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Adolfinum auf dem Prüfstand

Genau hingeschaut Adolfinum auf dem Prüfstand

 Ein Gütesiegel gibt es nicht vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualität (NLQ). Eine Schulnote steht auch nicht unter dem Bericht des Schulinspektionsteams. Aber in den vergangenen Jahren hat sich in der Bildungslandschaft immer klarer herauskristallisiert, was „guten“ Unterricht ausmacht, ausgehend vom jeweiligen Schulprogramm, den Leitzielen und den curricularen Vorgaben.

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Ursula Held (NLQ) beim Auswertungsgespräch mit Lehrern des Gymnasiums Adolfinum.

Quelle: pr

Bückeburg.  Kompetenzvermittlung ist demnach entscheidend. Nur Wissen anzuhäufen, das wäre zu wenig. Und Kompetenz zeigt sich in Kommunikation und Anwendung, bei Prozessreflexion und Entscheidung, nicht in bloßem Abfragen, Ansammeln oder Abhaken. Deshalb stand eine umfassende, strukturierte Beobachtung des komplexen Unterrichtsgeschehens auch im Zentrum der Schulinspektion, die fünf Tage lang am Gymnasium Adolfinum stattfand.

 Dirka Throm und ihre vier Kollegen vom NLQ Hildesheim führten an drei Tagen zahlreiche kurze Unterrichtsbesuche in allen Fächern durch. Daneben waren Schüler und Eltern sowie die Schulleitung und eine Delegation des Kollegiums in Form von Gesprächen an der Erhebung beteiligt.

 Am Ende wurden die Schwerpunkte des Inspektionsberichts den Beteiligten im Schulforum vorgestellt. Dabei überwog das Prädikat „Gut“ eindeutig, sodass Throm, einst selbst in Bückeburg als Leiterin der Graf-Wilhelm-Schule im Einsatz, das Kollegium ermunterte, doch „etwas zufriedener“ dreinzuschauen. Von „Stolz“ war später die Rede.

 Besonders positive Werte werden dem Kollegium in Bereichen wie Problemorientierung, Ergebnissicherung und Fachkompetenzsteigerung bescheinigt. Noch nicht so gut fällt das Urteil aus, wenn es um die Organisation des Arbeitsprozesses durch die Schüler geht oder den Redeanteil der Lehrkräfte im Plenum.

 In Sachen Respekt gab es gar nichts auszusetzen, ebenso bei der Erziehung zu korrektem und sozial angemessenem Sprachverhalten. Was „Lernzugänge“ anbelangt, ist das Potenzial zu Variation und Differenzierung noch nicht ausgeschöpft. Noch mehr gezielte Mediennutzung hat bei der Fortentwicklung des Erreichten sicher ebenfalls große Bedeutung. Die weitere Auswertung werden die Gremien der Schule vornehmen. Dazu gehört auch, was im allgemeinen Teil des Inspektionsberichts an Bestätigung und Kritik anklingt.

 Ansatzpunkte, so die Inspektoren, sollten die Aspekte „Kooperation der Lehrkräfte“ und die „Weiterentwicklung der hausinternen Curricula“ sein. Geradezu begeistert wirkten die Inspektoren, als es um die Rolle der Schülervertretung (SV) ging. „Jede Woche eine Sitzung der Schulleitung mit den Schülersprechern – das gibt es nicht oft“, schrieb man dem Adolfinum ins Stammbuch, speziell der Leitung und den drei SV-Lehrkräften. Für den Unterpunkt „Unterstützung und Beratung der Eltern“ war der offene „smiley“-Elternabend ein schönes Beispiel. Ermutigt wurden die Lehrkräfte, häufiger gegenseitig im Unterricht zu hospitieren. Das Wort vom „kritischen Freund“ machte in diesem Zusammenhang vor Jahren die Runde. Eine entsprechend konstruktive Haltung, verbunden mit hilfreichen Anregungen, wird man auch den fünf Inspektoren bescheinigen können.

 Mit einer Frage aber bleibt man allein, stellvertretend für viele Quantifizierungen im Inspektionsbericht: „Sind 40 Teilnehmer viel oder wenig, wenn es auf einem Elternabend für die Jahrgänge 5 bis 8 speziell um die Medienkompetenz und die zunehmenden Gefährdungen der Kinder geht?“  r

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