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Bei der Senioren-Union kullern die Tränen

Plattdeutsche Geschichten Bei der Senioren-Union kullern die Tränen

Reichlich Tränen sind bei einer Veranstaltung gekullert, zu der die Bückeburger Senioren-Union (SU) ins Hubschraubermuseum eingeladen hatte.

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Gerd Spiekermann erweist sich als wortgewandter und komischer Entertainer.

Quelle: bus

Bückeburg (bus). Dabei bot das Gastspiel von NDR-Moderator Gerd Spiekermann keinerlei Anlass zum Weinen. Der bei Freunden des niederdeutschen Idioms im Kultstatusbereich eingeordnete 63-Jährige erheiterte die rund 200 Besucher mit seinen unter dem Motto „Tööv mol even“ erzählten plattdeutschen Geschichten unterdessen dermaßen, dass die Lachsalven allenthalben von Tränenfluss begleitet wurden.

 Der Moderator und Entertainer, dessen Bekannt- und Beliebtheit vor allen Dingen auf den Hörfunkreihen „Hör mol’n beten to“ und „Knapp op Platt“ sowie zahlreichen Buchpublikationen gründet, greift in seinem aktuellen Programm Geschichten aus dem Alltag auf, die durchaus nicht immer alltäglich sind. Beim Blick zurück in die Kindheit – „as dat dormols so weer“ – schaute er auch schon mal hinter- und feinsinnig hinter die Fassaden.

 Schon der Einstieg, in dem „Mr. Plattdeutsch“ von den Reaktionen auf die Geburt seiner vier Kinder erzählt – Kind eins: „Wunderbar!“, Kind zwei: „Herrlich!“, Kind drei: „Könnt Ihr nicht aufpassen?“, Kind vier: „Asozial!“ – gerät ganz zum Gefallen des entzückten Publikums. „Man wurde entweder als Verbrecher oder als Döskopp behandelt“, lässt Spiekermann das Auditorium wissen. „Haben Sie auch richtig nachgezählt?“, sei er im Finanzamt gefragt worden.

 Im Anschluss geht Spiekermann Fragen seines Nachwuchses nach, deren pointenreiche Antworten den meisten Zuhörern nicht unbekannt sind. Etwa, dass das Fernsehen damals „schwart-witt und Klock elfe vorbie“ war, die Schulmeister gerne zum Rohstock griffen und Humanmediziner mit Nadeln hantierten, die heute allenfalls bei Tierärzten zur Verwendung kommen.

 Im Kleidungssegment finden unter anderem Leibchen mit Strapsen für Jungs und das Auftauchen von Nietenbüchsen – Spiekermanns Vater: „Amerikanischer Schiet“ – ausgiebige Erwähnung. Und dann erst die Unterhosen der Oma. Die knielangen Prachtstücke der Großmutter – einssiebenundfünfzig groß, Tendenz fallend – stellt Spiekermann unter dem johlenden Gelächter des Publikums einem zeitgemäßen Tanga gegenüber. Jovialer Kommentar des Enkels: „Man kann es mit dem Sparen auch übertreiben.“

 Amüsant auch die Ausführungen von „Mr. Plattdeutsch“ hinsichtlich des daheim aufgetischten Sonntagsbratens: „Rouladen gab es beispielsweise nur sonntags. Wenn du nach dem Essen noch ein Stück Bindfaden zwischen den Zähnen hattest, dann war Sonntag.“ Spiekermann räumte zur Freude der Besucher mit einem vom Jeverschen Wochenblatt verbreiteten Gerücht hinsichtlich seiner vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Auswanderung nach Südamerika auf. Er plane lediglich eine etwa sechsmonatige – respektive: „solange das Geld reicht“ – Reise nach Argentinien.

 Der Ente aus Jever war augenscheinlich auch SU-Vorsitzender Friedrich Pörtner aufgesessen, der zuvor Spiekermanns „Weggang“ bekannt gegeben hatte. Was ein lautstarkes „Oh, neee“ der Zuhörer hervorrief. Pörtner hatte indes die Möglichkeit weiterer ziemlich direkter Kontakte zwischen Südamerika und Deutschland mittels modernen technischen Geräts in Aussicht gestellt: „Mit einem Smartphone, oder wie nennt man das?“

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