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Banker veruntreut 40 000 Euro

Bückeburg / Urteil Banker veruntreut 40 000 Euro

Aus „Angst vor der Zukunft“ hat ein offenbar schwer kranker Mitarbeiter eines Schaumburger Kreditinstitutes mindestens 40000 Euro veruntreut.

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Bückeburg. Der Banker sollte Geld für ein älteres Ehepaar aus Bückeburg anlegen. Er behielt jedoch Wertpapiere für sich und jubelte den arglosen Kunden wertlose Kopien unter, die in einem Schließfach verwahrt wurden. Laut Anklage waren die Summen zum Kauf der Urkunden in bar übergeben worden.

 Wegen Untreue hat das Amtsgericht in Bückeburg den 65-Jährigen jetzt zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. „Der Angeklagte hat Naivität, Vertrauen und Alter der beiden Leute ausgenutzt“, stellte Richter Dirk von Behren fest. Staatsanwalt Timo Goldmann nannte die Tat verwerflich. „Ich bin über mich selbst traurig und bitte um Entschuldigung“, sagte der frühere Banker in seinem Schlusswort.

 Verbunden ist das Urteil mit mehreren Auflagen. So muss der Angeklagte den Erben der zwei Opfer sofort 15000 Euro zahlen. Mehr Geld hat er nach eigenen Angaben nicht mehr auf dem Konto. Darüber hinaus muss er drei Jahre lang monatlich 400 Euro in Raten abstottern. „Wenn ich hinter den Raten herlaufen muss, wird die Strafaussetzung widerrufen“, kündigte Richter von Behren an. Das bedeutet: Gefängnis. Im Vorfeld der Gerichtsverhandlung waren bereits 10000 Euro überwiesen worden. Parallel zu dem Strafverfahren läuft ein Zivilprozess.

 Rund 45 Jahre lang hatte sich der Banker im Beruf nichts zuschulden kommen lassen. Sein Vorstrafenregister ist blütenweiß. Gewissenhaft und treu sei er gewesen, so Staatsanwalt Goldmann. „Der Knackpunkt war seine Erkrankung.“ Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht neben dem straffreien Vorleben vor allem dessen Geständnis, mit dem sich der 65-Jährige zunächst allerdings schwergetan hatte. „Sein Glück ist, dass er die Karten heute ein wenig auf den Tisch gelegt hat – auch hinsichtlich der Gründe“, meinte Goldmann.

 Wie hoch der Schaden genau ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, weil die Eheleute zwischenzeitlich verstorben sind. Der Banker behauptet, in einigen Fällen habe der Mann eigene Kopien im Schließfach deponiert.

 Einen Teil des Verfahrens hat das Gericht eingestellt, weil eine Verurteilung in diesen Punkten kaum weiter ins Gewicht gefallen wäre.

 Die Tatzeit erstreckt sich von Mai 2009 bis September 2011. Ganz leuchtet Richter von Behren die Erklärung des Angeklagten, dieser habe nach einer Erkrankung „Angst vor der Zukunft“ gehabt, deshalb nicht ein. Die niederschmetternde Diagnose hatte der Bankangestellte nach eigenen Angaben nämlich erst im Jahr 2011 bekommen, so die Ungereimtheit.

 Mit seiner Entscheidung folgte das Gericht den übereinstimmenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidiger Hans-Dieter Schreckenberg.  ly

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