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Antifa besetzt die ehemalige Herderschule

Bückeburg / Einrichtung eines alternativen Jugendzentrums gefordert Antifa besetzt die ehemalige Herderschule

Ein Trakt der ehemaligen Herderschule ist in der Nacht vom zweiten Weihnachtstag auf Donnerstag besetzt worden. Mitglieder und Sympathisanten eines Arbeitskreises des Antifa-Infoportal Weser/Deister/Leine drangen in das leer stehende Gebäude der ehemaligen Realschule ein und besetzten beide Stockwerke des westlichen Traktes der aus drei Gebäuden bestehenden Schule. Sie fordern ein alternatives Jugendzentrum, um nach eigenen Angaben auch einen Schutzraum zu schaffen, in welchen sich von Nazigewalt Betroffene zurückziehen können.

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Banner hängen aus den Fenstern des besetzten Traktes der ehemaligen Herderschule, der von etwa 15 Angehörigen und Sympathisanten der Antifa besetzt ist. Sie fordern die Einrichtung eines autonomen Jugendzentrums.

Quelle: rc

Bückeburg (rc). Die Polizei zog im Verlauf des Donnerstages starke Polizeikräfte rund um das Gebäude zusammen. Bis zu 20 Sympathisanten versammelten sich auf dem angrenzenden Neumarktplatz, um ihre Solidarität mit den zehn bis 20 Besetzern, so Schätzungen, zu bekunden. Auch ein Wagen mit Personen, die der Neonazi-Szene zugerechnet werden, fuhr über den Platz und filmte das Geschehen.

Die Polizei hatte zunächst Schwierigkeiten in den Trakt vorzudringen, da dieser nach unbestätigten Angaben verbarrikadiert gewesen sein soll. Auch einen Ansprechpartner bei den rund 15 Besetzern zu finden, gestaltete sich schwierig. Besorgte – und überraschte – Eltern, die sich vor dem Gebäude versammelten, nahmen Kontakt mit ihren Sprösslingen im Gebäude auf. Der Landkreis Schaumburg als Hausherr und Eigentümer des Gebäudes schickte den Schulamtsleiter vor Ort.

Der Pressesprecher des Landkreises, Klaus Heimann, sagte mittags gegenüber unserer Zeitung, dass die Besetzung des Gebäudes nicht hingenommen wird und notfalls geräumt werde müsse, wenn die Besetzer nicht freiwillig gehen. Am Abend kristallisierte sich nach einem Telefongespräch mit einem der Besetzer heraus, dass der Landkreis den Besetzern ein Ultimatum gestellt hat, das Gebäude bis Mitternacht freiwillig zu räumen. „Dann sehen wir auch von einer Strafanzeige ab“, so der Pressesprecher: „Ein echtes Angebot.“ Dies sei auch vor dem Hintergrund erfolgt, um schnellstmöglich eine Basis für Gespräche zwischen Besetzern, Stadt und Landkreis zu finden. Dem Kreis seien die Probleme und die Forderungen bisher nicht bekannt gewesen, die Lösung Sache der Stadt Bückeburg. Auf jeden Fall sei die Besetzung nicht das geeignete Mittel: „Das haben wir ganz deutlich gemacht.“

Wie der Arbeitskreis der Antifa in einer Pressemitteilung, die am Donnerstagmorgen verbreitet wurde, schreibt, handle es sich um eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Bückeburg und Umgebung, die sich zusammengefunden haben, um in Bückeburg ein alternatives Jugendzentrum aufzubauen. Es gebe eine Vielzahl von Aspekten, die sie zu diesem Schritt veranlasst hätten. Sie wollten ein selbst verwaltetes Zentrum Bückeburg schaffen, in dem es der Jugend möglich sei, sich frei zu entfalten, politisch weiterzubilden und die Freizeit selbst zu gestalten. Das Zentrum solle für alle Interessierten zugänglich sein: „Jedoch distanzieren wir uns von rechtem Gedankengut und lehnen jegliche Ausgrenzungsmechanismen ab.“ Zwar gebe es in Bückeburg bereits die Jugendfreizeitstätte. Was für sie aber keine Alternative sei. Werfe man einen Blick in das Programm des Jugendzentrums, so falle auf, dass es kaum Angebote für ältere Jugendliche gibt. Es biete hauptsächlich Aktivitäten für Kinder an: „Wir wollen hierzu keine Konkurrenz darstellen, sondern mit unserem Angebot das Jugendzentrum ergänzen.“

Des Weiteren herrsche in Bückeburg die Situation, dass in der Stadt und Region eine äußerst radikale Nazigruppierung aktiv ist: „Hierdurch werden viele Jugendliche beinahe täglich mit rechter Gewalt konfrontiert. Unser Ziel ist es einen Raum zu schaffen, in welchen sich von Nazigewalt Betroffene zurückziehen können.“ Darüber hinaus wolle die Gruppe durch politische Bildungsmöglichkeiten präventiv gegen das Erstärken der Nazigruppe und das Gewinnen neuer Anhänger vorgehen und eine Gegenkultur fördern.

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