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Barfuß durch die Nacht von Veltheim

Veltheim / Festival Barfuß durch die Nacht von Veltheim

Beide Nächte sind gelaufen. Entspannt sitzt Lars Schulz, Pressesprecher des Kulturvereins „Umsonst & Draußen“, gestern Vormittag im Wohnwagen. „Wenn ich sehe, wie freudig 250 freiwillige Helfer eine Woche Urlaub mit Arbeit verbringen, dann weiß ich, dass es sich gelohnt hat, die erhöhten Sicherheitsauflagen zu erfüllen“, sagt er. Größer kann ehrenamtliches Engagement kaum sein, denn von den Auftritten der rund 40 Bands bekommen viele Helfer beim Festival nichts oder wenig mit. Dabei gibt es gleich am Freitag mächtig auf die Trommelfelle. Hart und schnell spielt die Nu-Metal-Band „Boy Hits Car“ ihren Lovecore, wie ein Derwisch tobt Sänger Craig Rondell barbuß über die Bühne. Vor der Plattform gerät das Publikum in Ekstase, an die 5000 Menschen mögen zu dieser Abendstunde auf dem Gelände vorm Veltheimer Kraftwerk sein.

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Volles Haus: Als es Nacht wird über Veltheim, drängt sich das Publikum vor der Weserbühne.

Quelle: ly

Veltheim (ly). Nicht anders beim Doppelschlag am Samstag, als erst die Fuldaer Reggae-Band „Mighty Vibes“ auftritt und danach die Berliner „Ohrbooten“ mit ihrer zwanglosen Mischung aus Reggae, Ragga, Alternative, Hip-Hop und Jazz, musikalisch vielleicht das Highlight. Anderes war weniger schön.

Wenn Jochen van Loh an die „schmusige Stimmung“ beim letzten Festival denkt, bekommt er „heute noch Gänsehaut“. So harmonisch wie vor einem Jahr war „Umsonst & Draußen“ diesmal nicht, zumindest aus DRK-Sicht. „Die Stimmung ist durchwachsen, um es vorsichtig auszudrücken“, sagt van Loh, der Rotkreuz-Leiter Barkhausen.

So seien „die Leute gereizter“ gewesen, hätten den Einsatzkräften häufig nicht Platz gemacht oder Sprüche abgelassen. „Wir mussten uns durchkämpfen“, berichtet der DRK-Mann. „Das macht mich schon traurig. Wir wollen ja nur helfen.“
Unterm Strich musste das Rote Kreuz, das vier Schichten mit je 18 Einsatzkräften und zwei Notärzten schob, bis gestern Mittag rund 120 Patienten ambulant versorgen, ein Drittel davon nach Wespenstichen. In 20 Fällen waren Transporte ins Krankenhaus nötig, zum Beispiel bei Krampfanfällen durch übermäßigen Alkoholgenuss.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: „Für ein Festival dieser Größe mit seinen etwa 20 000 Besuchern bleibt das völlig im Rahmen“, wie van Loh betont, der von Schlägereien nichts zu berichten weiß. So sieht es auch Lars Schulz. Es sei ein sehr ruhiges Festival gewesen, „wo die üblichen Dinge passieren, wenn Menschen zusammen feiern“.

Spannend wird der Kassensturz. Weil der Verein für ein Sicherheitskonzept 15 000 Euro zusätzlich lockermachen musste, wird sich zeigen, ob Aufschläge beim Bier (30 Cent mehr) sowie den Parkgebühren die Lücke schließen konnten. „Pleite gehen wir nicht“, sagt Schulz voraus.

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