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Bückeburg Stadt Beifall für Tempo-30-Vorschläge
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Beifall für Tempo-30-Vorschläge
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21:33 26.10.2018
Werden die Busse an der Langen Straße bald auf der Fahrbahn halten? Das sieht zumindest das Tempo-30-Konzept vor. Quelle: kk
Bückeburg

Verkehrsplaner Rainer Dargel stellte ein Konzept für die Kernstadt und ihre Randbereiche im Bauausschuss vor, das das Büro PGV aus Hannover im Auftrag der Stadt erarbeitet hat. Vorgeschlagen werden Tempo-30-Zonen für innenstadtnahe Wohngebiete sowie Maßnahmen für Lange Straße und Schulstraße.

Ziel ist es, großräumige Tempo-30-Zonen in den Bereichen Petzer Feld, Höppenfeld einschließlich Hinüberstraße, südlich der Georgstraße, für die östliche Altstadt mit englischer Siedlung bis nach Bergdorf und am Südharrl einzurichten. Bisher gibt es dort eine Reihe von Straßen, auf denen Tempo 30 gilt. Ziel ist es jedoch, großflächige geschlossene Bereiche auszuweisen. Dazu müssten an allen Zufahrtsstraßen entsprechende Schilder aufgestellt werden.

Fahrtrichtung der Plettenbergstraße umkehren

Doch Schilder allein reichen nicht immer. Darüber hinaus empfahl Dargel einige ergänzende Maßnahmen. So könnte die Einbahnstraßenrichtung in der Plettenbergstraße umgekehrt werden. Damit würde auf der abschüssigen Straße Tempo herausgenommen und Schleichverkehr unattraktiver werden.

An der Herminenstraße sollte die Bushaltestelle, die sich bisher fast direkt am Kreisel befindet, in Richtung Bethel-Quartier verlegt werden. Und schließlich sei das Parken halbseitig auf dem Fußweg an der Ulmenallee vor Tebbes Mühle nicht mehr zeitgemäß. Der Parkstreifen wäre auf der Fahrbahn besser aufgehoben. Fußgänger hätten auf dem Gehweg mehr Platz und auf der Straße würde langsamer gefahren.

Auch für die Schulstraße und die Lange Straße hält Dargel Tempo 30 für sinnvoll. Für diesen Vorschlag gab es sogar Beifall von den Zuhörern. Doch der Planer könnte sich sogar vorstellen, in den Einkaufsstraßen noch einen Schritt weiter zu gehen und die Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer zu begrenzen. Immerhin seien nach seiner aktuellen Zählung hier täglich 8000 bis 8500 Fahrzeuge unterwegs. Viele Fußgänger und Radfahrer würden von einer deutlichen Temporeduzierung profitieren. In der Schulstraße würde es Sinn machen, ein bis zwei Parkplätze zu opfern und in diesen Bereichen den Gehweg auszubuchten. So werde das Überqueren der Straße erleichtert.

Bushaltebuchten aufgeben

Für die Lange Straße schlug Dargel eine noch weitreichendere Maßnahme vor: Die Bushaltebuchten auf der Nordseite vor dem Schildcenter könnten zugunsten des Bürgersteiges aufgegeben werden. Die Busse sollten dann auf der Fahrbahn halten. Bei bis zu 90 Busstopps täglich würde dies zu einer Temporeduzierung beitragen.

Dargel kann sich eine Umsetzung seiner Vorschläge in zwei Phasen vorstellen. Zunächst sollte der Beschilderungsplan erstellt, die Einbahnstraßenrichtung der Plettenbergstraße und die Parkflächen an der Ulmenallee geändert werden. Die Geschäftsstraßen sollten für Tempo 20 oder 30 gekennzeichnet werden. Die punktuelle Aufweitung von Seitenbereichen an Langer Straße und Schulstraße gehört dazu. Im zweiten Schritt sollten die Änderungen an den Bushaltestellen Herminenstraße und Lange Straße angegangen werden. Die Gesamtkosten des Maßnahmen-Pakets schätzt Dargel auf 64.000 Euro. Im Ausschuss wurde das Konzept nicht weiter diskutiert, jetzt haben die Fraktionen das Wort.

Von Karsten Klaus