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Bückeburg Stadt Aus dem Vollen geschöpft
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00:17 12.02.2016
Der Schulchor des Gymnasiums Adolfinum beeindruckt mit einer Interpretation des Siebziger-Jahre-Hits „Im Wagen vor mir“. Quelle: bus
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Bückeburg (bus)

Bereits der Aufgalopp des von Kantor Siebelt Meier an der Orgel und als Dirigent des Bläserkreises der Schaumburg-Lippischen Landeskirche sowie des JPS-Chores (Jazz, Pop, Swing) und dem Schulchor des Adolfinums (Leitung Tobias Kästner) gestalteten Hörvergnügens kam wie ein munterer Springinsfeld daher.

 Meier verlieh bei einem von Abe Holzmann komponierten Marsch der Stadtkirchenorgel einen Klang, der weniger an ein sakrales Großinstrument denn an einen Kirmes-Leierkasten erinnerte. Sein „Boléro de concert“ (Louis James Alfred Lefébure-Wély) ließ akkordeonverwandte Töne aufklingen. Und beim vom Professor für Popularmusik, Michael Schütz, zu Papier gebrachten „Fun Time Rag“ erlebte das jetzt zum 14. Mal bei freiem Eintritt zu genießende Rosenmontagskonzert einen ersten Höhepunkt.

 Schütz zeichnete auch für den Einstiegstitel des Bläserkreises („Festival Intrada“) verantwortlich, dessen handfestem Charakter die Instrumentalisten ohne Wenn und Aber gerecht wurden. Gleich anschließend stellten die Bläser mit ihrer Interpretation von Werner Petersens „Fantasie in C“ unter Beweis, dass sie auch sentimental-romantische Kompositionen überzeugend zu beherrschen wissen. Das traf ebenfalls auf das „Cantate Domino“ (Stefan Glasbrenner) der gemeinsam agierenden Sänger zu.

 Anders als auf dem Programmzettel ausgewiesen stammt das vom Adolfiner-Chor im Wechselgesang pfiffig-amüsant vorgetragene „Im Wagen vor mir“ nicht aus der Feder von Professor Schütz. Der in den siebziger Jahren entstandene Schmuse-Hit wird nach wie vor mit Henry Valentino in Verbindung gebracht. Hinter diesem Pseudonym kommt der Komponist, Texter, Sänger und Produzent Hans-Bernd Blum zum Vorschein, der anno 1941 an der Bückeburger Heeresmusikschule Kontrabass, Tuba und Klavier studierte.

 Nachdem der Bläserkreis mit „Down by the Riverside“ (Chris Woods) und „Mr. Sandman“ (Pat Ballard) noch einmal ein flottes Tempo vorgegeben hatte, kamen im vom JPS-Chor bestrittenen abschließenden Teil die Freunde der ruhigeren Gangart auf ihre Kosten. Vor allen Dingen dessen feinfühlige Ausdeutungen von „What a Wonderful World“ (George Douglas) und Kobi Oshrats „Halleluja, sing ein Lied“ dürften mitverantwortlich für den überschwänglich spendierten Schlussapplaus gewesen sein.

 Dass die Musikanten dem in bemerkenswerter Lautstärke ertönenden Beifall lediglich eine Miniatur-Version des Kinderliedklassikers „Wer hat an der Uhr gedreht?“ folgen ließen, machte bereits auf die 15. Auflage der Veranstaltung im kommenden Jahr neugierig. Denn: „Wir kommen wieder, keine Frage!“

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