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Als die Not immer größer wurde

Krankenhaus Lindenbrunn Als die Not immer größer wurde

Dort, wo sich heute in Coppenbrügge das Krankenhaus Lindenbrunn befindet, war im 16. Jahrhundert ein Schwefelbrunnen entdeckt worden, dessen Heilkräfte überregional von sich Reden machten. Seither hat die Einrichtung eine wechselvolle Geschichte erlebt, die Kreise zog. Und auch Bückeburg spielte dabei eine Rolle.

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Das Foto aus dem Archiv Lindenbrunn zeigt die Grundsteinlegung am 25. Mai 1971 für den Erweiterungsbau des Krankenhauses Lindenbrunn auf 240 Betten. Vorsitzender Karl-Heinz Nax (links) verfolgt aufmerksam, wie Kurt Partzsch die Maurerkelle einsetzt.

Quelle: Archiv

Bückeburg. Von Christiane Stolte

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es hauptsächlich schwer verwundete Soldaten, die betreut wurden und deren Spätfolgen behandelt werden mussten. Deutschlandweit entstand ein großer Bedarf an Pflegeplätzen. Immer mehr Hilferufe gingen damals beim Bund der Hirnverletzten ein. Eine kleine Gruppe sozialpolitisch engagierter Bürger gründete daraufhin 1965 den Verein zur Betreuung von Schwerbeschädigten, um in Bückeburg eine Jugendherberge in ein Heim für Behinderte umzubauen.

Trotz schwacher Finanzen gelang es dem Verein innerhalb kürzester Zeit, das Wohnheim in Bückeburg aufzubauen, ein Spezialkrankenhaus in Coppenbrügge einzurichten und dann auch noch ein weiteres Heim für Behinderte in Bad Rehburg zu schaffen. Zweck der Vereinsgründung war es, die wohlfahrtspflegerische Betreuung von Schwerbehinderten zu übernehmen. Der Satzungszweck wird mittlerweile durch das Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge und durch die Führung mehrerer Behinderten- und Pflegeheime verwirklicht. So ist der Verein Träger beziehungsweise Gesellschafter der Scharnhorstresidenz in Hameln, einer Pflegeeinrichtung im Zentrum von Bad Nenndorf, des Hauses „Kurt Partzsch“ in Bückeburg sowie des Hauses „Viktoria Luise“ in Bad Rehburg.

Der Verein, der sich mittlerweile „Verein zur Betreuung von Schwerbehinderten“, nennt, feierte jetzt im Weserbergland-Zentrum Hameln 50-jähriges Bestehen. „In den Einrichtungen wird eine gute, über die Maßen hinausgehende Arbeit geleistet“, betonte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Sie appellierte an die Politik, bundesweit dafür Sorge zu tragen, die Pflegeberufe besser anzuerkennen und entsprechend zu honorieren, damit diese Berufe wieder attraktiver werden. „Derzeit sind bundesweit 700 Stellen als offen gemeldet“, bilanzierte sie.

Darüber hinaus nahm die Ministerin Stellung zum Thema Inklusion. Auch die Gesellschaft müsse dazu beitragen, dass Inklusion gut funktioniere und behinderte Menschen voll respektiert werden. Auch Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels lobte die Arbeit des Vereins zur Betreuung von Schwerbehinderten. „Sie ist ein Ding, das mit Herz, Hand und Verstand und nah am Menschen praktiziert wird“, betonte der Landrat.

Ralf Harmening erinnerte an die Gründung des Vereins am 8. September 1965, als Karl-Heinz Nax zum Vorsitzenden gewählt worden war. „Nach der Gründungssitzung ging die Arbeit zügig los“, erinnerte der amtierende Vorsitzende an die Vereinsanfänge. Der Verein sei schnell expandiert. Frank Schmidt, Geschäftsführer des Krankenhauses Lindenbrunn, zeigte in einer Präsentation zur Vereinsentwicklung, dass der Verein derzeit rund 718 Mitarbeiter beschäftigt, die auf 483,03 Stellen verteilt sind. Das Krankenhaus Lindenbrunn verfügt über 212 Betten. Pro Jahr werden rund 3000 Patienten versorgt.

Professor Dr. Dr. Stefan Evers, Chefarzt der Neurologie im Krankenhaus Lindenbrunn, rundete die Feier mit einem Vortrag „Neurologie und Musik“ ab. Das aus „Manni“ und „Gabi“ bestehende Komikerduo „Fooltool“ sorgte mit kleinen Theateraufführungen für Heiterkeit bei den zahlreichen Gästen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch das Duo „Zheng & Lu“.

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