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Achtenswertes kulturelles Erbe

Orte der Erinnerung Achtenswertes kulturelles Erbe

Auf die historischen Beziehungen zwischen den früher eigenständigen Siedlungen Jetenburg und Bückeburg sowie auf die herausragende Bedeutung von Jetenburger Kirche und Friedhof hat sich eine Fortbildungsveranstaltung konzentriert, die der Arbeitskreis „Gästeführung im Schaumburger Land“ Mitgliedern und Gästen präsentierte.

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Bückeburg wird phantastisch

Axel Rinne (rechts) vermittelt den Gästeführern umfassende Informationen über Jetenburger Sehenswürdigkeiten.

Quelle: bus

Bückeburg. „Kirche und Friedhof sind wichtige Orte der Erinnerung und stellen ein achtenswertes kulturelles Erbe dar, das es unbedingt zu pflegen gilt“, betonte der für die Informationsvermittlung verantwortlich zeichnende Axel Rinne gegenüber den rund zwei Dutzend Teilnehmern.

Die Ursprünge der 1928 eingemeindete Ortschaft Jetenburg (dereinst: Geteneburg) reichen erheblich weiter zurück als die der Vorgängersiedlung Bückeburgs. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche datiert aus dem Jahr 1153. Das jetzige Gebäude wurde von 1570 bis 1573 errichtet.

„Zu einem Zeitpunkt also, in der in Bückeburg keine Kirche zu finden war“, erläuterte Rinne. Die eigentlich dem Kirchspiel Petzen zugehörenden Bückeburger gingen nach Jetenburg in die Gottesdienste, und die ersten Schüler besuchten die Jetenburger Dorfschule.

Die Verhältnisse änderten sich 1615 mit der Fertigstellung der Stadtkirche schlagartig. Das Jetenburger Gotteshaus verkam zur Gerümpelhalle, beherbergte später Obdachlose und Vieh. Das im jetzigen Jahrhundert mehrfach renovierte Gebäude wurde erst 1861 als Kirchenraum wieder hergerichtet.

Der die turmlose Kirche umgebende Kerkhof diente bis zur Inbetriebnahme des Friedhofs an der Scheier Straße 1892 auch den Bückeburgern Jahrhunderte lang als Begräbnisstätte.

„Von mehreren Hundert Grabstellen“, so Rinne, „sind jetzt in dem parkähnlich-idyllischen Ambiente nur noch etwa 50 erkenntlich.“ Das von einer teils brüchigen Sandsteinmauer eingefasste Areal verwahrt unter anderem die sterblichen Überreste des Komponisten und Hofkapellmeisters Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) sowie der Erzieherin und späteren Begleiterin der englischen Königin Victoria, Louise Clara Johanna von Lehzen (1784-1870).

Zudem finden sich dort die letzten Ruhestätten von Viktor von Strauß und Torney (fürstlich schaumburg-lippischer Minister, Kirchenlieddichter und Ehrenbürger der Stadt Dresden, 1809 bis 1899), Friedrich Carl von Haacke (Königlich Französischer Obrist und Erzieher des damaligen Erbprinzen und schaumburg-lippischen Thronfolgers Georg Wilhelm, 1744 bis 1813) und Iwan Müller (Klarinettist, Komponist und Instrumentenbauer, 1786 bis 1854).

Darüber hinaus dient der Friedhof als Gedenkstätte der Opfer des als „Todeszug von Breslau“ bezeichneten Flüchtlingstrecks, der Bückeburg 1946 erreichte. Die schlichten Grabmale rufen das Schicksal von 89 Kindern, Frauen und Männern ins Gedächtnis.

Während eines kurzen Spaziergangs durch den jetzigen Ortsteil Bückeburgs setzte der Gästeführer die Teilnehmer über Überschneidungen der Residenzstadtentwicklung mit Jetenburg im Bahnhofsbereich sowie Auswirkungen auf die technische Entwicklung und den Verkehr in Schaumburg in Kenntnis.

„Im Zeitalter von Smartphone und Apps geht es heute weniger um reine Wissensvermittlung als um die Erläuterung von Bedeutungen und Beziehungen, sozusagen um menschlichen Brückenbau im Rahmen einer Gästeführung“, legte Rinne dar.

Damit wollte der Gästeführer einen Appell an Stadt und Landeskirche verbunden wissen, den Bereich des Jetenburger Friedhofs als wichtigen Ort der Erinnerung und kulturelles Erbe zu pflegen. „Wir leben menschlich, wenn wir aneinander denken und gedenken, dies ist eine wesentliche Bedeutung menschlichen Lebens“, sagte Rinne.

Friedhof und Kirche werden voraussichtlich in den Kreis der am „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September, vorgestellten Sehenswürdigkeiten aufgenommen. bus

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