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Ausraster auf der „Vati-Party“

Vor Gericht: 1000 Euro Geldauflage Ausraster auf der „Vati-Party“

Am Vatertag 2015 hat ein Bückeburger mal so richtig die Sau rausgelassen. Während der „Vati-Party“ in Rusbend beschimpfte der 24-Jährige einen Polizisten als „Wichser“, schubste den Beamten und versuchte, ihn zu schlagen. Das kostet den jungen Mann jetzt 1000 Euro.

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BÜCKEBURG. Richterin Uta Freese-Schmidt hat das Verfahren wegen Beleidigung, versuchter Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zwar eingestellt – allerdings gegen eine entsprechende Geldauflage. Zuvor hatte sich der Angeklagte vor dem Amtsgericht in Bückeburg bei dem Polizisten entschuldigt. Anfangs hatte es danach nicht ausgesehen.

Staatsanwaltauf 180

Rückblende: Nachdem der Angeklagte die Tat aus seiner Sicht geschildert hatte, muss Staatsanwalt Timo Goldmann erst einmal tief durchatmen. „Mein Puls ist jetzt bei 180. Das glaube ich Ihnen hinten und vorne nicht“, fährt Goldmann den Angeklagten an und gibt das, was der 24-Jährige soeben erzählt hat, in eigenen Worten wieder: „Ein Polizist soll zwei Straftaten begangen haben, nämlich Körperverletzung und falsche Verdächtigung, um Ihnen eins auszuwischen.“

Sinngemäß hatte der Bückeburger nämlich behauptet, dass er nicht etwa den Beamten als „Wichser“ bezeichnet, sondern einen Bekannten gefragt habe: „Was wollten die Wichser von Dir?“ Gemeint gewesen sei eine Gruppe junger Männer. Der Polizist soll den 24-Jährigen trotzdem zu Boden geworfen und sogar auf dessen Gesicht gekniet haben. Klingt dramatisch. Nur: So war es offenbar nicht.

Tatsächlich hatte der Ordnungshüter an jenem Himmelfahrtstag des Jahres 2015 zunächst einem Bekannten des Bückeburgers einen Platzverweis erteilt. Dann mischte sich der 24-Jährige ein. „Er hat gesagt, dass ich nicht so einen Scheiß erzählen soll“, erinnert sich der Polizist. „Von mir hat er sich nichts sagen lassen.“

Handschellen angelegt

Der Beamte schob den offenbar Betrunkenen einige Meter zurück, wobei er sich als „Wichser“ beschimpfen lassen musste. Als der Bückeburger durchsucht werden sollte, schubste er den Polizisten und wollte ihn schlagen. Dieser und ein Kollege fixierten den wütenden Mann schließlich am Boden und legten ihm Handschellen an, wobei sie mit erheblichem Widerstand zu kämpfen hatten.

„Es tut mir leid, ich wollte Sie nicht beleidigen, und verletzen wollte ich Sie schon gar nicht“, entschuldigte sich der Angeklagte vor Gericht bei dem Polizisten, nachdem er zur Vernunft gekommen war. Das sprach für ihn. Außerdem sind die Vorwürfe nicht so schwerwiegend, die Entschuldigung kann man als eine Art Geständnis werten.

Sonst wäre das Verfahren nicht eingestellt worden. Vielmehr hätte dem 24-Jährigen eine Verurteilung gedroht, verbunden mit einem Eintrag ins Vorstrafenregister. Der Beamte nahm die Entschuldigung an und gab dem Bückeburger den guten Rat: „In Zukunft bei solchen Sachen einfach raushalten. Dann passiert auch nichts.“

Ansonsten war es auf der „Vati-Party“ 2015 übrigens „relativ ruhig“, so der Polizist. Lediglich eine kleinere Personengruppe sei häufiger aufgefallen. Und zu der gehörte der Bückeburger offenbar nicht.  ly

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