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Aufsicht heißt Draufsicht

Bückeburger Gymnasium informiert über Prävention Aufsicht heißt Draufsicht

Der Witz ist alt: „Schule ist ja nicht schlecht, nur der Unterricht zwischen den Pausen stört.“ Geht es um die Internetnutzung in der Schule, rücken die Pausen in den Vordergrund des Alltags.

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Stehen Rede und Antwort: Schulleiter Michael Pavel (links) und Hartmut Möller vom Landkreis Schaumburg.

Quelle: pr.

Bückeburg. Die einzelnen Schulen gehen ganz unterschiedlich mit dieser Herausforderung um – auch in Schaumburg. Um für das Gymnasium Adolfinum in Bückeburg, wo Smartphones nicht verboten sind, juristische Klarheit zu gewinnen, lud die Schulleitung Hartmut Möller, den Hausjuristen des Landkreises, zu einer Fortbildung ein.

 Aufsichtspflicht, so der Referent vor dem Kollegium, werde zum Kernbegriff. Eine präzise Aussage, was eine „angemessene Aufsicht“ ausmacht, sei aber nirgends zu finden. Unstrittig ist: Die jungen Nutzer sind regelmäßig über die persönliche Verantwortung zu informieren, insbesondere ab 14. Sie sollten wissen, was der Apparat weiß vom Nutzer, was der Lehrer sieht als Supervisor und was der Webmaster rekonstruieren kann.

 Jeder Schüler weiß durch die Schulordnung, was auf dem Schulgelände gilt und was nicht geht. Möller unterschied zwischen strafrechtlichen und zivilrechtlichen Aspekten von Urheberrechtsverstößen, wenn Schüler in der Mittagspause gesetzeswidrig einen Film laden und betrachten. Für Lehrkräfte sei die gewerbliche Nutzung von Medienmaterial tabu. Kopiergeld kann eine Schule begrenzt einsammeln lassen, Copyrightgeld für die Kinostunde oder den Kursabend im Fach Deutsch, wo Film Pflichtstoff ist, auf keinen Fall. Der Streitwert könne bei 10000 Euro liegen.

 Bei Verstößen der Lehrkraft gegen die Aufsichtspflicht sei zwischen vorsätzlicher und fahrlässiger Handlung zu unterscheiden. Die Aufsicht selbst ist nicht am Gängelband zu führen, zumal Schule auch in Sachen Netz einen Erziehungsauftrag hat. Die Umsetzung braucht Spielraum. Das Alter der Schüler, so Möller, sei entscheidend. Die Amtshaftung enthebe die einzelne Lehrkraft nicht der prinzipiellen Verantwortung für die Arbeit im Netz. So werde Vorsatz vermutlich zu Disziplinarmaßnahmen gegen den Beamten führen, Fahrlässigkeit könne aber ebenso Sanktionen nach sich ziehen.

 Wird im Unterricht im Netz gearbeitet, heißt Aufsicht am Adolfinum inzwischen „Draufsicht“. Software macht’s möglich. Der Lehrerbildschirm zeigt in den PC-Räumen, womit sich die Schüler an ihren Geräten beschäftigen. „Ein Klick und man hat alles auf einen Blick“, freut sich Webmaster Olaf Mengeling. Fragwürdige Inhalte führen nicht nur zügig zur Sperrung des Zugangs, das Inkriminierte kann auch fotografiert werden. Schon hat der Aufsichtführende etwas Handfestes. Über den Account sei der Verantwortliche zu identifizieren. Fremdnutzung, so Administrator Marcel Dübner, sollte sich von selbst verbieten – für Schüler wie Lehrer.

 Anhaltspunkt für einen Eingriff in die schulisch ohnehin eingeschränkte Privatsphäre des Pausenlebens sei der Eindruck einer akuten Gefährdung, erläutere Möller. Bei Mobbing-Verdacht heißt es: „Hingehen und hinsehen.“ Opferschutz habe Priorität, es müsse gehandelt werden. Im Adolfinum hat die AG „Achtsamkeit“ auf Initiative besorgter Eltern dafür gesorgt, dass die geltenden liberalen Regelungen auf den Prüfstand kommen.

 Dabei spielen außer dem Mobbing auch die Verlockung eine Rolle, die Ablenkung und der Mangel an Bewegung, wenn nur noch online gespielt wird statt in der „Bewegten Pause“ im Freien. Zurzeit gilt jenseits der Pausen die Grenze: „Im Unterricht darf ein Smartphone nur einbezogen werden, wenn ein Auftrag der Lehrkraft vorliegt.“ r 

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