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4500 Unterschriften für Online-Petition

Bückeburger Lärmstreit 4500 Unterschriften für Online-Petition

Auch drei Wochen, nachdem das Verbot von Musikdarbietungen im Biergarten des historischen Wirtshauses „Zur Falle“ durch den Landkreis Schaumburg hohe Wellen geschlagen hat, hält die Debatte im seit Jahren bestehenden „Bückeburger Lärmstreit“ an.

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So wie schon beim Konzert von „Molle’s Tough Cocktail“ im September wird es in Zukunft nur noch im Inneren der „Falle“ Musikdarbietungen geben.

Quelle: jp

Bückeburg. Das Bauordnungsamt des Landkreises hatte zur Begründung auf die eigene Betriebsgenehmigung für die „Falle“, ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2006 sowie eine Nachbarbeschwerde aus diesem Sommer verwiesen. Mittlerweile interessieren sich mehrere überregionale TV-, Rundfunk- und Printmedien für das Thema.

Dabei hat sich die im Juli neu entflammte Lärmdebatte inzwischen vollständig von der Mausoleumswiese in die Innenstadt verlagert. Ruhe eingekehrt ist in der Auseinandersetzung um die Musikdarbietungen und die genehmigten Spielzeiten des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums (MPS), nachdem der Landkreis bestätigte, dass die mittelalterliche Großveranstaltung an beiden Wochenenden sämtliche Lärmschutzauflagen eingehalten hat. Außerdem hatten sich alle Bückeburger Parteien und Wählergruppen kurz vor der Kommunalwahl auf Nachfrage der von dem Bückeburger Uwe Grabsch ins Leben gerufenen und inzwischen über 3500 Anhänger zählenden Facebook-Gemeinschaft „Pro MPS Bückeburg“ uneingeschränkt für das Spectaculum ausgesprochen.

Konflikt nach Open-Air-Konzert eskaliert

Anders dagegen die Situation in der oberen Fußgängerzone, wo der Konflikt nach einem Open-Air-Konzert der heimischen Band „Route 66“ in dem Wirtshaus Ende August erneut eskalierte und zuletzt zum völligen Verbot aller Musikdarbietungen im rückwärtig gelegenen Biergarten der „Falle“ führte.

Durch die hohen Wogen, die das Verbot vor allem im sozialen Netzwerk Facebook geschlagen hatte, wurde bereits das Landesstudio Hannover des TV-Senders SAT.1 Regional aufmerksam und begann mit Recherchen beim Landkreis sowie bei „Falle“-Wirtin Yvonne Dazenko. Berichten will der Sender jedoch vorerst nicht: Man bekomme keine Aussage von der Klägerseite und werde das Thema daher zunächst ruhen lassen, teilte die mit dem Thema befasste SAT.1-Redakteurin Melanie Blenke mit.

Anders dagegen der NDR, der bereits in der vergangenen Woche zum Thema recherchierte und auch in dieser Woche weitere Gespräche in Bückeburg führen will, unter anderem mit Bürgermeister Reiner Brombach. Der hatte sich bereits skeptisch zu den Möglichkeiten geäußert, auf kommunaler Ebene etwas in dem Streit bewirken zu können. Sowohl der Stadt als auch dem Landkreis seien aufgrund des Bundesimmissionsschutzgesetzes die Hände gebunden, bedauerte der Bürgermeister. Man habe das Gespräch mit den Konfliktparteien gesucht.

Auch Politik unterstützt Initiative

Mehr als 4500 Unterzeichner zählt die im Juli von dem Bückeburger Andre Batis gestartete Online-Petition „Zur Erhaltung kultureller Veranstaltungen Bückeburgs“ mittlerweile. Die Initiative hatte die gewählten Vertreter um Stellungnahmen gebeten. Geantwortet haben darauf bislang nur Cornelia Laasch (Grüne) und BfB-Chef Raimund Leonhard, die sich beide für die Ziele der Petition aussprachen, sowie CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth, der sich der Stimme enthielt. Alle drei Kommunalpolitiker befürworteten eine öffentliche Beratung im zuständigen Fachausschuss.

Mittlerweile eingemischt in die Debatte hat sich auch der Inhaber der „Falle“, Alexander zu Schaumburg-Lippe. Der für seine bisweilen recht unverblümte Sprache bekannte Schlossherr schrieb in einem öffentlichen Kommentar auf der Seite der Online-Petition wörtlich: „Die egoistische Selbstbetroffenheitshysterie des oder der Beschwerdeführer(s) hat offenbar eine ganze Menge mit Narzissmus und Machtbesoffenheit zu tun, aber offensichtlich herzlich wenig mit wirklicher Belästigung. Diese Leute wollen das kulturelle Leben unserer Stadt abwürgen, weil sie es können, und die Behörden spielen zähneknirschend mit, weil sie nicht anders können.“ jp

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