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Bald günstig bis nach Bückeburg?

Bückeburg / Bahnanbindung Bald günstig bis nach Bückeburg?

Bisher profitieren besonders die Inhaber von Zeitkarten, also vor allem Pendler, von den kostengünstigen Angeboten des Großraumtarifs Hannover.

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Von Karsten Klaus. Doch wer nur selten mit dem Zug von Bückeburg in die Landeshauptstadt fährt, muss deutlich mehr bezahlen. Zurzeit sind 11,30 Euro für die einfache Fahrt fällig. In Haste endet nämlich der Geltungsbereich des GVH (Großraum-Verkehr Hannover).

 Das soll sich, wenn es nach der Bückeburger CDU-Stadtratsfraktion und der Seniorenunion (SU) geht, aber bald ändern. Die Ausweitung des GVH-Tarifs auf der Schiene auf den gesamten Landkreis ist eines der vorrangigen politischen Ziele beider Gruppen. Wie SU-Chef Friedel Pörtner sagte, stehen auch der Landkreis und der Kreistag hinter dieser Forderung. Zielvorgabe: Ende 2014 soll die Tarifreform greifen. Profitieren könnte auch Minden: Es ist im Gespräch, den Tarif eventuell bis über die Landesgrenze ins Ostwestfälische auszuweiten.

 Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen und sich über den aktuellen Sachstand zu informieren, trafen sich auf Initiative Pörtners hin jetzt Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion und der Seniorenunion mit Tobias Preising. Er ist Leiter des Netzwerkes Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover (EWR), das sich unter anderem um die Koordinierung der Bestrebungen zur Ausweitung der GHV-Tarife kümmert. Mit von der Partie waren beim Meinungsaustausch im „Jetenburger Hof“ auch der Mindener CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Stadtmann und dessen Ratskollege Herbert Michels.

 Als „ambitioniert, aber realistisch“ bezeichnete Preising die Zielvorgabe, den GVH-Tarif bis Dezember 2014 – zumindest was den Schienenverkehr angeht – auf den Landkreis auszudehnen. Buslinien sollen im ersten Schritt (noch) nicht einbezogen werden. Gefragt seien bis dahin vor allem die Landkreise und die Region Hannover, die sich über die Verteilung der zusätzlichen Kosten einigen müssten. Darüber, dass das neue Angebot subventioniert werden müsste, ist sich Preising ziemlich sicher. Anders als bei der Ausweitung des Geltungsbereichs der Zeitkarten sei wohl nicht mit einem kostendeckenden Anstieg der Fahrgastzahlen zu rechnen. Die nächsten Abstimmungsgespräche der Hauptverwaltungsbeamten sind für die erste Novemberhälfte anberaumt.

 Preising und die CDU-Kommunalpolitiker sind sich einig, dass nicht nur die heimischen Fahrgäste vom neuen Tarif profitieren würden. Schließlich handele es sich nicht um eine „Einbahnstraße“. Schaumburg dürfe sich auf mehr Gäste aus der Region freuen, schon jetzt sei der Andrang in Bückeburg gerade bei Veranstaltungen wie dem „Weihnachtszauber“ oder der „Landpartie“ erheblich. Und: Je mehr Autofahrer durch attraktive Bahnangebote zum Umstieg auf den Zug animiert werden könnten, desto besser. Dies zeige allein schon ein Blick auf die überlastete A2.

 Preiswerter und gut vernetzter Nahverkehr auf der Schiene sei auch ein wichtiger Standortvorteil. (Kostengünstiges) Wohnen auf dem Land, Arbeit in Stadt – dieser Aspekt wurde herausgestellt, auch vor dem Hintergrund der „Landflucht“.

 Gleiches gilt aber auch auf der anderen Seite der Landesgrenze: Ulrich Stadtmann machte sich dafür stark, zumindest den Bahnhof Minden als Endstadion der S-Bahn-Linie 1 mit in die neue Tarifstruktur einzubinden. Es sei kundenfreundlich, den Tarifwirrwarr bei der Bahn zu entflechten. Wie widersinnig wäre es, wenn Bahnreisende aus oder nach Minden in Bückeburg aus dem Zug springen müssten, um eine Anschlusskarte zu ziehen, nur weil der günstige Großraumtarif an der Landesgrenze ende? Allerdings machten der Mindener CDU-Fraktionschef und dessen Ratskollege Michels wenig Hoffnung, dass sich die Stadt Minden vor dem Hintergrund ihres Haushaltsdefizits finanziell an den Kosten beteiligen könnte. Was den Landkreis Minden-Lübbecke angeht, ist Stadtmann ebenfalls pessimistisch.

 Immerhin sitzen die Ostwestfalen in Hannover mit am Verhandlungstisch. Und: Diese Probleme seien durchaus bekannt, so Preising.

 Doch mit günstigen Fahrpreisen im Nahverkehr allein ist es nach Ansicht des Bückeburger Ratsherrn Hermann Kempf aber nicht getan. Er pendelt zu den unterschiedlichsten Zeiten nach Hannover – weiß also, wovon er spricht: überfüllte Züge zu den Stoßzeiten, Chaos auf dem Hauptbahnhof der Landeshauptstadt. Wenn Reisende nicht abgeschreckt werden sollten, müsse die Bahn dringend nachbessern – also auch mal ein paar zusätzliche Waggons anhängen.

 Passend zum Thema treffen sich die Teilnehmer des Meinungsaustausches am Bückeburger Bahnhof. kk

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