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Bückeburg Stadt Ahrens setzt auf E-Auto
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Ahrens setzt auf E-Auto
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13:45 26.04.2018
Daniel Stratmann lädt an der Zapfsäule bei den Stadtwerken in Bückeburg einen Elektrowagen auf. Quelle: leo
Bückeburg

 „Hier können unsere Kunden die Akkus ihrer Fahrzeuge aufladen“, erklärt Daniel Stratmann, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. „Unsere Kunden können dann entweder über einen Münzeinwurf den Strom bar bezahlen oder sich einfach über eine App auf dem Handy mit ihren Kreditkartendaten registrieren und dann tanken“, sagt der Bereichsleiter. Weitere Zapfsäulen für Elektroautos haben die Stadtwerke in Bückeburg nicht. „Wir unterscheiden zwischen den Tanksäulen im öffentlichen Bereich und denen im halb-öffentlichen Bereich“, erklärt Stratmann. Strom-Tankstellen im öffentlichen Bereichen – wo also jeder Strom tanken kann – würden die Stadtwerke in Bückeburg nicht besitzen. Zwar gibt es eine Zapfsäule auf dem Dr.-Witte-Platz, diese habe jedoch das Unternehmen Westfalen-Weser-Energie aufgestellt. „Wir kooperieren mit Westfalen-Weser und liefern lediglich den Strom“, sagt Stratmann. Man würde derzeit auch nicht planen, eigene Zapfsäulen im öffentlichen Bereich aufzustellen, erzählt der Bereichsleiter. Eher wolle man im „halb-öffentlichen Bereich“ – also beispielsweise auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten oder vor Restaurants – eigene Ladestationen aufstellen. „Konkrete Pläne gibt es dazu aber noch nicht“, sagt Stratmann. Neben dem gewerblichen Bereich konzentriere man sich auch auf private Haushalte. „Hier sind vor allem sogenannte Wall-Boxen gefragt“, erklärt der Experte. „Die Wall-Boxen werden in der Garage angebaut und in die Hausinstallation integriert. Dann kann man auch zu Hause sein Auto aufladen.“

"Ladestationen nicht rentabel"

Eine Nachfrage bei Westfalen-Weser-Energie ergab, dass auch dieses Unternehmen, was derzeit bereits in vielen Schaumburger Kommunen Strom-Tankstellen gebaut hat, keine weiteren in Bückeburg plant. „Derzeit sind die Ladestationen nicht rentabel genug für uns“, erklärt Heinrich Matthias. „Eine Anlage aufzubauen koste das Unternehmen bis 6000 Euro – für die Kilowattstunde müsse der Kunde derzeit nur 25 Cent bezahlen. Damit sich die Investition weiterer Anlagen für uns lohnt, ist die Nachfrage noch zu gering“, erklärt der Regionalbereichsleiter bei Westfalen-Weser-Energie. Stratmann sieht das ganz ähnlich, glaubt aber an die Elektromobilität. „Ich bin davon überzeugt, dass das Thema Elektromobilität jetzt deutlich an Schwung gewinnt. Man muss nun auf die Straßen schauen, wo immer mehr Elektroautos fahren“, so der Experte. Im privaten Bereich würde die Nachfrage nach Ladestationen steigen. „Die Lieferanten kommen im Moment gar nicht hinterher.“

Fast kein Wartungsaufwand

Einer, der bereits seit einigen Jahren ein Elektroauto für seinen Betrieb nutzt, ist Dieter Ahrens. Der Chef des gleichnamigen Solar- und Dachbauunternehmens hat zwei Elektroautos im Fuhrpark. Gerade ist er dabei, einen mit Strom angetriebenen Kastenwagen anzuschaffen. „Unser Geschäft ist die Solartechnik, da sind E-Autos natürlich ein Aushängeschild“, sagt Ahrens. Doch das sei nicht der einzige Grund, weshalb er Elektrofahrzeuge im Betrieb einsetzt. Wenn man den Kreishandwerksmeister auf seine mit Strom betriebenen Autos anspricht, kommt Ahrens ins Schwärmen. „Der große Vorteil beim Elektroauto ist, dass man – im Vergleich zu einem mit Benzin betriebenen Auto – fast keinen Wartungsaufwand hat und man deutlich günstiger tankt“, so Ahrens. Über seine große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seiner Firmenzentrale produziert er den Strom für die eigene Ladestation auf dem Parkplatz. Die Energie reicht sogar dafür aus, dass hier auch andere tanken können – und das rund um die Uhr. Das Angebot würde auch gut genutzt, sagt der E-Pionier.

Pro Kilowattstunde zehn Cent

Ahrens selbst kostet, wenn er seinen Tesla oder seinen Renault auflädt, die Kilowattstunde gerade mal zehn Cent. „Bei einem Verbrauch von 15 bis 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometern, ist die Tankfüllung somit recht billig“, sagt der Firmen-Chef. Zwar seien die Elektroautos „nicht ganz billig“ in der Anschaffung, unterm Strich würde sich die Investition aber für ihn lohnen. Dieter Ahrens ist von der Elektromobilität überzeugt und empfiehlt auch anderen, ein E-Auto zu fahren. leo