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Bäderpersonal gefragt wie nie

Azubi beendet Ausbildung Bäderpersonal gefragt wie nie

Mit der Gesamtnote „gut“ hat Adrian Wolf bei der Bückeburger Bäder GmbH seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe abgeschlossen. Glückwünsche und Geschenke für den 22-Jährigen gab es dafür vom gesamten Bäder-Team. Arbeiten wird er nun im "Wesavi" in Nienburg, seiner Geburtsstadt.

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Erik Rechenberg (links) und Reiner Wilharm (rechts) verabschieden Adrian Wolf aus dem Bergbad.

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Allen voran Geschäftsführer Reiner Wilharm und Betriebsleiter Erik Rechenberg. Zugleich war es aber nach drei Jahren auch der letzte Tag, an dem die Badegäste Wolf am Beckenrand des Bergbads erleben konnten, denn er wechselt mit sofortiger Wirkung zum ganzjährig geöffneten Schwimm- und Freizeitbad „Wesavi“.

Telefon steht nicht still

„Unsere Auszubildenden werden uns seit Jahren förmlich aus den Händen gerissen, so hoch ist derzeit die Nachfrage nach Fachangestellten für Bäderbetriebe“, freut sich Geschäftsführer Wilharm. „Daher bilden wir auch grundsätzlich über den eigenen Bedarf aus.“ Betriebsleiter Rechenberg ergänzt: „Spätestens ab April steht bei mir das Telefon nicht mehr still, so oft werde ich dann gefragt, wann der nächste Auszubildende bei uns fertig wird.“

Daher hat die Bückeburger Bäder GmbH stets drei Auszubildende, aus jedem Lehrjahr der insgesamt dreijährigen Ausbildung einen. Mit einer Ausnahme: In diesem Jahr wird nach der Verabschiedung von Wolf kein neuer Auszubildender nachrücken, da sich der eigentlich dafür vorgesehene Bewerber kurzfristig für einen anderen Berufsweg entschied. Als Ausgleich werden dafür im August 2018 gleich zwei angehende Fachangestellte für Bäderbetriebe im Bergbad starten.

Arbeitsmarkt leer gefegt

Ein Beruf mit Zukunft und geradezu exzellenten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt also, wie die Verantwortlichen der Bäder GmbH betonen. „Der Bedarf an gut ausgebildetem Bäder-Personal ist enorm und der Arbeitsmarkt förmlich leer gefegt“, weiß Rechenberg aus Erfahrung (wir berichteten). „Immer wieder liest oder hört man von Fällen, in denen Bäder vorübergehend schließen mussten, weil Mitarbeiter krank wurden und kein Ersatz vorhanden war.“

Bundesweit fehlen geschätzt etwa 2500 Fachangestellte für Bäderbetriebe. Insbesondere im Süden und Südwesten Deutschlands ist der Mangel gravierend. Mit teilweise dramatischen Konsequenzen: So wurde beispielsweise kürzlich in dem bei Freiburg gelegenen Titisee-Neustadt das beliebte Strandbad von der Stadtverwaltung mangels Personal zur „Badestelle“ erklärt – ohne Eintritt, aber auch ohne jegliche Aufsicht, Betreuung oder Sicherheit.

Allroundspezialist im Bäderbetrieb

„Seit der Umstellung des Berufsbildes vom ehemaligen Schwimmmeistergehilfen zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ist der Badegast als Kunde in den Mittelpunkt gerückt“, beschreibt Rechenberg den in den neunziger Jahren erfolgten Paradigmenwechsel. Mit dem klassischen „Bademeister“ – diese Bezeichnung existiert offiziell ohnehin nicht mehr – hat das nichts mehr zu tun. Der Fachangestellte für Bäderbetriebe ist vielmehr Allroundspezialist: Organisator, Techniker, Lebensretter, Vermittler, Trainer und Animateur in einer Person.

Rechenberg lobt Wolf: „Einen so ehrgeizigen Auszubildenden habe ich hier noch nicht erlebt.“ Dabei kommt allen angehenden Fachangestellten bei der Bückeburger Bäder GmbH ein Umstand zugute, der den meisten anderen Ausbildungsbetrieben fehlt: „Wir haben hier sowohl Freibad als auch Hallenbad, und die Auszubildenden müssen daher nicht zeitweilig in andere Bäder wechseln, um alle vorgeschriebenen praktischen Inhalte zu erlernen.“ jp

Das Berufsbild

Fachangestellte für Bäderbetriebe ist ein anspruchsvolles Berufsbild, das nichts gemein hat mit dem landläufig immer noch weit verbreiteten Vorurteil vom „Bademeister“, der außer bedächtig am Beckenrand auf und abzuschreiten nicht sonderlich viel zu tun hat. Fachangestellte für Bäderbetriebe müssen in der Theorie und in der Praxis nicht nur die inzwischen hochkomplexe Betriebstechnik beherrschen, sondern sich auch Fähigkeiten und Kenntnisse in Wasseraufbereitung, Chemie, Gesundheitslehre, Erste Hilfe und Wasserrettung aneignen. Dazu kommen dann noch die sozialen Kompetenzen bei der Betreuung der Badegäste, bei der Schwimmausbildung sowie der Organisation und Durchführung von Fitness- und Veranstaltungsangeboten. jp

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