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Als der Sonderzug durch den Saal braust…

Bückeburg / "Klangzauber" Als der Sonderzug durch den Saal braust…

„Swinging Paul Lincke & Friends“ lautet das Motto, als der Klangzauber auf Schloss Bückeburg am Wochenende in die zweite Runde geht. Mit einem mitreißenden, temperamentvollen Programm voller Ohrwürmer und Evergreens erweisen „Walt Kracht & his Orchestra“ im ausverkauften Festsaal des Bückeburger Schlosses dem 1866 in Berlin geborenen Komponisten die Ehre, der wie kaum ein anderer als Vater der Berliner Operette gilt und dem so zeitlose Klassiker aus der Feder flossen wie das „Glühwürmchen“ oder die „Berliner Luft“ aus der Operette „Frau Luna“.

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„Walt Kracht & his Orchestra“ im ausverkauften Festsaal des Bückeburger Schlosses.

Quelle: jp

Bückeburg. Bückeburg. Mit eben dieser instrumental intonierten „Berliner Luft“ und der Fanfare aus „Fox tönende Wochenschau“ eröffnete das Hannoversche Ensemble, das sich seit Jahren der klassischen Big-Band-Musik im Stile Paul Kuhns, Max Gregers, Hugo Strassers oder Paul Henkels verschrieben hat, den Abend. Begrüßt wurde das Publikum von Ariane Jablonka von der Classic & Event Promotion aus Hannover, die einen ausdrücklichen Dank an das Fürstenhaus für die Gastfreundschaft bei dieser Konzertreihe richtete.

 Auch wenn dieser zweite Klangzauber ganz im Zeichen des Operetten-Schöpfers Paul Lincke stand, waren doch nicht nur dessen Kompositionen zu hören. Mit den „Friends“ im Titel des Programms waren nämlich in erster Linie die Pauk-Lincke-Ringträger gemeint. Der Paul-Lincke-Ring wird seit 1955 alle zwei Jahre von der Gemeinde Hahnenklee, wo Paul Lincke seine letzten Jahre verbrachte und 1946 starb, an Künstler verliehen, die sich um deutschsprachige Unterhaltungsmusik verdient gemacht haben. Ein illustrer und schillernder Kreis von Musikern ist dabei in den vergangenen 57 Jahren zusammen gekommen, angefangen von den Komponisten Friedrich Schröder und Gerhard Winkler über Musikproduzent Ralph Siegel und Schauspieler Freddy Quinn bis zu Rock- und Pop-Künstlern wie Udo Lindenberg, Peter Maffay und Rosenstolz-Sänger Peter Plate. Mit den Fantastischen Vier wurde sogar bereits eine HipHop-Gruppe ausgezeichnet. Zuletzt ging der Preis 2011 an Annette Humpe, die als Sängerin von Ideal Anfang der 80er Jahre zu den Wegbereitern der Neuen Deutschen Welle zählte.

 Dass ein so großer deutschsprachiger Künstler wie Udo Jürgens bereits 1981 den Paul-Lincke-Ring erhielt, überrascht kaum: Bei dessen „Aber bitte mit Sahne“ klatschte das Publikum bereits lauthals im Takt mit, nachdem Walt Kracht und seine bestens aufgelegten Bigband-Musiker die Ohren und die Herzen der Zuhörer mit Ralph Siegels „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ und Peter Keuders „Musik Musik Musik“ im Sturm erobert hatten, um sodann Udo Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“ durch den Festsaal brausen zu lassen.

 Restlos um den Finger gewickelt wurde das Publikum dann von der charmanten Hamburger Sopranistin Jasmin Zschiesche und „Liebling mein Herz lässt sich grüßen“ sowie dem ebenfalls aus Hamburg stammenden Bariton Thorsten Schuck, der dem Publikum mit den Zeilen von Friedrich Schröder offenbarte: „Man müsste Klavier spielen können.“ Wobei das Publikum im Geiste hinzufügte: „…oder so gut singen wie Thorsten Schuck“.

 Paul Linckes „Schlösser die im Monde liegen“ hatten Walt Kracht & his Orchestra eigens für den Auftritt im Fürstendomizil zu Bückeburg ins Programm genommen und boten es gleich in zwei Versionen dar: Einmal in dem Stil, wie es der Komponist selbst ersann und dann, wie es viele Jahre später ein Glenn Miller gespielt hätte. Und mit „So ein Kuss kommt von allein“ erwiesen Musiker und die beiden Sänger im Duett wie einst die Comedian Harmonists dem Komponisten und Dirigenten Franz Grothe die Ehre: „Ach, mir fehlt Erfahrung, hab‘ ja keine Ahnung wie ein Kuss entsteht, nicht gleich daran denken, erst die Blümlein schenken, bis man sich versteht.“ Sie halten das für Kitsch? Ja, aber es ist wunderschöner Kitsch.

 Nicht jeder wagt in einem Konzert den Schritt vom Revue- und Tonfilmkomponisten Friedrich Hollaender („Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“) zum Jazzmusiker Klaus Doldinger und seiner berühmten Tatort-Erkennungsmelodie oder vom Operettenfürsten Franz Lehar zur Schlagerlegende Katja Ebstein („Wunder gibt es immer wieder“) – dem Klangzauber gelang dies spielerisch. „Ach ich liebe alle Frauen“ sang sich Thorsten Schuck mit dem Klassiker aus dem Marika-Rökk-Film „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ in die Herzen der Zuhörer, und mit „Make the Knife“ ließen Walt Kracht und sein Orchester Kurt Weils „Dreigroschenoper“ anklingen. Hinweis:

 Den dritten Klangzauber dieser Saison bestreiten am kommenden Samstag, 17. März, an gleicher Stelle die Sopranistinnen Anne Goerner und Bettina Jensen sowie Mezzosopranistin Miriam Heinze mit einem Potpourri aus Oper, Operette und Musical. Unterstützt werden sie dabei vom Berliner Kabarettisten und Chansonier Ronald Schaller und Pianist Peter Rodekuhr.

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