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Bach-Konzert in der Bückeburger Stadtkirche

Meisterlich Bach-Konzert in der Bückeburger Stadtkirche

Hat ein Genie wie Johann Sebastian Bach Vorbilder und wenn ja, welche? Dieser Frage ist der Cembalist Fritz Siebert in der Bückeburger Stadtkirche nachgegangen.

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Fritz Siebert

Quelle: mig

Bückeburg. An seinem wunderschönen Instrument, einem Nachbau eines 1624 gefertigten Modells, trug Siebert Werke von Georg Muffat, Jan Pieterszoon Sweelinck und Jean-Henry d’Anglebert vor.

Früher habe man Musik eben nicht studieren können, sondern sei bei einem Musiker in die Lehre gegangen, erzählt Siebert zu Beginn. Diese Lehre sei als eine möglichst breite Ausbildung angelegt gewesen, in der man vor allem die unterschiedlichen Nationalstile kennengelernt habe.

Den Anfang in der Stadtkirche macht Bachs „Toccata in D-Dur“, ein jugendlich-ungestümes Werk, das heute nur selten gespielt wird. Schade eigentlich. Schon der frühlingshafte Beginn– ein feuriger Lauf und fanfarenartige Dreiklänge – lässt die Herzen höher schlagen. Ein toller „Showeffekt“ des damals wohl noch sehr jungen Bach. Und es geht schwierig weiter. Erst kommt ein Adagio, das nicht mit punktierten Rhythmen und bizarren akkordischen Trillern geizt, dann eine Fuge, deren wirbelndes Thema aus einer Violinsonate von Arcangelo Corelli stammen könnte. Ein tückisches, ungestümes Werk, dem Siebert eine ganz eigene Note gibt.

Es folgt die „Suite in d-Moll“ von d’Anglebert. Ohne Hast breitet Siebert die Klänge vor dem Zuhörer aus, der musikalische Fluss gleitet in einem meditativen Rhythmus dahin. Im Gegensatz dazu steht die vollakkordische, reich verzierte, fast sprunghafte Courante, mit der Siebert die Klangfülle seines Instruments voll zur Geltung bringt.

Ein echtes Juwel ist die „Passacaglia in g-Moll“ von Muffat, die trotz ihres Moll-Grundtons eine hochvirtuose, geradezu brillante Wirkung entfaltet. Auf einer festen Basslinie (dem Basso ostinato) häuft sich Ausschmückung auf Ausschmückung, Variation auf Variation. So bildet sich eine wild wuchernde Kette, die in leichten Abänderungen immer um dasselbe Thema kreist. Ein mal verspieltes, mal ernstes Hin und Her, dem Siebert gerne nachgibt. Der Hannoveraner bezwingt bei absoluter Präzision und in atemberaubendem Tempo noch die waghalsigsten Läufe mit scheinbar leichter Hand.

Den fulminanten Schlusspunkt setzt die „Fantasia Crommatica“ von Pieterszoon Sweelinck, wo sich aus einer einfachen absteigenden Linie eine vielschichtig zart miteinander verflochtene Polyfonie entspinnt, die immer komplexer wird. Kurzum: ein erhellendes, meisterliches Konzert, das noch lange nachklingt. mig

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