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Amtsgericht verabschiedet Direktor Böhm

Bückeburg Amtsgericht verabschiedet Direktor Böhm

Wechsel am Amtsgericht Bückeburg: Der frühere Direktor Armin Böhm ist gestern nach 4495 Tagen im Dienst verabschiedet, sein Nachfolger Klaus Neubert offiziell eingeführt worden.

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Wechsel vollzogen: Gabriele Witten-Neubert (von links) und ihr Mann, der neue Direktor Klaus Neubert, Eike Höcker, Präsidentin des Landgerichts, der vorherige Behördenleiter Armin Böhm und dessen Frau Ursula Riedel-Böhm nach der Feierstunde.

Quelle: y

Bückeburg. „Mein wesentliches Merkmal scheint zu sein, dass ich Kampfsport betreibe“, scherzte der neue Chef. Mehrere Redner hatten dies zuvor erwähnt. Es handelt sich um Kali, philippinische Kampfkunst. „Das soll die Kollegen aber nicht abschrecken“, fügte Neubert mit einem Augenzwinkern hinzu.

Aber im Ernst: „Ganz wichtig ist mir, dass die Arbeit Spaß macht“, wie der neue Behördenleiter den Mitarbeitern versicherte. Der Trend, die EDV zu verstärken, werde sich fortsetzen, prophezeite er. „Wir müssen technische Neuerungen aufgreifen.“ Dazu können aus seiner Sicht auch virtuelle Gerichtsverfahren gehören, also der zunehmende Einsatz von Techniken für Videokonferenzen.

Vor dem Wechsel, vollzogen im Mai, war Neubert rund 25 Jahre lang am Amtsgericht Hannover, zuletzt als Leiter der Insolvenz-Abteilung. In Bückeburg reizt ihn „die Gelegenheit, etwas ganz anderes zu machen“. Er sieht sich dabei als „Dirigent, der sein Orchester mitnimmt“, wie Neubert (57) im Interview mit dieser Zeitung erklärt hatte. „Auf Tournee werden Sie mit dem Amtsgericht allerdings nicht gehen können“, griff Eike Höcker, Präsidentin des Landgerichts, die entsprechende Schlagzeile auf und trug damit ebenfalls zur Heiterkeit bei.

Zuvor hatte die Dienstvorgesetzte aller Schaumburger Gerichte Böhm als „ausgesprochen beliebt, aktiv und präsent“ gewürdigt, typisch auch dessen „sportlich-dynamisches Auftreten“. In einem Fall führte dies allerdings zu einem Dienstunfall: Böhm, der unter anderem Volleyball beim Jedermannsport des VfL Bückeburg spielt, hatte im Justizgebäude drei Treppenstufen auf einmal genommen. Direktor des Amtsgerichts war er seit Dezember 2001, zuvor Oberstaatsanwalt in Celle. Und weil Böhm „gerne über den Tellerrand schaut“, so Höcker, baute er nach der Wende die Staatsanwaltschaft in Halle/Saale mit auf. Sicherheit war für ihn in Bückeburg besonders wichtig, deshalb gibt es heute eine Sicherheitsschleuse und regelmäßige Einlasskontrollen. „Herr Böhm hat das Thema Sicherheit vorangebracht“, stellte die Präsidentin fest und fügte anerkennend hinzu: „Er ist dem Ministerium auf die Füße getreten und hat sich nicht nur Freunde gemacht.“ Neubert will die Bemühungen fortsetzen.

Genug des Lobes. Böhm freute sich darüber, räumte aber auch ein: „Ich habe sicher nicht immer alles richtig gemacht. Man möge mir das nachsehen.“ Sichtlich gerührt dankte er den langjährigen Kollegen, betonte aber auch die guten Beziehungen zu Staatsanwaltschaft, Polizei, Verwaltung und Anwaltschaft. Geprägt gewesen seien die Jahre auch von Personalabbau und Arbeitsverdichtung. „Im Vergleich zu anderen waren wir noch gut besetzt“, so Böhm. „Dadurch wurden wir zu einer Art Einsatzreserve.“

Böhm habe große Fußstapfen hinterlassen, erklärte der stellvertretende Direktor, Hartmut Vogler. „Du wirst Deinen eigenen Weg finden“, gab Böhm den Stab an Neubert weiter. Beide Männer kennen sich schon lange. Grußworte sprachen auch Karsten Martens vom Anwaltverein, der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum und Susanne Schulze vom Personalrat.

Weil Böhm und Neubert so sportlich sind, lud Bürgermeister Reiner Brombach sie übrigens zur Teilnahme bei „Bückeburg sucht den Supersprinter“ ein. Franz Beckenbauer würde sagen: „Schau’n mer mal.“ ly

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