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Auslastung nur bei 30 Prozent

Bückeburg / Schwarze Brüder Auslastung nur bei 30 Prozent

Nach dem Eigenantrag zur Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens für seine Firma „Reihe 7 UG & Co KG“ hat sich Geschäftsführer Moritz Sachs erstmals gegenüber unserer Zeitung zu den Gründen der Pleite des Musicals „Die schwarzen Brüder“ im Schloss Bückeburg geäußert.

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Bückeburg. Wie der Schauspieler in einer Drehpause zur Fortsetzung der Vorabendserie „Die Lindenstraße“ sagte, sei ein Minus von 300000 bis 400000 Euro aufgelaufen, das seine Firma nicht mehr bezahlen könne. Exaktere Zahlen könne er noch nicht vorlegen, da Abrechnungen von Rechte- und Lizenzempfängern noch nicht vorliegen würden.

 Wie Sachs sagte, seien die zu Anfang gestellten Rechnungen alle beglichen worden, von den noch ausstehenden Rechnungen seien 60 bis 80 Prozent der Summe bezahlt worden. Und er versicherte: „Keiner ist leer ausgegangen.“ Er stehe zudem in ständigem Kontakt mit den Betroffenen und hoffe auf eine Lösung.

 Zu ausstehenden Löhnen der Arbeitnehmer sagte er, dass diese durch das Insolvenzausfallgeld gedeckt seien. Hierbei könne es aber zu Verzögerungen bei der Auszahlung kommen. Insgesamt hätten rund 55 Menschen feste Anstellungsverträge mit der Produktionsfirma gehabt, darunter auch die Kinderdarsteller. In dem Gewerbe sei es ohnehin üblich, mit kurzfristigen Verträgen zu arbeiten. Viele der Betroffenen hätten daher bereits wieder neue Anschlussverträge bei anderen Produktionen antreten können.

 Insgesamt sei mit einem Budget von etwa 2,25 Millionen Euro geplant worden, das auch eingehalten wurde. Kalkuliert worden war mit einer Auslastungsquote von rund 55 Prozent. Erreicht worden sei aber nur eine Auslastung von etwa 30 Prozent.

 Als Gründe für die geringe Auslastung führte Sachs das viel zu kalte und unbeständige Wetter im August an. Das Wetter habe dem Musical zwar keine Ausfälle, aber eine erhebliche Menge Besucher gekostet. Viel hätten beim Blick auf die Wettervorhersage auf einen Besuch verzichtet, obwohl der angekündigte Starkregen gar nicht in Bückeburg niedergegangen ist, sondern drumherum: „Bei gutem Wetter haben an der Abendkasse 280 Leute gestanden, bei schlechtem Wetter keiner.“ Ein weiterer Grund sei die dreiwöchige Sperrung der Autobahnausfahrt Bad Eilsen und die regelmäßigen Staumeldungen auf der A2 gewesen. Das habe viele Interessierte aus der Region Hannover und Ostwestfalen von einem Besuch in Bückeburg abgehalten.

 Die Kritiken für das Musical seien dagegen fast durchweg positiv gewesen, sodass es daran nicht gelegen haben könne, so Sachs. „Das gesamte Team hat ambitioniert und mit viel Engagement gearbeitet.“ Das sei auch bei den Besuchern so angekommen. „Eine sehr unangenehme Situation für mich, dass es jetzt so schief gegangenen.“

 Derzeit würden Gespräche mit Investoren laufen. Noch heute habe er einen weiteren Termin mit ihnen. Diese Investoren hätten „Die schwarzen Brüder“ gesehen und planten, in die Firma einzusteigen und die Produktion an anderer Stelle zu präsentieren. Die Gespräche würden bereits seit einiger Zeit geführt, schon vor Bekanntwerden der finanziellen Schieflage. Er hoffe, dass er in zwei bis drei Wochen Endgültiges sagen könne, noch bevor der Gutachter sein Gutachten beim Insolvenzgericht Köln zur Entscheidung über ein Insolvenzverfahren vorlegt. Er hoffe, mit einer positiven Nachricht für alle.

 Sollten die Investoren einsteigen, ist Bückeburg als Musicalstandort nicht gestorben: „Die Region ist ausbaufähig, wir haben uns sehr wohl gefühlt und sind gut aufgenommen worden.“ „Die schwarzen Brüder“ würden dann aber nicht mehr gespielt.

rc

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