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Bückeburg Stadt Auf der Suche nach den Ariern
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00:31 28.11.2014
Mo Asumang (Mitte) stellt sich den Fragen der Schüler aus der Geschichtswerkstatt der Oberschule. Quelle: mig
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Bückeburg

Asumang inmitten einer Demo von Neonazis oder in den USA bei einem Treffen des Ku-Klux-Klans – es sind diese Bilder, die einem beim Betrachten von „Die Arier“ die Luft nehmen. „Das ist ganz schön mutig“, ist aus den Reihen der Schüler zu hören, die Asumang an die Oberschule eingeladen haben. Der Besuch, der mit einem Workshop beginnt, endet mit der öffentlichen Vorführung des Films und einer kleinen Fragerunde.

 „Hatten Sie keine Angst?“ wollen die Schüler von der Filmemacherin wissen. „Ein wenig schon“, gibt Asumang zu. Allerdings gibt sie zugleich zu bedenken: „Ich war ja bei der Demo an einem öffentlichen Ort, da ist die Gefahr kleiner.“ Und: „Es gab sogar Begegnungen, wo mich einer angelächelt hat oder wo man Selfies mit mir machen wollte.“

 Warum sie den Film gemacht habe? „Weil man gerade bei Rassismus oft wegschaut. Das kann man in diesem Fall aber nicht.“ Außerdem habe sie wissen wollen, wo das Wort arisch herkommt. „Das ist ja ein Wort, das völlig unreflektiert verwendet wird.“

 Der Reihe nach: Alles beginnt mit einer Morddrohung gegen Asumang, die Ende der 90er Jahre mit dem TV-Magazin „Liebe Sünde“ bekannt wurde. Die afrodeutsche Regisseurin ist geschockt und fängt an sich mit dem Thema Rassismus und ihrer eigenen Herkunft zu beschäftigen. „Was sind eigentlich Arier?“ lautet die Frage, die Asumang umtreibt. Und die am Anfang einer Suche steht, die die Filmemacherin von Berlin in der ostdeutschen Provinz, dann in den USA und später sogar in den Iran führt. Dort findet Asumang die wirklichen „Arier“, eine iranische Hirten-Familie.

 Ihre Botschaft an Nazis und Rechte ist eindringlich: „Wir Arier sagen, Hitler war verrückt. Der hatte psychische Probleme. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Völkern.“ Von wegen: der blonde Deutsche, der Arier.

 Dass die Neonazis eigentlich auch nicht genau wissen, was ein Arier eigentlich ist, wird deutlich, als Asumang eine Nazi-Demo besucht. Antworten will hier keiner, stattdessen versuchen die Ordner, sie wegzudrängeln. Auskunftsfreudiger, aber genauso unsympathisch, ist Tom Metzger, ein Top-Rassist, den Asumang in den USA aufsucht. Der alte Mann bezeichnet ihren ghanaischen Vater als „Gen-Entführer“ und rät ihr, Bäume zu umarmen. Als Asumang ihn umarmt, sagt er: „Hoffentlich hat das keiner gesehen.“ Unheimlich!

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