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Aufbruchstimmung im gut gefüllten Forum

Bückeburg / Projekt Aufbruchstimmung im gut gefüllten Forum

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie muss erlernt werden“, meinte Sebastian Edathy in seinem Grußwort. Als Pate des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ war der SPD-Bundestagsabgeordnete nach Bückeburg gekommen, um der Übergabe des Ehrenzeichens durch Peter Kaufmann vom niedersächsischen Kultusministerium teilzunehmen.

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 Bunte Luftballons dienen als sichtbares Zeichen von Vielfalt, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Quelle: pr.

Bückeburg. Bückeburg (rc). Besonders viel Beifall bekam Edathy, der in Berlin dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Sachen rechtsextremistischer Terrorismus vorsteht, für die Worte: „Rechtsextremismus, Anstand und Intelligenz schließen sich gegenseitig aus.“

 Die Veranstaltung, die von den SV-Mitgliedern Enes Bicac und Jörn Lohmann moderiert wurde, rief noch einmal den Weg des Gymnasiums in Erinnerung: von den ersten Impulsen in der SV über die erfolgreiche Unterschriftensammlung bis zur beeindruckenden Menschenkette am 9. November 2011. Mehr als 80 Prozent Zustimmung erbrachte die Selbstverpflichtung in Schüler- und Lehrerschaft sowie unter den sonstigen Mitarbeitern.

 Schulleiter Michael Pavel, der allen Beteiligten des Großprojekts dankte, auch den weiteren SV-Sprechern Sophie Oldiges und Jonas Pfähler, hob hervor, wie viel Engagement die SV-Lehrkräfte Franziska Winther und Björn Riemer gezeigt hätten. Nicht nur die vielen Ehrengäste, unter ihnen auch Bürgermeister Reiner Brombach, spendeten reichlich Beifall, es herrschte Aufbruchstimmung im gut gefüllten Forum.

 Wie sich jemand fühlen muss, der trotz Friedfertigkeit und Lebensfreude plötzlich durch Gebaren der Macht tiefen Hass und blinden Zorn in sich aufsteigen fühlt, machte eine Theatergruppe des 12. Jahrgangs deutlich. Brechts „Vaterlandsliebe“ hatte als Vorlage gedient. Der Vorchor von Tobias Kästner half dabei, die „Rettung der Welt“ augenzwinkernd in die Medienwelt von heute mit ihren wichtigen 1000 Mails zu stellen. Der Big Band war es überlassen, den rhythmischen Schlusspunkt zu setzen unter eine Veranstaltung, die im Vorfeld einigen Wirbel verursacht hatte.

 So hatte man zunächst geplant, die gesamte Schülerschaft im Forum zu versammeln, dem ehrenvollen Anlass entsprechend. Gründlich diskutierte Sicherheitsbedenken veranlassten die Schulleitung schließlich, Plan B zu realisieren – mit wesentlich weniger Menschen. Der Anspruch, Probleme in der Schulgemeinschaft nicht zuzudecken und gegen jede Form von Diskriminierung mit den gebotenen Mitteln couragiert vorzugehen, wird aber auch für die, die nicht live dabei sein konnten, durch das große Schild verkörpert, das Kaufmann neben einer Urkunde überreichte. Er hatte in seinem Beitrag daran erinnert, dass Courage vom Herzen kommt, nicht nur sprachlich.

 Beherzt will das Adolfinum seinen Beitrag dazu leisten, Jahr für Jahr, Projekt um Projekt, auf dass Bückeburg in andere Schlagzeilen kommt als in jüngster Zeit, ganz im Sinne der Worte des Paten, die viel Beifall fanden: „Man muss in Deutschland keine Angst haben vor menschlicher Vielfalt, höchstens vor menschlicher Einfalt!“ Große Nachdenklichkeit herrschte, als der Politiker darauf hinwies, dass auch Rechtsextremisten nicht als solche auf die Welt kommen. Sie werden dazu (gemacht), sie müssen nicht dabei bleiben, Wege in die Freiheit wird man auch im Rahmen eines Schulprojekts zeigen.

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