuständigen Ausschusses seitens eines kirchlichen Trägers auch bereits gestellt wurde. Eine Besserstellung der PLSW sei daher nicht zu rechtfertigen, hieß es im Ausschuss. Die Stellungnahme der Stadt wurde im September der PLSW übermittelt. Diese hat daraufhin den Vertrag gekündigt.

Wie Franka Stefanski sagte, kann die PLSW den zehn betroffenen Mitarbeitern Arbeitsplätze in anderen Einrichtungen anbieten. Die Nachnutzung der erst kürzlich umgestalteten und renovierten Räumlichkeiten sei noch offen: „Wir prüfen mehrere Alternativen.“ rc

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