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Attacke im Swinger-Club

Prozess Attacke im Swinger-Club

Sex und Gewalt: Um die juristischen Folgen einer gescheiterten Beziehung geht es in einem Prozess, der jetzt vor dem Schöffengericht in Bückeburg begonnen hat.

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Quelle: dpa

BÜCKEBURG/EILSEN. Trauriger Höhepunkt waren körperliche Übergriffe in einem Schaumburger Swinger-Club, wo das Pärchen sich an jenem 16. August 2015 eigentlich mit Gleichgesinnten vergnügen wollte. Stattdessen soll die Frau in einem gemieteten Zimmer von ihrem Begleiter Prügel bekommen haben.

 Vor Gericht gab es nun ein Wiedersehen. Auf der Anklagebank sitzt der Mann, ein 27-Jähriger aus dem Kreis Herford. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig wirft ihm sexuelle Nötigung und Körperverletzung vor. Zum Prozessauftakt hat die Frau die Vorwürfe wiederholt.

 In zwei Fällen soll der Herforder auf seine damalige Freundin losgegangen sein, einmal in deren Luhdener Wohnung, drei Tage später dann im Swinger-Club („Alles kann, nichts muss“), wo man auch Räume zum Übernachten mieten kann. Nachdem sich am ersten Abend ein netter Herr mit eindeutigen Absichten zu den beiden gesellt haben soll, verlief der zweite Tag wohl weniger erfreulich. Im Streit soll der 27-Jährige seiner Freundin im Schlafzimmer unter anderem ein halbes Dutzend Faustschläge verpasst, sie gegen den Fernseher und eine Wand geschubst haben.

 Grundsätzlich gibt er zu, damals handgreiflich geworden zu sein, bemängelt die Anklageschrift jedoch in mehreren Details. Wichtig ist ihm beispielsweise die Feststellung, dass die Frau stand, als sie die Faustschläge auf den Rücken bekommen habe. Vorgeworfen wird ihm nämlich, dass das Opfer vorher zu Boden gegangen sei.

 „Ich hatte sehr viel getrunken“, gibt der Angeklagte zu bedenken. „Und ich war eifersüchtig.“ Was offensichtlich an mindestens einem Swinger lag, der sich intensiv um die Gunst der Dame bemüht hatte. Die Frau war jedenfalls drei Wochen lang krankgeschrieben. Später soll sie überdies einen Zusammenbruch erlitten haben.

 Beim vorausgegangenen Vorfall in Luhden will der 27-Jährige seine damalige Freundin lediglich „an den Armen festgehalten“ haben. „Das war die einzige Handgreiflichkeit“, versichert er. In der Anklageschrift liest sich das vollkommen anders: An jenem Nachmittag soll er die Frau körperlich angegriffen, im Intimbereich berührt und grinsend ein 30 Zentimeter langes Küchenmesser in die Hand genommen haben.

 Der Angeklagte kann sich die Anschuldigungen nur so erklären, dass ihm die Frau entweder „einen reinwürgen oder richtig abkassieren“ will. Oder beides. Ja, das gibt der 27-Jährige zu, er habe sie in ihrer Wohnung „vielleicht fester angepackt“, ihr blaue Flecken verpasst. „Aber sie übertreibt maßlos.“ Im Swinger-Club habe es dagegen „richtig gerumst“.

 Fest steht, dass der Angeklagte eine andere Freundin, die er vor der Luhdenerin hatte, auch schon mal „härter angefasst“ hat. Jene Frau war allerdings 1,86 Meter groß und kein Leichtgewicht. „Wenn die einen anspringt…“, bringt er den Satz lieber nicht zu Ende. Offen bleibt, warum sich Partner überhaupt anspringen sollten. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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