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Bückeburg Stadt Ans Leben in Deutschland anpassen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Ans Leben in Deutschland anpassen
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00:27 07.11.2015
Blick in eins der Bundeswehrhäuser an der Königsberger Straße: Jede Wohnung hat drei Zimmer, Küche und Bad. Die Räume sind recht spartanisch eingerichtet: In jedem Zimmer stehen drei Feldbetten, darauf Kissen und Decken. Quelle: kk
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Bückeburg

Anlieger der Königsberger Straße haben bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt. Dort und in der angrenzenden Jägerkaserne waren bereits vor Wochen Flüchtlinge untergebracht. Gestern wurde erneut ein Bus direkt von der österreichischen Grenze erwarten, der 50 neue Bewohner für die Notunterkunft in sieben Bundeswehrhäusern bringen sollte.

 Anwohner forderten, dass die neuen Nachbarn besser als in der Vergangenheit mit den hiesigen Lebensgewohnheiten vertraut gemacht werden und sich anpassen müssten. Das Leben der Flüchtlinge habe sich vorrangig auf der Straße abgespielt, das sei nicht nur ungewohnt, sondern auch gefährlich: Fußballspielen und Fahrradfahrenlernen habe im Verkehr zu brenzligen Situationen geführt. Zusätzlich zugespitzt habe sich die Lage durch viele „Gaffer“, die nur aus Neugierde durchs Viertel gefahren seien. Auch in den Bäumen zum Trocknen aufgehängte Unterwäsche erregte Anstoß.

 Ärgerlich sei die Müllentsorgung nach dem Auszug gewesen: Die Container seien übergequollen – auch mit Dingen, die erst kurz zuvor gespendet worden seien. Gerade bei der Koordination der Spendenbereitschaft und des ehrenamtlichen Engagements habe es noch Defizite gebeten.

 Es gab auch positive Stimmen: Corinna Brockhaus, die durchaus die Müll- und Spendenproblematik sah, freut sich darauf, dass es im Viertel nun ein bisschen „bunter“ zugehe. Und Rainer Prange interessierte sich für Patenschaften mit Flüchtlingsfamilien.

 In all diesen Punkten greift die „Dezentrale Flüchtlingssozialarbeit“, die die Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske vorstellte. Neun Sozialarbeiter beschäftigt die Arbeiterwohlfahrt derzeit kreisweit hierfür, weitere sollen folgen. Sie vermitteln registrierten Flüchtlingen „Alltagskultur“ vom Einkaufen über die Mülltrennung bis zum Personennahverkehr, beraten in Geldangelegenheiten und begleiten zum Arzt oder zu Behörden. Sie sollen aber auch Ansprechpartner für die Nachbarn mit deren Sorgen und Nöte sein und dabei helfen, Kontakte zu knüpfen. Hanauske: „Wir wollen das Zusammenlegen erträglich gestalten.“ Sie musste aber auch einräumen, dass nicht jedes Problem schnell und einfach beseitigt werden könne. Umso wichtiger sei es, Probleme nicht unter den Teppich zu kehren, sondern darüber zu sprechen. So würden demnächst im Awo-Büro an der Fürst-Ernst-Straße Nachbarschaftssprechstunden abgehalten.

 Die Bückeburger bewegen aber auch ganz grundsätzliche Frage wie diese: „Sind Zwangseinweisungen in Wohnungen geplant?“, wollte Hilmar Teichmann wissen. Solche Bedenken entkräftete Landrat Jörg Farr mit einem ganz klaren „Nein“. Er berief sich dabei auf Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.

 Für Nachdenklichkeit sorge eine Wortmeldung von Ludwig Pohl: „Warum hört man von der alten Flüchtlingsgeneration nichts?“ Gerade wer Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg selbst durchlitten habe, könne doch seine Erfahrungen weitergeben. Damit würde es nicht zuletzt der jungen Generation erleichtert, sich in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen. Apropos junge Generation: Dort gibt es wohl nicht so viele Berührungsängste: Lehrer Björn Riemer berichtete, dass Schüler des Gymnasiums ein Fußballturnier für Flüchtlinge planen.kk

 Blick in eines der Bundeswehrhäuser an der Königsberger Straße: Jede Wohnung hat drei Zimmer, Küche und Bad. Die Räume sind recht spartanisch eingerichtet: In jedem Zimmer stehen drei Feldbetten, darauf Kissen und Decken. kk

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