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Auf dem Papier pleite – aber Geld ist da

Buchholz Auf dem Papier pleite – aber Geld ist da

„Das soll einer verstehen: Auf dem Papier sind wir pleite, aber faktisch haben wir Kohle“, meint Frank Rinne kopfschüttelnd – und die Ratskollegen von WiB und SPD lachen zustimmend.

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Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert. Das gilt auch für Buchholz: Die Rücklage der Gemeinde ist auf 1,64 Millionen Euro gewachsen.

Quelle: tw

Buchholz. Das Gelächter gilt der „Doppik“, der „Doppelten Buchführung in Konten“, unter deren Regie die Gemeinde jetzt ihren aktuellen Premiere-Etat aufstellen musste. Derweil weiß Bürgermeister Hartmut Krause nicht, ob er lachen oder weinen soll. Für ihn steht fest: „Das Ganze ist Mist. Die Doppik schafft nicht die uns versprochene Transparenz, sondern verwirrt nur und verursacht immense Kosten.“

 Gleichwohl hat die Gemeinde nun einen Etat, der von den Abgeordneten während der jüngsten Zusammenkunft auch einstimmig beschlossen wird. Kurios in dem Zahlenwerk: Zwischen den Erträgen in Höhe von 932000 Euro und den Aufwendungen in Höhe von 1,03 Millionen Euro klafft im Ergebnishaushalt eine Lücke von 100000 Euro. Damit kann der Haushalt nicht ausgeglichen werden – „und das voraussichtlich auch die kommenden drei Jahre nicht“, wie Svenja Edler erklärt. Ein Konsolidierungskonzept werde Buchholz aber voraussichtlich nicht brauchen, betont die Kämmerin. Denn für die ersten Etats, die unter der Regie der Doppik erstellt werden, gebe es eine Art Schonfrist. Sie, Edler, sei zuversichtlich, dass das der Landkreis Schaumburg in der Anfangsphase genau so sehen werde.

 Obwohl die Gemeinde beim Haushaltsausgleich also die Latte gerissen hat, „ist die Lage tatsächlich gar nicht so schlecht, wie sie durch die Doppik-Brille aussieht“, beschwichtigt die Fachfrau. Zumal die Rücklage des Ortes in Form von Geld auf Girokonten und Sparbüchern jüngst um 200000 Euro auf aktuell 1,64 Millionen Euro aufgestockt werden konnte und Buchholz obendrein frei von Schulden ist. „Ich als Privatmann würde, wenn ich sähe, dass mein Girokonto ,leer‘ ist, Geld von meinem Sparbuch drauf überweisen – und die ,Pleite‘ wäre aus der Welt“, meint Wolfgang Witt. Doch nicht nur der WiB-Fraktionschef muss sich sagen lassen, dass das für eine Gemeinde im neuen Zeitalter der Doppik so einfach nicht geht.

 An Gemeindesteuern erwartet Buchholz im laufenden Jahr Einnahmen in Höhe von 668000 Euro; das Rechnungsergebnis des Vorjahres hatte noch bei 866000 Euro gelegen. Von den Marginalien wie Grund- und Hundesteuern abgesehen, bildet die Gewerbesteuer mit 620000 Euro den Löwenanteil dieser Einnahmen; im Vorjahr waren aus dem Gewerbe 816000 Euro geflossen. Die Einnahmen aus der Einkommens- und Umsatzsteuer liegen für Buchholz dagegen mit 238000 Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

 Stichwort Aufwendungen: An Kreisumlage werden 465000 Euro fällig; an Samtgemeindeumlage muss Buchholz 294000 Euro zahlen; die Gewerbesteuerumlage beträgt 142000 Euro. Im Jahre 2011 hatten diese Zahlen noch ganz anders ausgesehen. Aber: „Das Jahr 2011 ist ein absoluter Ausreißer gewesen. Weil die Gewerbesteuererträge nicht so hoch waren, hatte Buchholz sowohl von der Samtgemeinde als auch dem Landkreis noch Geld zurückbekommen“, erinnert Edler. So entstand ein Guthaben von 530000 Euro.

 Natürlich wird die Gemeinde auch im aktuellen Jahr Geld in ihre weitere Entwicklung investieren. Im Einzelnen für diese Maßnahmen: Bückebergstraße

 An Planungskosten für Dinge, die das Tempo von Autos auf der „Hauptschlagader“ des Dorfes senken, sind 40000 Euro reserviert. Dorfgemeinschaftshaus

 Für das Beschaffen einer neuen Theke sowie neuer Tische und Stühle plant die Gemeinde 25000 Euro ein.

 Und dann sind da noch die „Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung“, die im ersten Jahr der Doppik nicht im Ergebnis- und Finanzhaushalt abgebildet werden. „Die Gemeinde“, sagt die Kämmerin, „muss sie aber aus eigenen Mitteln bilden.“ Zu den Rückstellungen zählen: ^

Im Hofkamp: Das Erneuern der Fahrbahndecke auf der Straße Im Hofkamp wird mit 80000 Euro veranschlagt.

Bepflanzungen: Pflanzmaßnahmen in der Gemeinde schlagen mit 20000 Euro zu Buche.

Dorfgemeinschaftshaus: Für den Unterhalt des Grundstücks Bückebergstraßewerden 17000 Euro reserviert.

Zaunanlage: Ein neuer Zaun an der Rückseite des Dorfgemeinschaftshauses verschlingt 8000 Euro.

Spielplätze: Das Beschaffen von Ersatz für marode Spielgeräte auf den Plätzen im Ort will sich Buchholz 5000 Euro kosten lassen.

Das macht unterm Strich Rückstellungen von 140000 Euro. „Umsetzen“, beruhigt die Kämmerin, „können wir diese Dinge nur, weil wir die Mittel dafür tatsächlich haben.“

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