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Ärzte für medizinische Versorgung der Flüchtlinge gesucht

Bückeburg Ärzte für medizinische Versorgung der Flüchtlinge gesucht

Seit fast zwei Wochen sind rund 240 Flüchtlinge in der Jägerkaserne untergebracht. Seit dem Aufbau dieser Übergangseinrichtung wurde mit Hilfe und Materialien des DRK Schaumburg auch eine ärztliche Versorgung aufgebaut, die den Bedürfnissen der Flüchtlingsmedizin Rechnung trägt sowie wochentags eine etwa zweistündige Präsenzsprechstunde organisiert.

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Stabsärztin Dr. Ilka Niemeyer hat die medizinische Koordination der Flüchtlingsbetreuung in der Jägerkaserne übernommen.

Quelle: rg

Bückeburg. Aktuell werden die Bedingungen noch durch Mitarbeiter des DRK ständig bewertet, angepasst und professionalisiert, wie etwa der Ausbau der EDV. Etwa fünf freiwillige Ärzte aus Bückeburg und Schaumburg sorgen dafür, dass die zweistündige Sprechstunde täglich besetzt ist.

 Nur: „Um die Arbeit in der Flüchtlingsambulanz nach nunmehr fast zwei Wochen ihres Bestehens aufrecht erhalten zu können, steht bisher noch nicht genügend ärztliches Personal zur Verfügung“, teilte der Bückeburger Facharzt für Allgemeinmedizin, Dr. Andreas Schulz mit, der von Anfang an in der Flüchtlingsunterkunft mitarbeitet. Er hat ein Diplom in Tropenmedizin und Hygiene sowie Flüchtlings-Gesundheitswesen in Flüchtlingseinrichtungen, hat selbst schon in Afrika in Camps gearbeitet wie etwa in Liberia.

 Aktuell schätzt er die Lage in der Jägerkaserne für eine Masseneinrichtung dieser Art als äußerst geordnet ein, wie er in einem Vortrag vor Vertretern der Schaumburger Ärzteschaft berichtete, wo er um Unterstützung der Flüchtlinge und des medizinischen Personals warb. Es gelte aktuell, mit der akuten Versorgungssituation der Flüchtlinge hier vor Ort in Bückeburg und andernorts in Schaumburg, aber auch ganz Deutschland fertig zu werden: „Ich bitte, die Arbeit des DRK oder anderer Hilfsorganisationen je nach eigenen Möglichkeiten zu unterstützen.“

 Alle bisherigen Helfer seien nach seinen Beobachtungen an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Gebraucht würde nicht nur mit der Flüchtlings- und/oder Ausländerarbeit erfahrene ärztliche Hilfe, sondern auch die Unterstützung von medizinischem Assistenzpersonal, Lehrern, Sozialarbeitern und anderen Menschen, die sich je nach Bedarf der Einsatzleitung in die Betreuung einbringen.

 Ein Werben, das bei der Ärzteschaft auf gute Resonanz stieß. Es seien viele Anfragen für die Einteilung für den ärztlichen Dienst eingegangen. Am Mittwoch wurde seitens der Ärzteschaft mit Stabsärztin Dr. Ilka Niemeyer – E-Mail: ilka.niemeyer@me.com und Telefon 01 72 - 6 22 63 13 – eine medizinische Koordinatorin eingesetzt. Wer als Arzthelferin helfen will, kann sich an den Leiter der DRK-Flüchtlingshilfe Schaumburg, Eckhard Ilsemann, Telefon 01 71 - 2 14 85 26, wenden. Wer rundherum um die soziale Betreuung der Flüchtlinge mithelfen will, sollte sich bitte an den DRK-Kreisverband wenden. Dort stehen entsprechende Ansprechpartner zur Verfügung: Telefon (0 57 24) 97 26 00.

 Wie Schulz berichtete, hätten sich sechs Verdachtsfälle auf Tuberkolose als untypische Bronchitis entpuppt. Vorwiegend hätten die Flüchtlinge mit Infektionen der Atemwege, Hals-Nase-Ohren-Beschwerden wie Angina sowie Ohr-Entzündungen zu kämpfen. Dazu kämen vielfach Gelenkprobleme, größtenteils verursacht durch die zum Teil zwei- bis dreimonatige Flucht mit Fußmärschen mit bis zu zehn Stunden täglich, aber auch kleinere Wunden und Insektenstiche. Seltener seien tropenmedizinische Krankheiten wie etwa die Sichelzellenanämie. In der Kaserne steht ein gut ausgerüsteter, beheizbarer, abschließbarer Ambulanzraum zur Verfügung. In den meisten Fällen bringen Patienten einen Dolmetscher mit zur Sprechstunde. Dienstkleidung wird gestellt, alle Untersuchungs- oder Therapiematerialien sind vorhanden. rc

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