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Baldige Hinrichtung seines Brieffreundes erschüttert Karl Rodenberg

Bückeburg / Amnesty International Baldige Hinrichtung seines Brieffreundes erschüttert Karl Rodenberg

Der Bückeburger Karl Rodenberg sieht sich erneut mit der Ankündigung konfrontiert, dass einer seiner langjährigen Brieffreunde hingerichtet werden soll.

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Karl Rodenberg befürchtet die Hinrichtung seines in Mississippi inhaftierten Brieffreundes. © bus

Bückeburg (bus). Der pensionierte Gymnasiallehrer unterhält seit mehr als 20 Jahren Briefkontakte mit Insassen von Todestrakten in mehreren Ländern, insbesondere den USA. Seit 13 Jahren kommen mehrmals jährlich Besuche in den Todestrakten von Texas, Arizona, Kalifornien, Florida und Pennsylvania hinzu. Aktuell sorgt sich der 83-Jährige um den in Mississippi inhaftierten Robert Simon, dem die Vollstreckung der Todesstrafe für Mittwoch, 20. April, angekündigt worden ist.

„Dabei soll erstmals in Mississippi ein Medikament verwendet werden, das bisher nur zur Einschläferung von Tieren verwendet und von der US-Gesundheitsbehörde FDA nicht zur Verwendung an Menschen freigegeben worden ist“, erläutert das langjährige Mitglied der Hilfsorganisation Amnesty International. Hintergrund ist die Weigerung der Herstellungsfirma Hospira (Illinois), das von ihr produzierte Narkosemittel Thiopental für Hinrichtungen zu liefern und freizugeben. Einige US-Bundesstaaten haben nach Rodenbergs Erkenntnissen in letzter Zeit gelegentlich aus Europa eingeführtes Thiopental bei Hinrichtungen verwendet.

Mehrere Länder, insbesondere Großbritannien, Italien und Dänemark, wehrten sich jedoch dagegen, dass auf ihrem Territorium hergestelltes Thiopental bei Hinrichtungen zum Einsatz kommt. In Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler die Pharma-Industrie dringend aufgefordert, dieses Mittel nicht an US-Staaten zu liefern, die es für Hinrichtungen benutzen. Thiopental soll jetzt in Mississippi durch Pentobarbital ersetzt werden, dessen Wirkungen auf Menschen Rodenbergs Kenntnisstand zufolge nicht ausreichend untersucht und höchst umstritten sind.

Der 1963 geborene Robert Simon sitzt seit dem 6. Juli 1990 im Todestrakt. „Ich habe von ihm seit längerer Zeit keine Post bekommen“, schildert Rodenberg. Vor Kurzem habe ihm jedoch ein Zellennachbar mitgeteilt, dass Simon bewusstlos auf dem Boden seiner Zelle liegend gefunden worden sei. Rodenberg: „Man nimmt an, dass er von der oberen Liege gestürzt ist. Er wurde notdürftig ärztlich versorgt, dann aber wieder in seine Zelle zurückgebracht, wo er meist halb bewusstlos die Tage verbringt und nicht in der Lage ist, zu schreiben.“ Er könne aber Briefe erhalten, die sein Zellennachbar ihm dann vorlese.

Rodenberg, der in zahlreichen deutschen und internationalen Menschenrechtsorganisationen engagiert ist, bemerkt derzeit eine außergewöhnliche Aktivität der Behörden in Mississippi. „In dem Bundesland scheint offensichtlich in allernächster Zeit eine Hinrichtungswelle bevorzustehen“, vermutet der 83-Jährige. „Ich habe den Eindruck, dass es ganz schnell gehen soll.“

Womöglich befürchteten die Behörden einen Medikamenten-Stopp hinsichtlich des Mittels Pentobarbital. Dennoch sei damit zu rechnen, dass Robert Simon hingerichtet werde.

Der frühere Lehrer am Gymnasium Adolfinum erinnert daran, dass 1999 in Arizona zwei deutsche Staatsbürger trotz energischer Einwendungen der damaligen Bundesregierung hingerichtet wurden.

„Ihre bewegenden Abschiedsbriefe sind mir ebenso wie die persönlichen Kontakte zu den Gefangenen, die in einem Fall bis zur Vollmacht über den Tod hinaus, Zeugenschaft bei der Hinrichtung, Überführung der sterblichen Überreste und Beisetzung in der Heimat führten, Ermutigung und Stärkung im weiteren Einsatz für die weltweite Abschaffung der unsinnigen Todesstrafe.“

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