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Alte Synagoge ist verkauft

Charakter erhalten Alte Synagoge ist verkauft

Die Alte Synagoge an der Bahnhofstraße in Bückeburg ist verkauft. Käufer und Investor ist der Bückeburger Immobilien- und Projektentwickler Dennis Roloff, der in den vergangenen Jahren zahlreiche denkmalgeschützte Bauten in und um Bückeburg saniert hat. Er plant unter anderem einen Seminarraum.

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Der Gebetsraum der Alten Synagoge beziehungsweise spätere Königreichssaal der Zeugen Jehovas will Käufer und Investor Dennis Roloff erhalten und für Seminare oder Schulungen vermieten.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Verkäufer des Gebäudes mit der Hausnummer 33 ist die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, die das Gebäude Mitte der fünfziger Jahre von der „Jewish Trust Corporation for Germany“ (JTC), einer in London ansässigen jüdischen „Rechtsnachfolgeorganisation“, erworben hatte und bis September als Versammlungsstätte (Königreichssaal) genutzt hat.

Charakter soll erhalten bleiben

 „Ich werde den Charakter dieses geschichtsträchtigen Hauses erhalten und nach und nach wieder herstellen“, sagte Roloff während eines Ortstermins im Gespräch mit unserer Zeitung. Angesichts des geschichtlichen und zeitgeschichtlichen Hintergrundes sei es „schon ein komisches Gefühl“, in diesem Gebäude und in den Räumen zu stehen. Den alten jüdischen Gebetssaal, der später als Königreichssaal genutzt wurde, werde er nicht verändern und in seiner jetzigen Form belassen. Nach seinen Vorstellungen soll der Raum als Seminar- und Schulungsraum für Interessierte zur Verfügung stehen und kann gemietet werden. Nur noch die alten, bunten Fenster des Saales erinnern an die Nutzung als Synagoge.

 Wie Roloff weiter sagte, werde er die Immobilie auch für die Öffentlichkeit zugänglich machen, etwa beim „Tag des offenen Denkmals“. „Ich habe in vielen Gesprächen erfahren, wie groß das Interesse der Bevölkerung an diesem Gebäude ist.“

Nutzung nicht unumstritten

 Zum Hintergrund: Die Folgenutzung der einstigen Synagoge war nicht unumstritten. Das Gebäude war 1955 auf den Verein „Königreichssaal“ übergegangen und in der Folge von den Zeugen Jehovas nur für ihre Versammlungen genutzt worden. Erst nach längerem Hin und Her konnte Ende der neunziger Jahre eine Erinnerungstafel am Haus angebracht werden. Den Anstoß hatten die Schüler der Geschichtswerkstatt der Herderschule unter Anleitung ihres Lehrers Klaus Maiwald gegeben. Seitdem weist eine schlichte Plakette mit der Inschrift „Dieses Gebäude diente von seiner Erbauung 1866 bis zum 9.11.1938 als Synagoge“ auf die wechselvolle Geschichte des Gebäudes hin.

 Das als Einzelbaudenkmal ausgewiesene Gebäude, das 1866 im neo-islamischen Stil erbaut wurde, will Roloff nach und nach wieder in seine ursprüngliche Form zurückversetzen. Die Rundbögen der zugemauerten Fenster sollen freigelegt und Sprossenfenster eingebaut werden. Der repräsentative Eingang an der Vorderseite wird wiederhergestellt. Ob er die Türmchen, die bis dahin aus rein stilistischen Gründen die Fassade schmückten und keinen religiösen Zweck hatten, wieder errichten wird, ließ Roloff offen: „Das dürfte sehr teuer werden.“ Die Gebäudefassade war im Zuge der Umnutzung durch die Zeugen Jehovas bis 1957 verändert worden.

 Die beiden Wohnungen im Erdgeschoss unter dem Gebetssaal sollen modernisiert werden, eine dritte Wohnung im Obergeschoss ebenfalls. Einen Teil der Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses wird Roloff selbst nutzen, um dort Büro und Verwaltung seiner Firma unterzubringen. rc

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