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Auf der Bühne ist es oft zu dunkel

Bückeburg / Investitionen im Rathaussaal Auf der Bühne ist es oft zu dunkel

Er zählt zu den schönsten Veranstaltungssälen der näheren und weiteren Umgebung, der Rathaussaal. Aber wie das so ist, kostet ein über 100 Jahre alter Saal auch eine Menge. Und bereitet mit seiner teilweise veralteten Technik auch einige Probleme. Das wurde jetzt bei einem Ortstermin der Kulturpolitiker deutlich, die den Saal in Augenschein nahmen und sich einen Überblick verschafften, was in den kommenden Jahren alles so an Investitionen auf die Stadt zukommen könnte.

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„Licht, mehr Licht“: Kulturvereins-Geschäftsführerin Johanna Woydt (von links) verdeutlicht Albert Brüggemann und Carsten Spier das Pro-blem mit der Ausleuchtung der Bühne des Rathaussaals.

Quelle: rc

Bückeburg (rc).  An erster Stelle steht die Anschaffung und Montage einer sogenannten Traverse, die etwa in der Mitte des Saals unter der Decke montiert werden müsste, um mit daran montierten Scheinwerfern das Geschehen auf der Bühne nach den Erfordernissen der jeweiligen Theater-, Kabarett- oder Musiktruppe ausleuchten zu können. „Da gibt es seitens der Veranstalter inzwischen sehr detaillierte Pläne, die wir mit der jetzt vorhandenen Technik und Ausleuchtung nicht erfüllen können“, erläuterte Johanna Woydt, Geschäftsführerin des Kulturvereins, die täglich mit solchen Organisationsfragen zu tun hat. Mit der vorhandenen Beleuchtung könne zwar die Hauptbühne ausgeleuchtet werden, wenn auch nur seitlich. Die Vorbühne liege dagegen quasi im Dunkeln, obwohl sie der Teil der Bühne sei, wo die Atmosphäre am Schönsten und daher am liebsten gespielt werde.

 Auf ein weiteres Problem mit der Beleuchtung wies der stellvertretende Bühnentechniker Carsten Spier hin. Die Lichtleiste über der Hauptbühne wird mit 150-Watt-Glühbirnen betrieben. Die es nach der EU-Gesetzgebung nicht mehr gibt. „Wenn eine kaputt geht, müssen wir wohl damit leben“, zuckte er mit den Achseln.

 Um auf ein weiteres Problem mit der Vorbühne hinzuweisen. Die Bretter, die die Welt bedeuten, müssen erneuert und verstärkt werden. Sonst könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie bei zu großer Belastung durchbrechen könnten. Und verwies auf ein Beispiel beim letzten Auftritt der Göttinger Sinfoniker. Hier habe während der Konzertpause der Konzertflügel von der Bühne gerollt werden müssen. „Unter dem Gewicht haben sich die Bretter über zwei Zentimeter durchgebogen. Wir haben Glück gehabt“, so der Bühnentechniker.

 Seit der energetischen Sanierung des Saals gibt es nicht mehr die Probleme mit frierenden Zuhörern, erfuhr der Ausschuss für Kultur und Tourismus weiter. Die jetzt eingebaute Wärmepumpe und die Konvektionsstrahler würden genügend Wärme erzeugen, allerdings müsse der Eiserne Vorhang, der Bühne und Zuschauerraum trennt, einen Tag vorher geöffnet werden, damit sich im Bühnenhaus ein wärmendes Luftpolster von oben nach unten aufbaut.

 Was eine Menge Geld kostet, wie die Kulturvereins-Geschäftsführerin berichtete. Für das Theaterstück „Mozart und Casanova“ Mitte Februar dieses Jahres – der Zeitraum, als es einige Tage knackig kalt war – habe sie eine Energiekostenrechnung von 1500 Euro bezahlen müssen. Die Energiekosten würden nach der Sanierung „eher noch höher“ liegen, so ihre Einschätzung.

 Weitere Einblicke in die fast schon museal anmutende Technik bekam der Ausschuss, als er sich über enge Stiegen und Treppen bis hinauf unter den staubigen Schnürboden begab. Dort, wo über gusseiserne Rollen die Seilzüge für die Vorhänge und Kulissen laufen. „Heute schon ein Unikat“ merkte der Bühnentechniker an, „aber sie funktionieren reibungslos.

 Aus nächster Nähe bewundert werden konnte auch der Vorhang „Der Wald“ mit seinen dunklen Tannen und röhrenden Hirschen. Er ist so alt, dass sich keiner der Anwesenden erinnern konnte, seit wann er dort hängt. Und abgenommen und aufgearbeitet werden, kann er nicht mehr – sonst würde die Farbe abplatzen. Ein Grund auch, warum „Der Wald“ bei der Sanierung des Saals hängen gelassen wurde.

 Bewundert werden konnte auch die Wind-, Regen- und Donnermaschine, die schon seit Langem nicht mehr genutzt wird. Sie funktioniert aber nach wie vor, wie Bühnentechniker Carsten Spier vorführte, der seit 14 Jahren für die Technik des Saals verantwortlich ist und so gut wie jeden Winkel und jede Steckdose kennt.

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