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Bückeburg Stadt Beglückendes Klangerlebnis
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00:23 20.12.2015
Warm ums Herz wird den Zuhörern beim Gesang des Kinderchors. Quelle: mig
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Bückeburg

Kaum hat die Adventszeit begonnen ist, sie im Grunde auch schon wieder vorbei. Diesen Eindruck haben jedenfalls viele, die in ihrem Job und einem stressigen Alltag gefangen sind. Gut also, dass es alle Jahre wieder das traditionelle Weihnachts-Konzert der „Schaumburger Märchensänger“ gibt. Denn den Sängern gelingt regelmäßig, was fast unmöglich scheint: gehetzte Kleinstadt-Menschen zur Ruhe zu bringen. Und ihnen – zumindest ein klein wenig – Weihnachts-Stimmung zu vermitteln.

 Wenn am Schluss die Kerzen brennen, ist das ein schönes Bild für das Licht, das die Sänger in den Herzen ihrer Zuhörer angezündet haben. Ein bisschen Wärme in einer kälter werdenden Welt. Kurzum: Weihnachtsstimmung kann man nicht erzwingen. Man kann sie aber schenken und geschenkt bekommen. Dieses Konzert war ein Geschenk.

 Von Licht und Wärme sprach auch Pastor Wieland Kastning in seiner kurzen Begrüßungsansprache. Kastning wies darauf hin, dass „ein kleines Licht vieles hell machen“ könne, und machte deutlich: „Um wie viel heller muss es dann heute Abend werden, wenn die ‚Schaumburger Märchensänger‘ singen.“

 Begonnen hatte das Konzert mit dem Einzug von Kinderchor und dem Konzertchor. Vorneweg: der Leiter des Konzertchores, Sascha Davidovic, und die Leiterin des Kinderchores, Jessica Blume. Daneben: der Kantor der Stadtkirchengemeinde, Siebelt Meier (Orgel), sowie Johannes Hövermann (Klavier) und Laszlo Gulyas (Akkordeon).

Im Altarraum angekommen, formierten sich die Sänger zu einem einzigen großen Chor. Das fröhliche „Herbei, o ihr Gläubigen – Adeste fideles“ durchzog das gesamte Kirchenschiff. Die Märchensänger schafften es, gleich zu Beginn auch Weihnachtsmuffel in eine adventliche Stimmung zu versetzen.

 Es folgte der Part des Konzertchors, der dem wunderbaren „Macht hoch die Tür“ einen ganz eigenen Charakter gab: schwungvoll und mit zahlreichen Retardierungen. Weitere Schwierigkeitsgrade enthielt das harmonisch ziemlich vertrackte „Adventi enek“, das der Chor dann in Angriff nahm. Wie bei Georg Friedrich Händels „Tochter Zion, freue dich“ gelangen die Koloraturen elegant und doch pointiert. Der glockenhelle Sopran sang ohne Druck oder Forcieren und sorgte so für ein seidiges, federleichtes Klangerlebnis. Ein beglückender Sound, der beim „Gloria Alleluia“ von Emily Crocker voll zur Entfaltung kam.

 Danach kamen Weihnachtslieder wie „Hark! The Herald Angels Sing“, Händels „Joy to the world“ und „Celtic Christmas“. Eine ansteckende Fröhlichkeit, an der die Sänger augenscheinlich viel Spaß hatten. Ebenfalls auf hohem Niveau kamen „Ring, Christmas Bells“ und das besinnliche „Weihnachts-Wiegenlied“ von John Rutter daher. Eine Ode an das schlafende Jesuskind bildete das Lied „Dormi, dormi, bel bambino“, das der Chor wie ein verinnerlichtes Gebet vortrug. Die Töne werden in all ihren Facetten ausgeleuchtet und so zum Strahlen gebracht.

 Warm ums Herz wurde den Zuhörern beim Gesang des Kinderchors. Die Kleinen hatten richtig Spaß. Das wurde schon beim ersten Lied, „Es wird schon glei dumpa“, deutlich. Wochenlang hatten die Kinder geübt. Endlich durften sie loslegen. Fehlerfrei gelangen Volksweisen wie „O Albero“ aus Italien, „Gläns över sjö och strand“ aus Schweden und „Petit Papa Noël“ aus Frankreich.

Die Kinder waren voll bei der Sache: Sie sangen und tanzten voller Inbrunst. Erstaunlich, wie gut Gesang und Choreografie ineinandergriffen und fast selbstverständlich erschienen. Von Anfang bis Ende war der Chor immer in Bewegung. Das machte den Kindern sichtlich mehr Spaß als bloßes Stillstehen. Zum Schluss ging bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ und „Väterchen Frost“ richtig die Post ab – Peitschenknall, Glockengebimmel und Kasatschok – die Kleinen waren in ihrem Element.

 Auch die Zuhörer waren begeistert. Es gab viel Applaus. Dann wurde es dunkel. Wie in jedem Jahr stimmte der Chor das Lied „Stille Nacht“ an. Im Schein der Kerzen sangen alle mit. Jetzt kann Weihnachten kommen. mig

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