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Bückeburg Stadt Alexander auf Dschungel-Mission
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Alexander auf Dschungel-Mission
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12:35 11.03.2018
Fliegt in wenigen Tagen nach Sri Lanka, um den Ärmsten der Armen im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet zu helfen: Brillen-Spezialist Alexander zu Schaumburg-Lippe. Quelle: pr
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Mullaitivu/Hameln/Bückeburg

Das teilt die Hilfsorganisation in einer Presseerklärung mit. Rund um die Stadt Mullaitivu, die noch im Jahr 2009 im Zuge der Endphase des Bürgerkrieges schwer umkämpft war, wollen der Hamelner Lehrrettungsassistent Reinhold Klostermann, Leiter der Interhelp-Medical-Task-Force, der Allgemeinmediziner Siegfried John, die Krankenschwester Elena Lehmann, die Medizinstudentin Stephanie Sebastiampillai und der Interhelp-Logistiker Sebastian Anthonypillai auf Bitten des Gesundheitsministeriums in der Nordprovinz gemeinsam mit einheimischen Ärzten und Pflegekräften Kranke und Verletzte in entlegenen Dschungel-Dörfern untersuchen und behandeln.

Das medizinische Team wird bis zum 5. März diverse Medical-Camps in der Vanni-Region errichten. „Am ersten Tag haben wir in dem Dorf Keppepilavu 182 Kranke, darunter viele Kinder, die wohl an Dengue-Fieber leiden, behandelt“, meldete Klostermann an das Backoffice in Hameln. Die Chefärztin des Regionalkrankenhauses habe ihm gesagt, das Interhelp/mfs-Team sei die erste ausländische Organisation, die dort seit Ende der Kämpfe medizinische Hilfe leiste.

Seit 16 Jahren engagiert

Am 28. Februar startet ein zweites Interhelp/mfs-Team nach Sri Lanka. Mit dabei: Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe aus Bückeburg. Der 59-Jährige reist zum wiederholten Mal auf eigene Kosten in das ehemalige Bürgerkriegsgebiet, um dort den Ärmsten der Armen zu helfen – als Brillenglas-Vermesser, Sanitätshelfer und als Gönner. Das Familienoberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe engagiert sich seit 16 Jahren für humanitäre Projekte in aller Welt. Wieder im Gepäck der vierköpfigen Gruppe, die von dem Hamelner Interhelp-Vorsitzenden Ulrich Behmann und mfs-Chef Michael Görbing angeführt wird: 2000 gebrauchte Brillen, die die Helfer gemeinsam mit einheimischen Augenoptikern an Bedürftige abgeben wollen. Sie wurden kostenlos von Optikern aus Hameln, Bückeburg und Minden zur Verfügung gestellt. Alexander zu Schaumburg-Lippe hat sich extra an einem Scheitelbrechwertmesser ausbilden lassen. Mit dem Refraktometer, dessen Aussehen ein wenig an ein Mikroskop erinnert, kann die Stärke von Brillengläsern bestimmt werden.

„Alexander freut sich schon sehr auf die neue Hilfsaktion. Er geht förmlich darin auf, Menschen im In- und Ausland zu helfen“, sagt Behmann. Was den Mitbegründer der Hilfsorganisation jedes Mal wieder beeindruckt: „In den Tropen kann unser Schirmherr stundenlang bei schweißtreibenden Temperaturen alte Brillen vermessen, putzen und verteilen. Unglaublich, wie unermüdlich er ist. Mit seiner Begeisterung für die humanitäre Sache reißt er uns alle mit.“

Nächste Mission in Morawewa

Die Kosten des Hilfseinsatzes teilen sich Interhelp und dessen Frankfurter Partnerorganisation mfs International. Dessen Leiter Görbing, der mfs-Rettungsassistent und Feuerwehrmann Heiko Hahnenstein, der Interhelp-Vorsitzende Behmann, das Interhelp-Vorstandsmitglied Alexander zu Schaumburg-Lippe und der Interhelper Thomas König haben noch eine weitere Mission: In Morawewa bei Trincomalee (Ostprovinz) werden die im vergangenen Jahr mit Geldspenden aus Hameln und Bückeburg gebauten Massivhäuser kontrolliert und feierlich an singhalesische und tamilische Familien übergeben. Das Geld war in der Sportbox, beim Hefehof-Weihnachtsvarieté und bei der Rewe-Schlemmermeile gesammelt und von Spendern aus Bückeburg zur Verfügung gestellt worden.

An der Südwestküste, am anderen Ende des Inselstaates, will das Wiederaufbauteam Menschen helfen, deren Häuser bei den schweren Monsun-Unwettern im vergangenen Jahr zerstört wurden. Im Mai waren 100.000 Menschen obdachlos geworden. 500.000 waren auf der Flucht vor den sintflutartigen Regenfällen, die Erdrutsche und Schlammlawinen auslösten. Es gab sehr viele Tote. Interhelp hat seinerzeit die Überlebenden mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser unterstützt. In den Slums an der Eisenbahnstrecke Colombo-Galle sei ein weiterer Hilfseinsatz geplant. In Telwatta besucht die fünfköpfige Gruppe eine nach dem Tsunami gebaute „Montessori School“. r

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