Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Bahnstrecke wieder aktuelles Thema

Bückeburg wäre durch Ausbau betroffen Bahnstrecke wieder aktuelles Thema

2004 ist nach langen Diskussionen, Debatten und Planungen das Vorhaben des vierspurigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Hannover und dem Ruhrgebiet zu den Akten gelegt worden.

Voriger Artikel
Fenkner als Fundgrube
Nächster Artikel
„Trassenferner Ausbau 2.0“

So haben vor zwölf Jahren die Ausbau- und Neubauvarianten im Bereich Bückeburg-Minden ausgesehen.

Quelle: bus

Bückeburg. Zwölf Jahre später ist das Vorhaben aktueller denn je. Denn nach dem neuen Bundesverkehrswegeplan ist der Ausbau und Neubau zwischen Hannover und Bielefeld wieder in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden.

1,844 Milliarden Euro für das Projekt

Betroffen wäre, wie schon 2004 das Schaumburger Land, und insbesondere Bückeburg. Nach den Formulierungen des Bundesverkehrsministeriums unter der Projekt-Nummer 2-016-V01 ist eine zweigleisige Neubaustrecke vom Abzweig Echtorf nordöstlich des Bückeburger Ortsteils Achum nach Porta Westfalica mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometer geplant. Minden wird nicht erwähnt. Auch zwischen Letter und Lindhorst ist eine zweigleisige Neubaustrecke geplant, zwischen Lindhorst bis zum Abzweig Echtorf ein drittes und viertes Gleis, während zwischen Porta und Bad Oeynhausen zwei der bereits vier vorhandenen Gleise ertüchtig werden sollen. Mit insgesamt 1,844 Milliarden Euro ist das Projekt veranschlagt.

PRINS soll Möglichkeit zum Informieren geben

Fragen zu Details dieses Vorhabens, zum Beispiel, ob damit wieder Pläne aktuell sind, einen trassenfernen Ausbau zwischen Bückeburg und Porta Westfalica zu realisieren und damit die Bückeburger Ortsteile Evesen und Röcke sowie die Landschaft bis zur Porta zu zerschneiden, wurden vom Bundesverkehrsministerium mit Verweis auf die am 21. März beginnende Öffentlichkeitsbeteiligung nicht beantwortet. Dann werde das Projektinformationssystem (PRINS) freigeschaltet, das die Möglichkeit biete, sich über die einzelnen Projekte und die dazugehörigen Bewertungsergebnisse umfassend zu informieren. Das System stelle die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Analyse, der umwelt- und naturschutzfachlichen Beurteilung sowie der raumordnerischen und städtebaulichen Beurteilung dar.

Neubautrasse war damals erforderlich

Nach Vergleichen mit Unterlagen aus unserem Archiv deutet sich an, dass die Wiederaufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans auf alten Planungsunterlagen beruht. Damals war ebenfalls der Bau einer Neubautrasse ab dem Bereich Bückeburg hinüber zur Porta Westfalica geplant. Der Nah- und Güterverkehr sollte danach über die alten Gleise rollen. Die Neubautrasse war damals für erforderlich gehalten worden, da der schnell fahrende Fernverkehr nicht durch den kurvigen Bereich zwischen Bückeburg und Minden – dem Bückeburger Bogen – und dann folgend nach Porta Westfalica hätte fahren können und seine Geschwindigkeit deutlich hätte reduzieren müssen. Zwei Varianten standen damals zur Auswahl: Die Variante 2A mit dem trassenparallelen Zubau von zwei Gleisen zwischen Wunstorf und Minden sowie die Variante 3A mit einem Neubauabschnitt Seelze-Haste, den trassenparallelen Zubau von zwei Gleisen zwischen Haste und Bückeburg sowie folgend einen Neubauabschnitt Bückeburg-Porta-Westfalica. Diese Variante weist sehr viele Ähnlichkeiten mit der im neuen Bundesverkehrswegeplan beschriebenen Planung vor.

Variante 3A war damals Favorit

Die Variante 3A untergliederte sich damals in drei Untervarianten mit möglichen Streckenführungen zwischen Bückeburg und Porta Westfalica. Die erste Variante, N-Minden-g sah vor, im Bereich Echtorf-Achum die vorhandene Gleisführung zu verlassen, parallel zur B65 durch den südlichen Bereich der Bückeburger Niederung zu laufen, um im Bereich der Aue zwischen Evesen und Röcke die ehemalige Großgemeinde und das Landschaftsschutzgebiet Sandfurth zu zerschneiden, erneut die B65 zu kreuzen und beim Portaner Ortsteil Neesen wieder auf die alte Trasse zu stoßen: Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 230 Stundenkilometer. Eine Variante, die damals der Favorit der Planer war.

Die zweite Variante, N-Minden-b, wäre bis zum westlichen Ortsrand von Röcke in Höhe Bad Nammen parallel zur B65 gelaufen, um kurz vor Neesen die Streckenführung der ersten Untervariante aufzunehmen. Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 200 Kilometer. Die dritte Variante, N-Minden-C, hätte bereits am östlichen Ortsrand von Röcke den Verlauf der B65 verlassen und wäre unterhalb von Nammen parallel zum Wesergebirge mit einem Tunnel zur Porta gezogen worden. Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 200 Stundenkilometer.

Bürgerinitiative gründetete sich

Damals regte sich massiver Widerstand gegen die Ausbau Pläne. Die Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (Bigtab) gründete sich, jahrelang wurde informiert, demonstriert und gegen die Bahnpläne gewettert. Die Politik bis hinauf zur Bundesebene wurde eingeschaltet, um das trassenferne Ausbauvorhaben zu stoppen, der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wurde bei einem Besuch in Bückeburg mit Protestbannern empfangen.

Mehr oder weniger zu den Akten gelegt wurden die trassenfernen Ausbaupläne nach einem Entscheid des Regionalrates des Regierungsbezirks Detmold, der die Aufnahme einer neuen Schienentrasse in den Gebietsentwicklungsplan des Bezirks einstimmig ablehnte. Die Begründung im März 2004: „Die Beseitigung des Streckenengpasses in Form einer Neubautrasse auf nordrhein-westfälischem Gebiet ist … nicht mit den Zielen der Landesplanung vereinbar.“

Am 13. März 2004 wurde auf dem Marktplatz in Bückeburg dieser wichtige Etappensieg gefeiert: mit 300 Menschen und Musik, aber ohne Sekt. Im April 2004 wurde das Vorhaben komplett aus dem damaligen Bundesverkehrswegeplan gestrichen. rc

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg