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50 Jahre Dorfgemeinschaftshaus Müsingen

Bückeburg 50 Jahre Dorfgemeinschaftshaus Müsingen

Das Müsinger Dorfgemeinschaftshaus ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Der langjährige Bundestagsabgeordnete Ernst Kastning hat den runden Geburtstag zum Anlass genommen, das damalige Geschehen zusammenzufassen. Wir veröffentlichen die Dokumentationen in zwei Teilen.

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Das Müsinger Dorfgemeinschaftshaus wurde vor 50 Jahren eingeweiht.

Quelle: bus

Bückeburg.  Teil 1: Vor 50 Jahren – im September 1964 – wurde das Dorfgemeinschaftshaus der einst selbstständigen Gemeinde Müsingen eingeweiht. Dieses Ereignis scheint heute fast vergessen zu sein. Vielleicht, weil der gesellschaftliche Wandel und die Veränderungen der Einwohnerstruktur auch an Müsingen nicht spurlos vorüber gegangen sind. Das Haus ist schon deshalb heute nicht mehr 100-prozentig das, was es anfangs einmal war.

 Aber auch wenn es die jahrzehntelang aktive Gymnastikgruppe der Frauen nicht mehr gibt, der sonntägliche öffentliche Frühschoppen angesichts des Medienüberangebotes längst nicht mehr stattfindet, die Gefrieranlage schon lange Geschichte ist und Müsingen seit 1974 als Ortsteil zu Bückeburg gehört, gilt festzuhalten: Das Haus ist noch immer Mittelpunkt: für die Freiwillige Feuerwehr sowie deren Schießabteilung und Seniorengruppe, für die Jugendwehr und mehrere Boule-Gruppen. Alljährlich finden die Senioren-Weihnachtsfeier des Ortsvorstehers, das Abschluss-Grünkohlessen des Schnatgangs, das traditionelle Essen ,,Pellkartoffel mit Grütze“ hier statt. Nach wie vor werden im Saal unter Nutzung der voll ausgestatteten Küche zahlreiche Familienfeiern in Eigenregie durchgeführt.

 Wer den Bau des Dorfgemeinschaftshauses würdigen will, muss erwähnen, dass Müsingen zur damaligen Zeit ein kleines selbstständiges Dorf mit rund 370 Einwohnern, einer intakten Sozialstruktur und einem ausgeprägten dörflichen Gemeinschaftssinn war. Eine herausragende Rolle spielte zudem mangels anderer Vereine stets die mitgliederstarke Feuerwehr. Vernünftige öffentlich nutzbare Räumlichkeiten aber waren im Ort nicht vorhanden.

 Aus der Gründungszeit der Feuerwehr (1923) gab es ein kleines „Spritzenhaus“, das kaum groß genug war, das nach dem Kriege beschaffte Feuerwehrauto aufzunehmen. Das Feuerwehrhaus war mit einem hölzernen Turm zur Schlauchtrocknung versehen. Im Juli 1960 musste der Gemeinderat zur Kenntnis nehmen, dass der Turm baufällig war und akute Einsturzgefahr bestand. Bürgermeister Ernst Struckmeier stellte fest, es gebe keinen geeigneten Platz für den Neubau eines Gerätehauses. Deshalb sei es nur möglich, „vorerst einen massiven Turm zu errichten.“

 Im Sommer 1961 wurde ein neuer Gemeinderat gewählt: Ernst Struckmeier (Bürgermeister, SPD), Heinz Simon (SPD), Heini Koller (SPD), Karl Kütemeier (stellvertretender Bürgermeister, SPD), Wilhelm Kuhlmann (SPD), Fritz Schramme (CDU) und Ernst Apking (CDU). Nach dem Tode von Wilhelm Kuhlmann rückte schon bald Wilhelm Aumann (SPD) nach.

 Dieser Gemeinderat war es, der am 7. Dezember 1962 in der früheren Gaststätte von Heini Koller den Mut hatte, mit der Zustimmung zum Bau des Dorfgemeinschaftshauses einen zukunftsorientierten Beschluss zu fassen, der über die Lösung der Probleme der Feuerwehr weit hinausging.

 Der ehrenamtliche Gemeinderechnungsführer Ernst Möller (im Hauptberuf Beamter der Stadt Bückeburg, später Stadtdirektor) trug in dieser Sitzung den Entwurf des Haushaltsplans für 1963 vor und bat den Rat, auch über die Verwendung zu erwartender Mehreinnahmen von 9000 DM zu entscheiden - Haushaltsplan damals gesamt: Einnahmen 50380 DM, Ausgaben 41380 DM.

 Das Ratsprotokoll verzeichnet dazu unter anderem: Der Ratsherr Simon schlägt daraufhin vor, ein Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Gemeinderechnungsführer Möller führte aus, dass aufgrund eines Erlasses des niedersächsischen Sozial-Ministers die Möglichkeit zu einem solchen Bau besteht. Weiter erläuterte er die Bedingungen, die vorliegen müssen, um die Zuschüsse vom Staat zu erlangen.

 Anschließend fand eine längere Beratung darüber statt, welche Anlagen und Räume in das Haus sollen, so zum Beispiel Feuerwehr-Gemeinschaftsräume, Kühlanlage und andere. Der Rat fasste den Beschluss, von den noch 9000 DM einzuplanenden Geldern 8000 DM als Rücklage für das Gemeinschaftshaus zu lassen.

 In der Gemeinderatssitzung am 15. Februar 1963 legte Bürgermeister Struckmeier den Vorverkaufsvertrag über den Erwerb eines 1000 Quadratmeter großen Grundstückes von Eigentümer Knickrehm zum Preis von 6 DM pro Quadratmeter vor. Außerdem teilte Struckmeier mit, dass am 19. Februar 1963 eine Besprechung bei der Bezirksregierung in Hannover stattfinden werde und am 23. Februar 1963 eine Besichtigung eines solchen Hauses in Wustrow vorgenommen werden solle. Der Rat beschließt einstimmig, dass Gemeinderechnungsführer Möller alle technischen Fragen klären soll.

 Dem Rat war durchaus bewusst, dass Müsingen mit diesem Vorhaben unter den ersten vom Land geförderten Dorfgemeinschaftshäusern sein würde. Um Erfahrungen zu sammeln, besichtigten die Ratsmitglieder gemeinsam mit der Feuerwehrführung außer Wustrow noch das neue Dorfgemeinschaftshaus in Hassel bei Hoya/Weser. Wesentliche dortige Nutzungselemente, wie etwa Kühlhaus und Feuerwehrgarage, fanden in der Müsinger Planung Niederschlag. bus

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