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Alles hört auf Oberst Uwe Klein

Bückeburg / Kommandeurswechsel Alles hört auf Oberst Uwe Klein

Die von tief greifenden, strukturellen, materiellen, personellen und quantitativen Veränderungen gebeutelten Heeresflieger haben einen neuen General und die Heeresfliegerwaffenschule einen neuen Kommandeur.

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Kommandeurswechsel: Generalmajor Walter Spindler entband Brigadegeneral Alfons Mai (r.), neuer Kommandeur der Heeresfliegerwaffenschule und General der Heeresflieger ist ab sofort Oberst Uwe Klein.

Quelle: tol

Bückeburg. Bückeburg. Im Rahmen eines feierlichen Appells wurde gestern Morgen auf dem Heeresflugplatz Achum Oberst Uwe Klein mit der Aufgabe des Schulkommandeurs und Generals der Heeresflieger betraut und Brigadegeneral Alfons Mais nach nur eineinhalbjähriger Standzeit in Bückeburg seines Kommandos entbunden. Er ist bereits Chef des Stabes des Kommando Heer in Strausberg.

Die Übergabe erfolgte durch den Kommandeur des Ausbildungskommandos, Generalmajor Walter Spindler. Er übernahm die Truppenfahne der Heeresflieger von General Mais und gab sie an Oberst Klein weiter. Oberst Klein meldete Vollzug: „Die Heeresfliegerwaffenschule hört auf mein Kommando.“ Anschließend ertönten die französische und die deutsche Nationalhymne. Dann marschierte der Ehrenzug mit dem Heeresmusikkorps Kassel an der Spitze zu den Klängen des „Alexandermarsches“ aus der Halle 5 aus. Der Halle, in der vor dem Fähigkeitstransfer zur Luftwaffe die CH-53 gewartet worden ist.

Mehrere Hundert Ehrengäste mit Landrat Jörg Farr und Bürgermeister Reiner Brombach an der Spitze verfolgten den Appell. „Ein Zeichen ihrer Unterstützung für die Bundeswehr im Allgemeinen und ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Heeresfliegerwaffenschule im Besonderen“, so der scheidende Kommandeur Alfons Mais in seiner Ansprache.

Sowohl er als auch Generalmajor Spindler gingen in ihren Ansprachen auf das Thema Einsatzbereitschaft der neuen Hubschraubertypen ein, die in den vergangenen Wochen in ganz erheblichem Maße die Medienlandschaft beherrscht hätten. Die Aufrechterhaltung der erforderlichen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr bei limitierter Ressourcenlage sei eine Vorbedingung für die Wahrnehmung der Verantwortung Deutschlands für den Frieden in der Welt, so der Generalmajor. Die Diskussion dürfe nicht „irgendwelchen politischen Spielchen dienen“, gehe es doch um Leben und Tod „unserer Soldaten“.

Die Heeresfliegertruppe hätte ihren Anspruch, dass nur das beste und modernste Gerät zum Einsatz komme, „vorzüglich erfüllt“. Die neuen Waffensysteme Kampfhubschrauber Tiger und Transporthubschrauber NH90 sich beim ISAF-Einsatz in Afghanistan „zweifelsfrei bewährt“. Wozu die Heeresfliegerwaffenschule einen vorbildlichen Beitrag geleistet habe, so der Generalmajor.

Die Heeresfliegertruppe sei wie kaum eine andere Truppengattung durch den Fähigkeitstransfer der CH-53 zur Luftwaffe und der Reduzierung auf ein Kampfhubschrauberregiment nicht nur materiell, sondern in ganz erheblichem Umfang auch personell bei der Einnahme der neuen Struktur von Veränderungen betroffen. Die Neugestaltung des liegerischen Dienstes, die anstehende Umstrukturierung der Heeresfliegerwaffenschule zum Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum Mitte 2015 , die Überleitung der Fachaufgabe Heeresfliegereinsatz in die Division Schnelle Kräfte und der Transfer des Bereichs Weiterentwicklung an das neue Amt Heeresentwicklung führte Generalmajor Spindler an.

Was der scheidende Kommandeur Mais in seiner Ansprache mit Zahlen belegte. Bis zu 40 vorgezogene Organisationsanweisungen waren gleichzeitig während seiner Dienstzeit in Bückeburg umzusetzen. Obwohl die Umgliederung der Schule erst 2015 ansteht: „Insgesamt eine sehr bewegte Zeit.“ Die Maßnahmen zur Vorbereitung und Sicherstellung des ISAF-Einsatzes seien richtig und wichtig für die Truppengattung gewesen. „Der Erfolg gibt uns recht.“

Allerdings dürften die Kollateraleffekte dieser Entscheidung nicht vergessen werden, dies gelte es in zahlreichen Diskussionen zur aktuellen Lage immer wieder Mal in Erinnerung zu rufen: „Insbesondere in einer Zeit, wo allerorten und unter mannigfachem Rückgriff auf unsere Hubschrauber, ein Zerrbild der materiellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr gezeichnet wird.“ Bundeswehr, Heer und Heeresfliegertruppe hätten in der letzten Dekade alle Einsatzaufträge erfolgreich erfüllt. Brigadegeneral Mais: „Das war nicht immer einfach, aber das lassen wir uns auch nicht zerreden.“

Die personelle und materielle Konzentration auf den Einsatz sei gewollt und notwendig gewesen, so Mais weiter. Die personellen und technologischen Nachwirkungen erlebe die Heeresfliegertruppe derzeit. Es bedürfe einer offenen Defizitanalyse, die ohne Zweifel in einer den aktuellen sicherheitspolitischen Veränderungen Rechnung tragende Nachsteuerung münden werde. Die neuen Waffensysteme Tiger und NH90 hätten ihren operativen Fähigkeitsbeitrag nachgewiesen, auch wenn noch einer langer Weg vor uns liege: „Dazu setze ich weiterhin auf ihren vollen Einsatz, Kreativität, ihren langen Atem und ihre sinnbildliche Leidensfähigkeit.“

Auch personalstrukturell sei das Ziel noch nicht erreicht, trotz der inzwischen wirksam gewordenen Einschnitte im fliegenden Personal, „die extrem schmerzhaft waren“, so der scheidende Kommandeur weiter. Die Neukonzeption des fliegerischen Dienstes müsse alle Ressourcen auf die Einsatzbesatzungen konzentrieren. Der Ausbildungsorganisation komme in den kommenden Jahren eine herausragen Bedeutung zu, auch im Hinblick auf den Aufbau des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums in Bückeburg. rc

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