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Ab neun Metern pro Sekunde ruht die Arbeit

Bückeburg / Windkraftanlagenaufbau Ab neun Metern pro Sekunde ruht die Arbeit

„Zwei bis drei Tage nach Ostern“, schätzt Bauherr Hermann Kempf, wird die derzeit im Cammeruner Norden emporwachsende Windkraftanlage voraussichtlich erstmals Strom ins Netz einspeisen.

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Die Perspektive täuscht: Das erste Drittel des Windrades (rechts) ist in der Realität nicht höher als der in der Bildmitte zu erkennende Schornstein des Lahder Kraftwerkes.

Quelle: bus

Bückeburg. Bückeburg (bus) . Voraussetzung für die Einhaltung der Planungen sind allerdings – kurioserweise – möglichst geringe Luftbewegungen. „Ehrlich gesagt, freue ich mich über Wind“, sagte Kempf während einer Besichtigung der Baustelle durch die CDU-Fraktion des Bückeburger Stadtrates, in der Errichtungsphase erzeugten allzu heftige Luftzüge indes eine kontraproduktive Wirkung. „Ab neun Metern pro Sekunde ruhen die Arbeiten.“

 Das verzögert nicht nur die Fertigstellung, sondern geht auch ins Geld. Allein für die beiden Kräne, von denen der mächtigste bis in eine Höhe von 160 Metern ausgefahren werden kann, werden pro Tag 5000 Euro fällig. Kempf bezifferte die reinen Herstellungskosten der zwei Masten umfassenden Anlage mit insgesamt rund 1,85 Millionen Euro. Hinzu kommen beträchtliche Nebenkosten. Wie etwa 200000 Euro für den Netzanschluss, 100000 Euro für Gutachten und 80000 Euro für die Baugenehmigung. Überdies schlugen die Anlieferung mit 20000 Euro sowie als Ausgleich für den Eingriff in das Landschaftsbild 60000 und als Ausgleich für zwei hier brütende Feldlerchen 8000 Euro zu Buche.

 Die am Grund 14 Meter im Durchmesser großen Masten ruhen auf Fundamenten, denen jeweils 70 Kubikmeter Beton die notwendige Standsicherheit verleihen. Sie tragen an ihren Spitzen Ringgeneratoren, die samt Flügel 36 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen. Kempf geht davon aus, dass die alles in allem 99,7 Meter hohen Räder jeweils so viel Elektrizität erzeugen, um damit den Bedarf von rund 650 Haushalten abdecken zu können. Der Bauherr ist nach wie vor darin interessiert, im Cammeruner „Dreiländereck“, wo die Grenzen der Städte Bückeburg, Petershagen und Minden aneinanderstoßen, ein drittes Windrad zu errichten. „Dann könnte in etwa ein Viertel aller Bückeburger Haushalte mit Strom versorgt werden“, sagte Kempf. Für einen Investor sei eine dritte Anlage eigentlich zwingend notwendig. „Von der Rentabilität her sind drei Anlagen viel wirtschaftlicher als zwei.“

 Im Verlauf der Fraktionsbesichtigung wurde bekannt, dass im Vorfeld der Errichtung nicht alles glatt gelaufen ist. Bei der Verlegung der in Richtung Päpinghausen führenden Stromtrasse wurde eine Gasleitung erheblich in Mitleidenschaft gezogen. „Die Arbeiter haben die Hauptgasleitung angebohrt, ganz Päpinghausen war mehrere Stunden ohne Gasversorgung“, berichtete der Bauherr. Zum Glück sei nichts Schlimmes passiert. „Ich bin echt froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist.“

 Keinerlei Komplikationen seien hingegen beim Antransport der auf vier Tieflader verteilten Bauteile zu verzeichnen gewesen. Der wegen zu kleiner Unterführungen nicht über die Bundesstraße, sondern über Meinsen-Warber fahrenden Konvoi, habe sein Ziel planmäßig erreicht. Allerdings sei dort an der Kreuzung Meinser Straße/Warbersche Straße eine kritische Situation zu verzeichnen gewesen. „Bei einem Meter mehr Gesamtlänge wären sie nicht durchgekommen“, schilderte Augenzeuge Kempf.

 Der Bauherr kündigte an, dass nach dem Abschluss aller Arbeiten vor Ort ein Richtfest gefeiert wird. Das Fest sollte eigentlich etwas früher über die Bühne gehen. „Die ausführende Firma ist aber sehr sicherheitsbedacht. Sie erteilt eine Freigabe des Geländes erst, wenn alles abgebaut und die letzte Schraube von der Baustelle geräumt ist“, so Kempf. Eingeladen werden primär Cammeruner und Anlieger. Mit Blick auf die direkten Anwohner betonte er zudem, dass hinsichtlich des in Aussicht stehenden Schattenschlages genaue Gutachten erstellt worden seien. Ohnehin erlaubten die Vorschriften pro Jahr lediglich acht Stunden Schattenschlag und pro Tag maximal eine halbe Stunde. Kempf: „Falls diese Werte erreicht werden, muss abgeschaltet werden.“

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